40. Lesung mit Pietro Montorfani in der Lettrétage

Pietro Montorfani, Lyriker aus der italienischsprachigen Schweiz, stellt sich am kommenden Sonnabend in einer Lesung in der Lettrétage vor:

Lyrik aus der italienischen Schweiz
Lesung: Pietro Montorfani

Sonnabend, 10. April 2010, 19.30 Uhr in der Lettrétage
Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin

Eintritt frei

Pietro Montorfani, derzeit Stipendiat im LCB, liest am kommenden Samstag in der Lettrétage in Kreuzberg aus seinem Gedichtband „Quasi un Hopper“. Wie der amerikanische Maler Edward Hopper entwirft Montorfani in seinen Gedichten Bilder von einzelnen Personen, jede einzigartig durch kleine Details und Fragmente einer Lebensgeschichte.

Der Lyriker Pietro Montorfani wurde 1980 in Bellinzona (Schweiz) geboren. Nachdem er als Kulturredakteur für das „Giornale del Popolo“, gearbeitet hat, verbrachte er zwei Jahre als Assistent für italienische Literatur an der Universität Mary Washington in den USA. Er promovierte an der Katholischen Universität von Mailand über die italienische Literatur der Renaissance und ist heute Chefredakteur der Zeitschrift Cenobio, der größten Literaturzeitschrift der italienischsprachigen Schweiz. Montorfani erhielt ein HALMA-Stipendium der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.

Das HALMA Netzwerk verbindet 26 literarische Zentren in 21 Ländern und wurde 2006 von der Robert Bosch Stiftung, der Borderland Stiftung und dem Literarischen Colloquium Berlin initiiert. Drei Halma-Stipendiaten werden in diesem Jahr im LCB leben und arbeiten: Pietro Montorfani (Arbedo/Schweiz) im April, Elena Jurissevich (Genf) im Juli sowie Flavio Soriga (Cagliari/London) im Oktober. Die Stipendien wurden durch die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia und die Europäische Kommission ermöglicht.

weitere Informationen:
www.halma-network.eu

39. Proto

Ein blauer Einband, ein neonroter Aufkleber, fünf Autorennamen – so sieht sie aus, die Erstausgabe der neuen Düsseldorfer Literaturzeitschrift „Proto“. Der 35-jährige Herausgeber Sascha Lück hat die roten Sticker einzeln auf jedes der 600 Exemplare geklebt. „Das Magazin ist eben ein bisschen wie mein Kind“, begründet er. Ein Gespräch mit ihm über die Entstehung des Heftes in der Welt vom 8.4.

Genannt werden Gedichte von Astrid Kohlmeier

38. Messebericht Edition Rugerup

Liebe Freunde der Edition Rugerup,

erst einmal: wir haben die Messe nicht nur überlebt, sondern genutzt und genossen. Die Edition hat einen Stand mit luxbooks geteilt, was nicht nur aus professioneller Sicht eine ausgezeichnete Entscheidung war: unsere Programme ergänzen sich, über unsere Pläne und Wünsche konnten wir uns angeregt austauschen, und ich erfuhr auch eine Menge praktische Dinge, die uns mit Sicherheit weiterhelfen werden. Christian Lux und Annette Kühn also herzlichen Dank für ihre offenherzige und selbstlose Hilfe und für wärmende Gespräche. Wir hoffen auf mehr Zusammenarbeit in der Zukunft!

Für einen kleinen Verlag, der auf einem schwedischen Bauernhof gegründet wurde, ist die Messe eine einmalige Gelegenheit, die Menschen, mit denen man sich per Mail austauscht, endlich persönlich kennenzulernen. Ich möchte hier kein Who’s Who der Edition anlegen, aber ich habe mich über Ihre Besuche am Stand sehr gefreut und ziehe es bei weitem vor, Menschen zu schreiben, denen ich persönlich begegnet bin.

Am 19.3. fand der Rugerup-Abend in der Galerie KUB statt, es lasen Dorothea Grünzweig aus ihrer Hopkins-Übersetzung (Jürgen Brôcan nannte diese in der NZZ einen „Meilenstein in der deutschsprachigen Hopkins-Rezension“ und lobte Grünzweigs Übersetzung als die bislang gelungenste), Christine Koschel aus dem von ihr wunderbar übersetzten MacEwen-Band „Die T. E. Lawrence Gedichte“ und Martina Jakobson aus ihrem hochgelobten Auswahlband „Wolkenrauch“ von Innokentij Annenskij. Wir fanden die Heizung zu laut und ließen sie ausschalten, was leider dazu führte, daß es (eigentlich passend) bei Annenskij schnell sibirisch kalt wurde. Nach der Pause wurde es wieder warm und die mitreißenden Gedichte über Lawrence von Arabien fanden großen Anklang unter den Hörern.

Offenbar wurde auf der Messe wieder viel über elektronische Bücher und Literatur im Internet diskutiert. Als wir unsere ersten Bände drucken ließen, ging es uns unbedingt um das Buch, das Buch als Medium, Kulturträger und liebevoll gestalteter Gegenstand. Das erhöht zwar die Kosten für die Produktion, grenzt aber das „Produkt“ deutlich von jeder elektronischen Ästhetik und Vernunft ab. Wir hoffen, daß sich das… nun, „auszahlt“ ist das falsche Wort, aber daß es sich lohnt und halten läßt.

Leider fand ich bei meiner Rückkehr nach Rugerup eine Remissionsanfrage vor: unser Grossist (der nicht nur die Titel in Internetläden kaufbar macht, sondern auch für viele große Buchhandlungen die einzige Bestellstrategie ist) schrieb: unten aufgeführte Titel möchte ich zur Remission anfragen. Es handelt sich hierbei um Titel, welche aus wirtschaftlichen Gründen bei uns aus dem Sortiment genommen wurden. Bitte senden Sie mir hierfür die Remissionsgenehmigung zu. Das ist ein schwerer Schlag für uns, war der Gedanke doch, Bücher von solcher Qualität und kulturellem Wert zu veröffentlichen, daß sie sich über viele Jahre tröpfchenweise verkaufen. Der Verlag sollte eines Tages auch dank der Backlist existieren können. Eine zweisprachige Auswahl aus dem Lebenswerk eines wichtigen Dichters ist ja nach zwei Jahren nicht passé. Man sollte wohl auch den begehrten Bestseller bei einem gut sortierten kleinen Buchladen kaufen, um diese Läden nicht zu gefährden. Solche Buchhändler schauen immer noch unter buchhandel.de nach, ob ein Buch lieferbar ist, und bestellen es dann bei unserer Auslieferung in Berlin. Übrigens sind dort die Konditionen für kleine Verlage auch günstiger!

Sonst schicken wir noch fröhliche Frühlingsgrüße in die Runde, freuen uns über unsere Praktikantin Paula Bögel, die gestern aus Deutschland angereist ist und uns sehr helfen wird, und wünschen Ihnen Muße und Gesundheit.

Mit besten Grüßen

Margitt Lehbert
Edition Rugerup
Nimrod Förlag AB
Rugerup 8379
S-24296 Hörby
t/f: +46 415 60337
www.rugerup.de

37. Bei Rumi in Konya

(Woche der türkischen Poesie)

Konya war in seldschukischer Zeit Sommerresidenz (im Winter zog man ans freundlichere Mittelmeer). Die, mindestens, Halbmillionenstadt, wahrscheinlich sind es viel mehr, wird uns als konservativ beschrieben, und man sieht, daß alle Frauen verschleiert sind und sieht so viele schwarze Ganzverkleidete wie sonst nur in Deutschland. („Die haben wir alle zu euch geschickt“, sagt Orhan).

Der heilige Paulus war hier, später Friedrich Barbarossa und Marco Polo. Vor allem aber Rumi, der große persische Mystiker. 1207 oder wahrscheinlich ein paar Jahre früher wurde er im heutigen Afghanistan geboren. Er war der Sohn eines berühmten Gelehrten, der den Ehrennamen „Sultan der Gelehrten“, Sultan al-Ulema, erhielt. Ob auf der Flucht vor den Mongolen oder wegen wissenschaftlicher Neider gingen Vater und Sohn nach Anatolien. Eigentlich hieß er Muhammad, daraus wurde Mawlana Jalal Al-Din (Jellaladin) Al-Rumi. Rumi heißt Anatolien, Mawlana (Mewlana) heißt sovielwie „Edelmann“, heute aber, lesen wir, ist das Wort ganz auf den Dichter und Mystiker übergegangen. Mawlana ist Rumi. Noch heute wird er in seiner Stadt Konya verehrt. Wir haben es gesehen. Das von Rumis Sohn gegründete Kloster des Ordens der Tanzenden Derwische, obwohl von Atatürk verboten und in ein Museum verwandelt, ist noch heute ein Wallfahrtsort. Keineswegs nur Touristen, vielleicht mehr noch Einheimische und vor allem Frauen sehen wir ehrfürchtig durch die Hallen wandeln. Hier ist er begraben, ein riesiger, schräg aufgestellter Sarkophag bezeichnet die Stelle. Es ist aber viel zu voll, um in Ruhe zu schauen. Schon sind wir vorbeigedrängt. Im Nebenraum eine Glasvitrine, darin ein großes prächtiges Buch, das wie ein Koran aussieht, aber es ist Rumis großer Diwan. Er schrieb Persisch, aber seine Gedichtsammlung, 43.000 Verse, enthält auch Texte in arabischer, türkischer und griechischer Sprache. Das Exemplar in Konya, vor dem wir stehen, gilt als ältestes erhaltenes. Mehr ein Heiligtum als ein Gedichtbuch. Wir sehen eine Frauenhand, die zärtlich über das Glas streicht. – Im nächsten Raum wieder ein Auflauf. Schwarzvermummte ältere Frauen, die eine Glasvitrine küssen. (Fotografieren und Filmen ist hier verboten). Gleich daneben freilich hält eine verschleierte junge Frau ein Handy ans Ohr. Es dauert ein Weilchen, bis wir auf der anderen Seite der Vitrine stehen, auf der ein Schild tatsächlich den „Bart des Propheten“ verheißt. Um es lesen zu können, muß ich meinen profanen Vollbart auf einen halben Meter der Reliquie nähern. Ich war beim Barte des Propheten! Über Rumi später mehr.

36. Randnotiz

von Achim Wagner

(mit freundlicher Genehmigung aus seinen Facebook-Seiten)

Samstag, 20. März 2010 um 18:54

was mir schon zu beginn meines aufenthalts in istanbul auffiel, war die erstaunliche dichte, respektive anzahl belletristischer buchhandlungen, gleiches gilt für ankara, für izmir. nun gilt die türkei als vergleichweise leseunfreundlich, statistisch gesehen, auf nachfrage sagten mir türkische bekannte, dass es eben in den großen städten noch genügend leser gäbe, auf dem land sähe das anders aus, was aber – denke ich – für jede weltgegend gilt, und durch den beständigen – und enormen – zuzug nach istanbul und eben nach ankara und izmir ballt sich bereits offiziell 30 % der türkischen bevölkerung in den drei größten städten des landes, inoffiziell sind es um die 40 %; was mir entsprechend auffiel, war die literarische bildung – quer durch alle gesellschaftsschichten – was mir nebenbei natürlich sehr hilfreich war und ist, um für mich neue literarische entdeckungen zu machen. der literarischen bildung entspricht ein politisches interesse, im wissen um die geschichtliche vergangenheit des landes, es gibt eine fundierte diskurskultur, die mich wiederum in meiner eigenen haltung bestätigt, dass sich kulturelles interesse und politische anteilnahme gegenseitig bedingen sollten, miteinander verbunden sein sollten, voneinander los gelöst, führen sie lediglich zu einem oberflächlichen ästhetischen oder politischen dogmatismus… auf facebook findet sich „her gün 1 şiir“ (jeden tag ein gedicht), mit 38000 „fans“, gregor koalls sehr schönes lyrikmail-projekt hat etwa 16000 abonnenten, statisch gesehen liegt deutschland (sehr) weit vor der türkei, in der lesefreundlichkeit…

(Woche der türkischen Poesie)

35. Robert-Frost-Woche

About.com: poetry von Bob Holman & Margery Snyder, “ your Guide to Poetry“, begann den grausamsten Lyrikmonat mit einer täglichen Portion Robert Frost:

Robert Frost is one of the most beloved and most often quoted of American poets, and Friday, March 26 marked the 126th anniversary of his birth–Happy Birthday, Mr. Frost!

Heute schickten sie das längste und das kürzeste Gedicht aus ihrer Frostsammlung. Aus dem längsten, “The Death of the Hired Man”,  ein Zitat: “Home is the place where, when you have to go there, / They have to take you in….”

Als die DDR 1976 den Liedermacher Wolf Biermann während eines Konzerts in Köln ausbürgerte (wozu sie ihn eigens deshalb vorher rausgelassen hatte), war davon die Rede, daß er ja aus Hamburg in die DDR gekommen war. Er hatte sich nicht bewährt und die DDR entzog ihm „das Recht auf weiteren Aufenthalt“ und schickte ihn in seine „Heimat“ zurück. Daraufhin warnte der gebürtige Sachse Stefan Heym, das Ausbürgern könne sich einbürgern. Bald erschien (was steht im ND?) ein Kommentar, in dem „der amerikanische Staatsbürger“ Heym kritisiert wurde. Die Nachtigall trapste. (Heym, als Jude vor Hitler geflohen, kam in amerikanischer Uniform nach Deutschland zurück. Deutschland Deutschland: Saarländer droht Sachsen mit Abschiebung nach Amerika!)

Andere können das auch. Wurden nicht in Deutschland geborene „Ausländer“ in die Türkei abgeschoben oder so. – Vorige Woche traf ich einen Berliner, in Antalya/ Türkei, den die Behörden seiner „Heimat“ bei einem Besuch im „Mutterland“, wie man dort sagt, für 18 Monate zur türkischen Armee einzogen. „They have to take you in“ – taten sie ja auch.

Jetzt höre ich aus den USA, daß der Friedensnobelpreisträger einen amerikanischen Staatsbürger zur Tötung freigegeben hat, auch ohne Gerichtsurteil:

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass US-Präsident Barack Obama den radikalen Islamisten-Prediger Anwar al-Awlaki auf die CIA-Liste mit den am meisten gesuchten Extremisten gesetzt hat. Das bedeutet, dass Obama die Festnahme oder die Tötung al-Awlakis, der einen US-amerikanischen Pass hat, zum Ziel hat.

“Home is the place where, when you have to go there, / They have to take you in….” Denkste!

34. Quasiliteratur

Es kommt viel Neues und Spannendes aus dem Osten und Südosten des vereinigten Europa. Aus Rumänien ist es z.B. eine Literatur zwischen Lyrik und Prosa. Quasiliteratur wird sie in Rumänien genannt. Ihre Anhänger «gehen davon aus, dass die Welt simultan durch alle unsere Sinne wahrgenommen wird, die umgebende Realität wird gleichzeitig gesehen, gehört, gerochen, gekostet, angetastet. Der Schriftsteller wechselt auch seine Stimmungen immer wieder nach seinen Wahrnehmungen, und seine Empfindungen befinden sich in einem ständigen Wandel.  … Also weg mit den Barrieren zwischen Genren und Gattungen. Ein Buch ist ein Mensch, ein Buch ist die Welt, deshalb muss es ‹alles in einem› sein: Poesie, Erzählung, Essay, Theater – ein permanenter Wechsel von Stimmen und Gattungen.» / kultiversum.de

33. Blick in den Himmel

stan lafleur, mittelbadisch-rheinischer Dichter mit Wohnsitz in Köln, hat ein
Jahr lang an verschiedenen Punkten der Welt seinen Kopf in den Nacken gelegt, um
in den Himmel zu blicken. Herausgekommen sind dabei Gedichte über zahlreiche,
letztlich durchaus irdische Phänomene wie Gott, Banken, Autounfälle und die irren
Farben der 1970er Jahre. lafleurs Gedichte schweben zwischen Räumen und Zeiten,
und an großzügigen Tagen gab der Himmel gar rare Blickfluchten Richtung Kosmos frei.

http://www.rheinsein.de

Heute in Gregor Koalls Lyrikmail: ersatztorwart

32. Kreislers Gedichte

„Was steht im ND?“ (Wolf Biermann). Na: Lyrikkritik. Wie diese:

Kreisler zitiert Max Beerbom: »Wenn man ein Schaf auf zwei Beine stellt, ist es deswegen kein Mensch. Aber wenn man eine ganze Schafherde auf zwei Beine stellt, ist es ein Publikum.« Das laute Lachen im Leipziger Centraltheater quittierte Georg Kreisler mit dem Satz: »Das ist nicht nur komisch, sondern auch richtig.« Und weiter: »Das Publikum ist grausam, fast so grausam wie ein Literaturkritiker, wobei ein Publikum, im Gegensatz zum Kritiker, intelligent ist.«

Der Autor, Komponist und Satiriker hat seinen ersten Band ausschließlich mit Lyrik vorgelegt, stellte diesen zur Leipziger Buchmesse vor. »Zufällig in San Francicso – unbeabsichtigte Gedichte« heißt das Buch, das jüngst im Berliner Verbrecher Verlag erschienen ist. / Jörg Meyer, ND 7.4.

Georg Kreisler: Zufällig in San Francisco – unbeabsichtigte Gedichte. Verbrecher Verlag, 128 S., geb., 19 €.

31. Griffin Poetry Prize Shortlist

Nicht 5.000 wie der Koeppen-, nicht 10.000 wie der Huchel- oder 15.000 wie der Ringelnatzpreis, auch nicht 30.000 wie der Malkowskipreis (alles in Euro und ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl an schwäbisch-badische oder pommersche Preisstifter!): $75,000 beträgt der bedeutendste kanadische Lyrikpreis, der Griffin Poetry Prize. Der privat gestiftete (nach dem Stifter Scott Griffin benannte) Preis wurde aus Anlaß seines 10. Jahrestages von zuvor $50,000 auf diese Summe erhöht. Er wird gleich zweimal verliehen, gleichhoch an kanadische und internationale Dichter. Erstmals werden in diesem Jahr darüber hinaus alle Finalisten mit  $10,000 bedacht. „Wir wollten den Dichtern und der internationalen Welt sagen, daß dieser Preis und die Lyrik sehr wichtig sind“, sagte der Stifter.

Auf der Shortlist für den kanadischen Preis steht die – im Januar verstorbene – Dichterin P.K. Page mit dem Band Coal and Roses, einer Sammlung von Glossen (Gedichten, die aus einer Zeile eines fremden Gedichts ein neues aufbauen) neben Kate Hall (The Certainty Dream) und Karen Solie (Pigeon). Die shortlist für den besten internationalen Gedichtband (in englischer Sprache, übersetzte Titel eingeschlossen):

  • John Glenday aus Cawdor, Schottland, für Grain.
  • Louise Glück aus Cambridge, Mass., für A Village Life.
  • Eilean Ni Chuilleanain aus Dublin für The Sun-fish.
  • Valérie Rouzeau aus Saint-Ouen, Frankreich, für Cold Spring in Winter, übersetzt aus dem Französischen von Susan Wicks.

Alle Autoren werden in der Koerner Hall in Toronto am 2. Juni, am Vorabend der Preisverleihung, lesen.

Diese shortlist wurde aus 500 nominierten Büchern ausgewählt. / cbcnews 6.4.

30. Türkische Dichter bei Lyrikline

(Woche der türkischen Poesie)

Die Plattform lyrikline entält bislang je 10 Gedichte von 10 türkischen Lyrikern auf Türkisch, Deutsch und teilweise anderen Sprachen (Englisch, Französisch u.a.), jeweils mit Text und Audiofile. Weitere Übersetzungen von Manfred Peter Hein, Uwe Kolbe und Ulrike Almut Sandig sind in Vorbereitung. Bisher:

  • Gülten Akin
  • Metin Celâl
  • Refik Durbaş
  • Haydar Ergülen
  • Adnan Özer
  • Gonca Özmen
  • Oktay Rifat
  • Oktay Taftali
  • Tugrul Tanyol
  • Can Yücel

Deutsche Sammlungen moderner Weltlyrik enthalten bisher nur sehr vereinzelt türkische Autoren. Enzensbergers „Museum der modernen Poesie“ (1960) bringt Nazım Hikmet (in Übersetzungen aus der DDR). Der „Atlas der neuen Poesie“ von Joachim Sartorius (1995) hat Fazıl Hüsnü Dağlarca, ebenso Harald Hartungs Sammlung „Luftfracht“ von 1991.

Die natürlich unvollständige Liste zeigt erst recht, was wir an Projekten wie lyrikline haben. Ebenso, daß wir von der Anwesenheit von 2 Millionen türkischen Mitbewohnern noch nicht soviel profitiert haben, was die Lyrik betrifft. Das Internet bringt noch dies und das, aber auch nicht immer rundum zufriedenstellend. Kleine Probe:

Sie weiß wirklich nicht, etwas über türkische Poesie, wenn Sie haben Nazim Hikmet nicht gehört, der noch. (hier)

Die Deutschen standen wirklich schon mal besser da:

29. Mal ein Filmtip

für Berlinnahe:

Mittwoch, 07.04.2010, 21.00
Club der Polnischen Versager
///  Ackerstrasse 170  ///  Berlin-Mitte  /// www.polnischeversager.de
česky film: tschechische Filme, immer am 1. Mittwoch des Monats

Diesmal: der Kult-Film ‚K o u r‘ (“ R a u c h „), CSSR , 1990, in Originallfassung mit englischen Untertiteln

Rauch, mit dem Untertitel „Rythmical des totalitaeren Zeitalters“ ist der erste Abendfilm des Regisseurs Tomaš Vorel und ein Kultfilm. Die Achse der Geschichte stammt aus einem studentischen Film „Ing.“ aus dem Jahre 1985. Die Geschichte schidert den Kampf des dunklen Totalitarismus und der jungen fortschrittlichen Generation. Viele Lieder mit bis dadaistischen Texten und  Dialoge in Versen erleichtern das Thema, manche Szenen sind durch Minimalsmus oder Expresionismus stark beeinflusst. Es handelt sich um eine poetische Geschichte mit eigenem Humor, der auf dem Wechsel der Hyperbole und Ironie mit ernsten Szenen basiert.

28. Tauben vergiften

Wegen seines schwarzen Humors und bitterböser Songs wie dem „Tauben vergiften“ ist Kreisler seit Jahren bekannt. Anfang Juni erhält Georg Kreisler den Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg. ORF

27. Es war wie ein Spiel

Es begann als ich 13 war. In der Schule schrieb ich Science-Fiction-Geschichten. Später habe ich viele Gedichte verfasst – die waren aber oft unverständlich und voll von Metaphern. Ich habe verschiedene Stile ausprobiert. Es war wie ein Spiel. / Der bosnische Journalist und Autor Faruk Šehić im Gespräch mit Cicero

26. American Life in Poetry Celebrates Fifth Anniversary

Free Column Restores Poetry’s Place in Newspapers

CHICAGO — The Poetry Foundation is pleased to announce the fifth anniversary of American Life in Poetry, the weekly newspaper column featuring a poem selected and briefly introduced by former U.S. Poet Laureate Ted Kooser. Running regularly in newspapers across the country, from the Post Tribune (Gary, IN) to the St. Petersburg (FL) Times, as well as on the web, American Life in Poetry reaches more than three million readers.

Over the last five years the column has featured more than 240 poets, including Pulitzer Prize winner Lisel Mueller, Cave Canem co-founder Cornelius Eady, various poets representing large and small regions of the country, and several young poets from public school writing programs. The column not only promotes contemporary poetry to a larger audience but also restores poetry’s traditional place in newspapers.

“The age-old tradition of clipping poems from the paper and mailing them to friends, or pasting them in scrapbooks, or posting them on the refrigerator is thriving, and an abundance of our readers have expressed their appreciation for what we give them each week,” said Kooser. “Poetry is definitely alive and well in America.”

American Life in Poetry is available to newspaper editors, free of charge, for carriage in either their print or online editions.

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