Kategorie: Europa

106. Lyrik-Pappe

Auch er ließ sich von Rolf Persch, Lyriker aus Nohn, eine „Lyrik-Pappe“ als Unikat herstellen. Von Pracht ausgesucht aus einer der Textsammlungen des Berufsdichters, spannte Persch auf der „Gabriele“-Reiseschreibmaschine „Made in Brasil“, aus den 1980er Jahren kurzerhand ein DIN-A-5 großes Stück Pappe auf die… Continue Reading „106. Lyrik-Pappe“

105. Stevan Tontić

In der Reihe »Literarische Alphabete« Stevan Tontić liest aus seinem Gedichtband »Odysseus an Penelope« sowie neue Gedichte und spricht mit Patrick Beck über das Leben im Exil, Psalmen als Zuflucht und das heutige Sarajevo […] 1993 ging Stevan Tontic ins Exil nach Deutschland, bis… Continue Reading „105. Stevan Tontić“

104. Putins Dead Poets Society

(Weder Satire noch Science Fiction) Als Präsident Putin seine Rede beendete, ergriff Tolstoi das Wort. Er dankte Dostojewski, Lermontow, Scholochow und Pasternak. Leider habe Puschkin nicht kommen können, da er erkrankt sei und daher nicht aus Belgien nach Moskau fliegen konnte. „Puschkin ist unter… Continue Reading „104. Putins Dead Poets Society“

103. Burgschreiber

Der Beeskower Burgschreiber Rainer Stolz verabschiedet sich am 7. Dezember mit einer Lesung. Angekündigt sind neue Gedichte, wie es in einer Mitteilung am Montag hieß. Die Lesung wird auf der Burg im Konzertsaal veranstaltet. Der Autor aus Berlin hatte im Juni seinen Posten angetreten.… Continue Reading „103. Burgschreiber“

102. Das kurze Gedicht

Peterchen findet ein Schlüsselchen im Mist und Carolinchen findet ein Kästchen. Es wird aufgeschlossen, und es liegt darin ein kleines, kurzes rotseidenes Pelzchen. Wäre das Pelzchen länger gewesen, so wäre auch das Gedicht länger geworden. Literatur zur weiterführenden Lektüre: Die wahren Märchen der Brüder Grimm. Herausgegeben und mit einem… Continue Reading „102. Das kurze Gedicht“

101. Lesung

Weiter im Text: „Zwölf Zuschauer sind im Saal/ Zeit anzufangen./ Die Hälfte ist da, weil es regnet, / Der Rest sind Verwandte.“ – das blieb beim Lyrikabend, zu dem die Deutsch-Französische und die Deutsch-Polnische Gesellschaft am Samstag geladen hatten, zum Glück nur ein Zitat… Continue Reading „101. Lesung“

100. Szymborska

Verabschiedet wurde die Szymborska auf dem Rakowicki-Friedhof zu Klängen ihrer Lieblingssängerin Ella Fitzgerald, der sie auch ein Gedicht gewidmet hat: „Sie betete zu Gott, / betete heiß und innig, /er möge aus ihr / ein weißes glückliches Mädchen machen. / Doch sollte es zu… Continue Reading „100. Szymborska“

99. Wirtschaft & Lyrik

„Der CDU-Wirtschaftsrat sollte Gedichte schreiben“, twittert der Journalist und FAZ-Autor Frank Lübberding gerade. Ich glaube, das ist so gemeint: Der Wirtschaftsrat hat sowieso von nichts eine Ahnung. Wenn jemand wirklich gar nichts kann und auch nichts zu sagen hat, dann reicht es immer noch… Continue Reading „99. Wirtschaft & Lyrik“

98. Jesse Thoor

(geb. als Karl Höfeler 1905 in Berlin – gest. 1952) führte zunächst ein Vagantenleben und wurde unter dem Eindruck von existentieller Not und sozialer Ungerechtigkeit Mitglied der KPD. Deshalb zog er 1933 von Berlin nach Wien und emigrierte 1938 nach London. Aufs Festland kehrte… Continue Reading „98. Jesse Thoor“

96. Poetopie

tot ist nicht tot – auch wenn es gestorben ist, kann ein Leben nicht mehr rückgängig gemacht werden, eine winzige Spur von ihm bleibt Hansjürgen Bulkowski

94. Hans-Jürgen Heise

Vom Ostseestrand nach Süden gedacht: Hans-Jürgen Heise, einer der bedeutenden deutschen Dichter der Gegenwart, ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Heise wurde 1930 im pommerschen Bublitz geboren und zog als Kind mit seiner Familie nach Berlin. Im Krieg floh er zunächst in seine… Continue Reading „94. Hans-Jürgen Heise“

92. Der Vorteil von Berlin

Im Frühjahr 2013 erschien eine von dem Schriftsteller und Literaturkritiker Erik Lindner herausgegebene Ausgabe der Literaturzeitschrift Terras mit Fokus auf Berlin als neues Zentrum deutscher Lyrik. Zwei bekannte Berliner Lyriker, Ulf Stolterfoht und Marion Poschmann, werden von ihren Übersetzern Ton Naaijkens und Erik de Smedt… Continue Reading „92. Der Vorteil von Berlin“

91. Stänkert

In seiner Tübinger Poetik-Vorlesung spielte Hans Magnus Enzensberger gemeinsam mit dem Germanisten Dirk von Petersdorff mit den Gedichten von Rilke, Klopstock und Benn. Da war er wieder: Enzensbergers ewiger Hang zum Spiel, zum Luftigen, zum Unernst. Im Vergleich zu dem zornigen jungen Mann der… Continue Reading „91. Stänkert“

89. Das Chaos kann man sich nicht wünschen

Der Berliner Lyriker Christian Filips hat Lawrence Sternes Hauptwerk „Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman“ in ein Oratorium verwandelt – und gibt sich im Interview dem Chaos hin. Hat es überhaupt stattgefunden? Stephan Karkowsky: Zwei Bücher nur machten Laurence Sterne unsterblich: das eine „Leben… Continue Reading „89. Das Chaos kann man sich nicht wünschen“

88. Unanständig

1897 wird erstmals einer seiner Gedichte veröffentlicht und 1898 folgte seine erste Lyriksammlung „Romantische Lieder“ Allerdings sind diese ersten Gehversuche als Dichter von wenig Erfolg gekrönt. Von den 600 gedruckten Ausgaben wurden nur einige verkauft, und seine Mutter fand Hesses Gedichte „schlicht geschmacklos“. Auch… Continue Reading „88. Unanständig“