105. Dichtraum, Denkraum

poesiefestival berlin

Di 21.6. U-Bahnhof Brandenburger Tor   

Eintritt frei

10:00 Timo Berger 12:30 Luise Boege 15:00 Ricardo Domeneck

104. Meine Anthologie: Körper und Seele Sapphos

Aus der „Griechischen Anthologie“, Buch V: Liebesepigramme

246 

Zart sind die Küsse der Sappho, zart der weißen 
Glieder Windungen, zart der ganze Körper.
Die Seele aber: aus Stahl, unerbittlich, nur bis 
zum Mund reicht die Liebe, der Rest: jungfräuliche Zone.
Wer kann denn das aushalten? Möglich vielleicht, dass, wer dieses erträgt,
auch den Durst des Tantalos ertragen könnte.

Paulos Silentiarios

Deutsch von Dirk Uwe Hansen

Eine mehrbändige Ausgabe der Anthologia Graeca wird im Stuttgarter Verlag ANTON HIERSEMANN KG vorbereitet. Die Übersetzungen stammen von Dirk Uwe Hansen (Greifswald), Jens Gerlach (Hamburg), Peter von Moellendorff (Gießen), Kyriakos Savvidis (Bochum) und Christoph Kugelmeier (Saarbrücken).

Eine metrische Übersetzung von Dietrich Ebener in Dietrich Ebener (Hg.): Die Griechische Anthologie. 1. Band. Berlin u. Weimar: Aufbau Verlag 1981, S. 140

Paulus Silentiarius (Paulos; † vor 581) war ein byzantinischer Dichter des 6. Jahrhunderts, von dem neben anderen Dichtungen etwa 80 Epigramme in der Anthologia überliefert sind.

Hier bei Wikipedia

Soft are Sappho’s kisses, soft the clasp of her snowy limbs, every part of her is soft. But her heart is of unyielding adamant. Her love reaches but to her lips, the rest is forbidden fruit. Who can support this ? Perhaps, perhaps he who has borne it will find it easy to support the thirst of Tantalus.

Aus:

The Greek Anthology with an English Translation by W. R. Paton in five volumes. Volume 1, 1916. Scanned by the Tim Spalding.

This edition of the Greek Anthology comes from Loeb Classical Library, translated by W. R. Patton with facing Greek text. Patton’s translation is broken into five volumes; at present, only volume 1 (books 1-6) is online. (Hier online)

Eine Barockversion von Daniel Czepko von Reigersfeld:

Alles, was ich seh an dir,
Deiner stellung wonn und zier,
Deiner wangen freundlich lachen,
Wan sie rosengrüblein machen,
Deiner augen scherz und spiel,
wan sie sind der meinen ziel,
deiner lippen lieblich küssen,
Wan sie sich zusammenschlüßen,
Deiner hände beutelei,
Deiner füße schockelei,
Aller deiner glieder sitten,
Wan sie mich sehn dich so bitten,
Nymphe, sprechen sämtlich ja;
Nein spricht bloß der mund allda,
Wan es soll zum halten kommen:
Daß er müßte ganz verstummen.

103. Ernst-Meister-Preis für Marion Poschmann

Die Berlinerin Monika Poschmann erhält in diesem Jahr den mit 13.000 Euro dotierten Ernst-Meister-Preis. Die 41-Jährige werde für ihren Lyrikband „Geistersehen“ ausgezeichnet, teilte die Jury am Montag im westfälischen Hagen mit.

Zur Begründung hieß es, Poschmann gelinge der Spagat zwischen Lässigkeit und Radikalität. Darüber hinaus würdigte die Jury die „sinnliche Präsenz ihrer Gedichte und die ausgewogene Balance von Aura und Verständlichkeit“.

Der Preis ist nach dem Büchner-Preisträger Ernst Meister (1911-1979) benannt, der in Hagen geboren wurde. Zur Erinnerung an ihn zeichnet die Stadt Hagen seit 1981 Lyriker aus. In diesem Jahr soll die Preisverleihung am 3. September stattfinden. / rbb

Die Jury 2011: Axel Gellhaus, Aachen; Anne Linsel, Wuppertal; Monika Rinck, Berlin; Susanne Schulte, Münster

102. Die Migration im Rücken

Poesiegespräch: Die Migration im Rücken

Mo 20.6. 18:00
Akademie der Künste, Pariser Platz, Black Box
Eintritt €5/3

Mit Cristina Ali Farah Italien Ghayath Almadhoun Schweden Jazra Khaleed Griechenland Abbas Khider Berlin und Fiston Mwanza Mujila Österreich Moderation Zehra Çırak Autorin, Berlin

Migration ist und war schon immer europäische Realität. Auch im Literaturbetrieb spielen die Werke von Migranten eine zunehmend größere Rolle. Autoren, die nach Europa einwanderten, sprechen über Migration und ihr Schreiben.

Veranstaltung in Zusammenarbeit mit European Union National Institutes for Culture (EUNIC).

Lesung: Die Migration im Rücken

Mo 20.6. 20:00
Akademie der Künste, Pariser Platz, Plenarsaal
Eintritt €6/4

Mit Cristina Ali Farah Italien Ghayath Almadhoun Schweden Jazra Khaleed Griechenland Abbas Khider Berlin und Fiston Mwanza Mujila Österreich  Moderation Zehra Çırak Autorin, Berlin

Migranten sind Teil der Gesellschaft, ihre Position ist aber ein stetes »Dazwischen«. Die Texte von Migranten spiegeln, beeinflussen und inspirieren nationale Literaturen. Doch wo sehen sich die Migranten selbst, wie sehen sie die sogenannte »Mehrheitsgesellschaft«? Fünf Autoren vermitteln Einblicke in literarische und gesellschaftliche Prozesse.

Veranstaltung in Zusammenarbeit mit European Union National Institutes for Culture (EUNIC).

101. Dichtraum, Denkraum

poesiefestival berlin

Mo 20.6.

U-Bahnhof Brandenburger Tor
Eintritt frei

10:00 Ursula Krechel 12:30 Alexander Gumz 15:00 Konstantin Ames

100. Servais-Preis für Jean Krier

Seinem Laudator, dem Literaturkritiker und Autor Michael Braun, gelang es in seiner Rede, eben genau diesen „heiteren Fatalisten“, diesen Lyriker, der sich auf das schwierige metaphysische Gelände der Ewigkeit begibt, ohne die Vergnügungen des Diesseits (Bier und Schinken!) aus dem Blick zu verlieren, zu fassen. Braun beschrieb Krier als einen Dichter, der „im Herzschlag“ schreibt, seine Lyrik als „Herzkammermusik“. Jean Krier sei ein Dichter, der seine Skepsis gegenüber vermeintlichen Gewissheiten der Theologie oder der Philosophie niemals aufgegeben hätte, der als „metaphysisch obdachlose Kreatur“ in der Sprache allein Halt finde.

Krier mobilisiere die Schrift, um sich gegen den Geltungsanspruch des Todes aufzulehnen. Und so feiere Krier die Poesie selbst als ein Elixier des Lebens. Bei einem Gläschen Weißwein wurde der Dichter dann zu späterer Stunde selbst gefeiert. „De Jean Krier ass zu Lëtzebuerg ukomm“, meinte Emmanuel Servais, der für die Stiftung sprach und der Jury für diese Wahl dankte. / Janina Strötgen, Tageblatt.lu

99. Atemstärkende Übungen

… der Band „Szenische Dichtungen“ mahnt ein Rezeptionsdilemma an, das uns allen miteinander, den Lesern, den Nichtlesern, den Kritikern, den traditionsgemäß fast ausnahmslos männlichen Theaterintendanten, ihren Dramaturgen und Regisseuren die Schamröte ins Gesicht treiben müsste. …

An früherer Stelle hat sie gefordert, das Wort „mit den Gesten des ganzen Leibes“ auszuatmen und dabei „Farbe und Licht geschwisterhaft mitwirken zu lassen“. Von Mysterien-, Kult- und Ritualspielen hat die Autorin auch gesprochen. Ein Kulttheater des Chassidismus – davor mag man Angst gehabt oder besser gesagt, Phobien empfunden haben, von denen wir wissen, woher sie stammen. Theaterleute hätten jedoch begreifen sollen, dass sich diese Dichterin ganz bühnenpraktisch auf ihren Brettern tummelte. William Sachs, der Vater, gilt als der Erfinder des muskelstärkenden „Expanders“. In seiner propagandistischen Schrift „Die Heilgymnastik im Hause“ hat er über atemstärkende Übungen beim Krafttraining geschrieben. Nelly Sachs hat derlei lebenspraktische Techniken in ihre Theatertheorie eingebaut. Das war weder weltfremd noch theaterfern. Es ist sehr schwer zu verstehen, warum das deutsche Theater in all seiner Experimentierfreudigkeit mit dem Rücken zu den Stücken von Nelly Sachs verharrt. Es ist nicht zu spät. Man kann sich mit dieser Autorin noch Einiges trauen. Die Texte liegen nun vor. / Herbert Wiesner, Die Welt

Nelly Sachs: Szenische Dichtungen. Hg. von Aris Fioretos. Suhrkamp, Berlin.48 S., 68 Euro.

98. Hamburger Ziegel

600 Seiten Kompendium aus Kurzgeschichten, Lyrik, Romanauszügen, Essays und Illustrationen: Es ist ein wuchtiges Buch, dieser „Hamburger Ziegel“. Alle zwei Jahre erscheint die Anthologie der Hamburger Gegenwartsliteratur und zeigt, wie lebendig, kreativ und groß die Szene ist: Zwölf dieser von Jürgen Abel und Wolfgang Schömel herausgegebenen Schmöker gibt es inzwischen. / Hamburger Abendblatt

Ziegel-Lesung So 19.6., 18.00, Magellan-Terassen, bei Regen: HafenCity InfoCenter/Kesselhaus, Am Sandtorkai 30 (Bus 6), Großer Grasbrook; Eintr. frei 

97. „Und es doch wieder tun“

„Egal wo das Ende der Welt liegt“. Von Ludwig Fels (Verlag Jung und Jung). Redaktion: Edith-Ulla Gasser

„Ab einem gewissen Alter sollte man keine Gedichte mehr schreiben. Man sollte stattdessen probieren, aus dem Fenster zu schauen, hinaus auf Straßen und Gassen, die nach Dichtern benannt worden sind. Und dann sollte man sich schaudernd abwenden, und es doch wieder tun.“ Ludwig Fels hat den Traum von einer besseren, menschlicheren Welt noch nicht verloren. / ORF

96. e.poesie

poesiefestival berlin

So 19.6.20:00

Akademie der Künste, Pariser Platz, Foyers
Eintritt €10/7

Mit und von Ondřej Adámek Tschechien / Sjón Island; Mark Barden USA / Zakaria Mohammed Palästina; Eliav Brand Israel / Michael Stauffer Schweiz;  Dmitri Kourliandski Russland / Stanislaw Lwowski Russland und Rozalie Hirs Niederlande sowie Natalia Pschenitschnikowa Stimme, den Schauspielerinnen Anna Kubelík und Samia Dauenhauer, weiteren Solisten / Performern, dem KNM Berlin sowie dem KNM campus ensemble.

e.poesie beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Wort und Musik, genauer mit der perspektivreichen Relation aus zeitgenössischer Poesie und der Musik von heute. Fünf Komponisten präsentieren mit ihren Poetenkollegen aktuelle Positionen im Grenzbereich zwischen deklamiertem Text, Instrumentalmusik und Klang- bzw. Lautperformance. Musik und Poesie erobern sich die spektakuläre Architektur der Akademie der Künste und beziehen sie in die Kompositionen ein.

95. Traumatorium

Commedia Futura

Ein lyrisches Traumatorium
entfaltet von Sylvia Geist, Caroline Hartge, Peter Piontek und Hans Wagenmann

Vier Lyriker erkunden den eigenartigen Grenzbereich, den das Gedicht markiert, lesen miteinander, voneinander, füreinander und ein traumwaches Publikum.

Sonntag, 19. Juni, um 20 Uhr im Schwarzen Saal der EISFABRIK (Hannover) Mehr

94. Poesiegespräche

Poesiegespräch: Die Crux mit der Lyrik. Billy Collins im Gespräch

So 19.6. 17:00
Akademie der Künste, Pariser Platz, Black Box
Eintritt €5/3

Mit Billy Collins USA und Ron Winkler Dichter und Übersetzer, Deutschland

Der Bestseller-Dichter und ehemalige Poet Laureate Billy Collins tritt zum ersten Mal in Deutschland auf. Sein Übersetzer Ron Winkler spricht mit ihm über sein Werk.

 

Poesiegespräch: e.poesie

So 19.6. 18:30
Akademie der Künste, Pariser Platz, Black Box
Eintritt €5/3

Mit Ondřej Adámek Komponist, Tschechien Mark Barden Komponist, USA Rozalie Hirs Komponistin und Autorin, Niederlande Sjón Autor, Island  Moderation Lydia Rilling Musikwissenschaftlerin, Berlin

Lydia Rilling diskutiert mit beteiligten Komponisten und Poeten über ihre spannende, außergewöhnliche Zusammenarbeit zur  e.poesie und stellt Werke der sich anschließenden Konzertperformance vor.

93. Lyrik iranischer Frauen

Die Unterdrückung der Frau in repressiven Gesellschaftsformen unter pseudoreligiösem Deckmäntelchen findet sich indirekt auch in dem schockierend direkten Gedicht „The Child is 18“ von Saghi Gharaman, während Fereshteh Sari im Raum der Poesie eine Heimat, einen Rückzugsort findet – bis auch dieser ihr durch politische Repression genommen wird: „These days / There aren’t any rooms / That can harbor me against the crowd / and behind every window / inside and outside every room / a two-faced clown sneers“.

Viele, die unter dem Shah oder der aktuellen Diktatur ins Exil getrieben wurden, schreiben vom Unterwegssein, vom Ankommen in einer neuen Heimat oder von den Differenzen zu ihr, und jene, die geblieben sind, erzählen (zumeist indirekt) von der inneren Emigration und der vorhandenen oder längst verlorenen Hoffnung. „When will we arrive at the garden?“ fragt Parvaneh Forouhar … 1998 wurden sie und ihr Mann vom Regime ermordet, ihre Leichen nach Mekka ausgerichtet. Im Sommer 2011 erscheint ein Buch von Parvanehs Tochter Parastou. Es heißt „Das Land, in dem meine Eltern umgebracht wurden: Liebeserklärung an Iran“.

/ Gerrit Wustmann, cineastentreff

The Poetry of Iranian Women – A Contemporary Anthology“, Hrsg. Sheema Kalbasi

92. LUXUSlyrikdampfer

poesiefestival berlin

So 19.6. 11:00–18:00 Abfahrtszeiten: Jede volle Stunde

Anlegestelle Wildenbruchbrucke
Eintritt frei

Es lesen pro Fahrt drei bis vier Lyriker der letzten Ausgaben von »lauter niemand«.

Lust auf Dampferfahren mit Lyrik? Unter der Flagge von »48 Stunden Neuköln« zum Thema Luxus lädt die Neuköllner Redaktion von »lauter niemand« Autoren und Leser aufs Deck, die sich der Poesie verschrieben haben. Seit über 14 Jahren kümmert sich die deutschlandweit erscheinende Berliner Literaturzeitschrift erfolgreich darum, dass Lyrik weiter gedeiht und für Jedermann bleibt: Schließich ist sie überlebenswichtig und kein Luxus für Wenige.

www.lauter-niemand.de

Eine Veranstaltung von lauter niemand im Rahmen von 48 Stunden Neukölln

91. Dichtraum, Denkraum

poesiefestival berlin

So 19.6.

U-Bahnhof Brandenburger Tor
Eintritt frei

10:00 Birgit Kreipe 12:30 Julia Trompeter und Xaver Römer 15:00 Ulf Stolterfoht