Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Johanna Schwedes anthropomorphisierende Kunst zeigt die Welt als verwaistes Kinderzimmer, in dem die Märchen und Sagen der Kindheit nichts vom ihnen eigenen Schrecken eingebüßt haben. Darin entfalten sich Seelenzustände zu Interieurs, wo Personen nurmehr in Spuren wiederauffindbar bleiben. Die entstehenden Räume lassen sich bereits durch einen winzigen Einschnitt betreten,… Continue Reading „55. Die Welt als verwaistes Kinderzimmer“
Lange hat Harald Hartung, der profunde Kenner und Kritiker von Lyrik, der zu den Besten seines Faches zählt, auf eine adäquate Anerkennung als Dichter warten müssen. Das mag an dem Vorurteil liegen, dass sich erklärende Texte mit poetischen nicht gut vertragen und vor allem… Continue Reading „54. Wintermalerei“
Der eingangs erwähnte Rezensent der „FAZ“, der Berliner Germanist Ernst Osterkamp, findet vom Titel angefangen ausnahmslos alles an diesem Band – bis auf Juvenals Satire – platt und banal, poetische Konfektionsware eines an sich „guten Lyrikers“. Der Verriss hat Grünbein offenbar so aufgebracht, dass… Continue Reading „53. Kleines Gemetzel auf schmalem Grat“
All ihre lyrisch-kühnen Farbworte – vom „blauen Klavier“ bis zur „rotbäckigen Schule“ – brachte sie nun in ihre Bilder, verlieh einem Mann ein blaues, dem nächsten ein rotes und dem dritten ein goldenes Gewand. Ihre im Profil gezeichneten Köpfe sind ein typisches Merkmal der… Continue Reading „49. Farbworte“
Seine Lyrik, obwohl artistisch-artifiziell im Stil der Zeit, war von unerhörter politischer Schärfe. Sie agitierte nicht, sie analysierte. Von einer überraschenden Metapher erhoffte sie sich mehr als von eindringlicher Belehrung und lieferte das bis heute überzeugendste Beispiel, wie politische Lyrik nach Brecht aussehen konnte.… Continue Reading „46. Der junge Enzensberger“
Sammelrezension von Nico Bleutge, Stuttgarter Zeitung 10.12.: Am besten ist Doris Runge, wenn sie mit ihrer anschaulichen Sprache ganze Welten erstehen lässt. Dann können die Wörter tatsächlich „schmuggelware“ sein: „fischschwänzige / seltsame promenadenmischungen / im friesennerz“. Doris Runge: was da auftaucht. Gedichte. DVA, München.… Continue Reading „45. Runge, Leisten, Haufs, Fels“
Er baut seine Strophen nach klassischer Art und braucht keine durch Zeilenbrüche erzeugten Effekte. Ohne Kapiteleinteilung und Mottos beschreibt der Dichter wie aus einem Guss eine bizarre Szenerie, die mitunter den Gemälden des Hieronymus Bosch gleicht – obwohl Überschriften auf andere Maler verweisen: „Caspar… Continue Reading „43. Bizarre Szenerien“
11. Dezember Thomas Kunst stellt nach seiner Rückkehr aus Venedig sein neues Buch erstmals in Leipzig vor. Fauser Wirtschaft Lützner Str. 100, Leipzig 0341 / 47 82 860 joerg@fauser-leipzig.de
Macht die Reduktion Altmann zu einem „altmodischen“ Dichter? Nein, tut sie nicht, und sein Verzicht auf Experimente und Anglizismen stört mich nicht, vielmehr erfreue ich mich an dem, was seine Kunst zu einem Großteil ausmacht: Die Wiedergabe einer subjektiven Realität in Einzelbildern und Einzelheiten,… Continue Reading „39. Exakt und detailverliebt“
An die Seite ihrer Bilder hat die Künstlerin Christiane «Moni.K» Wilbers-Gonell jetzt selbst verfasste Texte gestellt. In ihrem Atelier im alten Ortskern von Heldenbergen zeigte sie eine Auswahl ihrer Bilder zum Thema «Lust und Liebe» – ergänzt und vertieft durch Texte und Gedichte. «Ich… Continue Reading „38. Bild und Gedicht“
Jeder Monat wird in einem Foto im Bild vorgestellt, das Oliver ausgesucht und als Inspiration für ein Gedicht benutzt hat. Wie das Jahr mit jedem Monat wächst, nimmt auch die Zeilenzahl dieser Gedichte immer jeweils um eine Zeile zu. Der befreundete Übersetzer François Mathieu… Continue Reading „37. Buchkalender des Hausacher Dichters José Oliver“
Dieses Mal geht es um den Dichter Joh. Theodor Kuhlemann (1891 – 1939), genannt Ithaka oder der „Kölsche Hölderlin“, der seit Ende des Ersten Weltkriegs in der Rodenkirchener Maternusstraße wohnte und gerne und oft gesehener Gast im „Treppchen“ war. „Die Welt ess klein un… Continue Reading „32. Der „Kölsche Hölderlin““
Neueste Kommentare