Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Was heißt schon Verstehen? Mal vorausgesetzt, das Lesen geschieht freiwillig. Man kann entzückt verharren, achselzuckend weitergehn, wieder lesen, Indizien sammeln, sätze / Stelzen auf kauernden stirnen? Was haben wir da, eine Beziehungskiste, du so, ich so? du in der Sonne deines badezimmers du in… Continue Reading „Sätze auf kauernden Stirnen oder Hinschauen statt Verstehen“
Jumoke Adeyanju Tayari. Tuko tayari. Na wewe? Umejificha kwenye ndoto za kiume kimya unavaa kitenge cha askari aliyefariki Through. We are through. And you? You hide in the dream of masculinity silently wearing the cloth of a dead soldier Durch. Wir sind durch. Und… Continue Reading „Tayari. Through. Durch“
Horst Lange (* 6. Oktober 1904 in Liegnitz; † 6. Juli 1971 in München) Die Katzen Der Wind drängt die zerbrochnen Türen Ins leere Haus hinein, Der Wind will meine Schritte führen, Ich trete zögernd ein, Die kalten Wirbel schweifen Um Tisch und Stuhl und Spind Und rühren Band und Schleifen, Der… Continue Reading „Hier ist nichts mehr zu zähmen“
Zum Feiertag und zur Erinnerung an Eva Maria Hagen ein Lied von Wolf Biermann Ich leb mein Leben, sagt Eva Marie 1 Als ich saß in meiner Mutter dunklem Bauch Sprang sie mit mir Treppen runter schluckte auch Rattengift, den Sud von Kippen presste… Continue Reading „Doch ich lebe“
Florian Voß Denkmal für den unbekannten Soldaten Foxhole, Fuchsloch, Voßkuhle so nennen sie es, wenn Soldaten im Boden liegen, eng und ungeschützt in Richtung Himmel, am Rand der Sphären Das Auge der Drohne scannt die Glieder die Köpfe, die Position der Waffen die ebenso… Continue Reading „Foxhole, Fuchsloch, Voßkuhle“
Marco Kerler Wir machen Witze darüber dass bald alles zu Ende sein könnte weil wir es uns nicht vorstellen können wir können uns keinen Krieg vorstellen keinen Rechtsruck keine Flüchtlingskrise nicht mal den Tod der Queen wir können uns kein Leben ohne Strom vorstellen… Continue Reading „Weil wir es uns nicht vorstellen können“
Johann Wolfgang Goethe (1749-1832) Hatem Locken! haltet mich gefangen In dem Kreise des Gesichts! Euch geliebten braunen Schlangen Zu erwiedern hab‘ ich Nichts. Nur dies Herz es ist von Dauer, Schwillt in jugendlichstem Flor; Unter Schnee und Nebelschauer Rast ein Aetna dir hervor. Du… Continue Reading „Wie Morgenröthe“
Axel Reitel Aufzeichnungen des Schauspielers R. Menschenkörper sind Krankenhäuser. Hamlet auf dem Weg zur Visite. Das Publikum stellt die Diagnose. Tun oder nicht tun, Wir kommen ohne Erwartungen nicht aus. Applaus, das Publikum stellt die Diagnose: Alle Vorhersagen bestätigen dein Leben Aus: Poesiealbum 369:… Continue Reading „Das Publikum stellt die Diagnose“
Hans Bender (* 1. Juli 1919 in Mühlhausen, Baden; † 28. Mai 2015 in Köln) Überholt Selbst vom hochgelobten Benn Nicht jede Metapher preisen. Hochgehaltene Schwerter zählen längst zum alten Eisen. Aus: Hans Bender, Hinter die dunkle Tür. Vierzeiler 2013-2015. Ludwigsburg: Pop, 2019, S. 77 Vergleiche Gottfried Benns Gedicht „Dennoch die Schwerter halten“:… Continue Reading „Überholt“
Elisabeth Borchers (* 27. Februar 1926 in Homberg, Niederrhein; † 25. September 2013 in Frankfurt am Main) Rette uns, sage ich zur eben gelesenen Zeile (Schön ist die Menschenvernunft und unbesiegbar. Czesław Miłosz) bevor es zu spät ist Aus: Notizen. In: Elisabeth Borchers, Von der Grammatik des heutigen Tages. Gedichte. Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1992,… Continue Reading „Notiz“
Jayne-Ann Igel Was war zunächst war die fremde, aus der kehrte sie nach einem jahr heim, ohne begriff davon, was es bedeutete. Die familie oder das zuhause schien der ort, dem zu entsagen sie wenig mühe hatte. Wenn das nicht eine selbst erfundene legende… Continue Reading „all die unerlösten biographien“
Johann Valentin Andreae (* 17. August 1586 in Herrenberg; † 27. Juni 1654 in Stuttgart) An den GrübIer Ohn Kunst, ohn Müh, ohn Fleiß ich dicht, Drum nit nach deinem Kopf mich richt, Bis du witzt, schwitzt, spitzt, schnitzt im Sinn, Hab ich angsetzt und fahr dahin. Bis du guckst, buckst, schmuckst,… Continue Reading „Bis du witzt, schwitzt, spitzt, schnitzt im Sinn“
Rasha Habbal (Geboren in Hama / Syrien, lebt in Trier) Aus: Die letzte Frau Die im Kleid schlief diese Nacht ihre Schuhe anbehielt empfangsbereit lauerte. Am Morgen schreibt sie: Ich habe nicht gewartet. Die Nacht verging schnell. Deine Abwesenheit fiel gar nicht auf als… Continue Reading „Die letzte Frau“
Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau (getauft 25. Dezember 1616 in Breslau; † 18. April 1679 ebenda) Maschinelle Texterkennung und Rekonstruktion Texterkennung nach der Ausgabe: C. H. v. H. Deutsche Übersetzungen und Gedichte. Breßlau 1704 (urn:nbn:de:gbv:3:1-210933-p0573-7) SAuf Den Sinfall Der Stirden zu Elifaberly, Sonet. StartemRrachen brach Der?Bau DeszEr,tert ein / Die… Continue Reading „Auf den Einfall der Kirchen zu St. Elisabeth“
Johann Wolfgang Goethe An Belinden. Warum ziehst du mich unwiderstehlich, Ach! in iene Pracht? War ich guter Junge nicht so seelig In der öden Nacht! Heimlich in mein Zimmerchen verschloßen, Lag im Mondenschein, Ganz von seinem Schauerlicht umfloßen – Und ich dämmert ein. Träumte… Continue Reading „An Belinden“
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