Kategorie: Deutschland

87. Glücksfall

Wie kaum ein zweiter Lyriker der Gegenwart kommt Wagner einem Ideal von Dichtung nahe, nach welchem Gehalt sich nicht diskursiv durch das Wort vermittelt, sondern evokativ in und mit dem Wort. Ein Glücksfall sind Wagners Gedichte aber auch darin, dass diese Lyrik sich nicht… Continue Reading „87. Glücksfall“

86. Versöhnlich

Diese Lyrik ist auf Verständnis aus – und im Grundton versöhnlich. Ungezwungen reimt Fels, Jg. 1946, Herz auf Schmerz, beschwört die Liebe, ruft Gott und die Engel an und freut sich über das Leben. / Kirstin Breitenfellner, Falter 22.12. Egal wo das Ende der Welt… Continue Reading „86. Versöhnlich“

85. Uljana Wolf auswärts

Uljana Wolf las zusammen mit den Autoren Maggie Nelson, Guy Bennett and Stephen Motika aus Los Angeles in der Villa Aurora in Venice/ Cal. in einer Veranstaltungsserie, die lokale Autoren und Musiker mit internationaler und Avantgardekunst vereint. Uljana Wolf war im Herbst Poet in… Continue Reading „85. Uljana Wolf auswärts“

84. Meine Anthologie 65: Silke Peters, Warten auf Hornissen

Warten auf Hornissen (Tonabnehmer über dem Hirn)Ich mache mal wieder nichts. Die Fliegen sind da, es ist Sommer. Eigenartig, sie machen keine Töne. Sie fliegen unter der Lampe. Immer wieder stoßen zwei scheinbar zusammen, dann erweitert sich der Raum um weniges. Er ist ein… Continue Reading „84. Meine Anthologie 65: Silke Peters, Warten auf Hornissen“

81. Gegen die Konformität der Wahrnehmung

Die Frage ist für den Iraner Khalfani, der in Deutschland lebt, von besonderer Relevanz: „Der Dichter fängt an Gedichte zu schreiben / wenn er schweigen muss“. In Deutschland, dem Land der Dichter und Denker, in dem die Dichter zwar schreiben dürfen aber nicht gelesen… Continue Reading „81. Gegen die Konformität der Wahrnehmung“

77. Lyrisches Flussbett

So ist es nur konsequent, dass sie ihr neues Buch ganz einem Fluss gewidmet hat. Wobei sie die reale Donau mit ihren Wirbeln, Fischen und dem Donaugold ‚tief unten / im Flussgrund‘ in eine eigene gedanklich-sprachliche Welt verwandelt. Der Sog der Sprache wird in… Continue Reading „77. Lyrisches Flussbett“

75. Lyrik Live im Gorki-Studio

HARDCOVER STUDIO Binnenreim auf der Bühne, Metapher in der Maske, Alliteration im Atrium: Der Berlin Verlag feiert den 10. Geburtstag der Lyrik-Reihe mit einem Lyrik-Parcours. Jan Wagner, Björn Kuhligk, Ron Winkler, Elke Schmitter und viele andere Autoren nehmen uns mit auf eine Probebohrung in… Continue Reading „75. Lyrik Live im Gorki-Studio“

74. komm in den technopark

Die Erkennungszeichen des Epochenbruchs ruft der 1963 in Gera geborene Lutz Seiler in seinem neuen Gedichtband herauf, in distanzierenden Anspielungen auf Stefan George, Hugo von Hofmannsthal und Inger Christensen. Das Zeitgedicht ‚das neue reich‘, mit dem Seiler seine poetische Geschichtswanderung eröffnet, stellt der artistischen… Continue Reading „74. komm in den technopark“

73. Tucholskys letzte Fahrt

Kurt Tucholsky starb am 21. Dezember 1935 in Göteborg an einer Überdosis Tabletten. „Letzte Fahrt“ schrieb er 1922. FR-online.de erinnert mit den Versen über seinen Todestag an den politischen Schriftsteller. An meinem Todestag – ich werd ihn nicht erleben – da soll es mittags… Continue Reading „73. Tucholskys letzte Fahrt“

72. Rückrufaktion

Das Neuste aus der Lyrik-Blogosphäre: Rückrufaktion! cantusfirmus | 21. Dezember 2010 at 00:39 | URL: http://wp.me/pTABA-sg Der Autor Ulf Stolterfoht ruft sein Gedicht „fachsprachen XXXIII – die bregenzer kontamination (7)“ zurück in die Vertragsbuchhandlungen! Grund: In den Zeilen 7/8 liegt ein kapitaler Hund begraben! Statt „wenn… Continue Reading „72. Rückrufaktion“

69. Lichtfest

Die dunkelste Zeit des Jahrs mit ein paar Lichtpünktchen illuminieren. Gregor Koalls Lyrikmail beschert 4 Tage vor Weihnacht einen Sommerabend, oder mehrere: Sommerabende, ihr lauen, Bettet mich auf eure Kissen, Laßt in Fernen, dunkelblauen, Meiner Träume Wimpel hissen. (…) (Klabund) Michael Braun beschwört im… Continue Reading „69. Lichtfest“

68. »Bild«!

Gemeinsam mit dem notorischen »Verein Deutsche Sprache« hast Du eine »große Bild-Aktion« gestartet, um »die deutsche Sprache endlich im Grundgesetz zu verankern«, und aus diesem Anlaß Bundestagspräsident Lammert 46317 Unterstützerunterschriften übergeben. Wenn das, Bild, mal nicht nach hinten losgeht! Am Ende wirst Du noch als verfassungsfeindlich… Continue Reading „68. »Bild«!“

67. „drahnsdorf, uckro, waldrehna und prösen“

Die Landschaftsgedichte Altmanns sind zwar verortet, aber genaue topografische Angaben finden sich selten. Das ist ein an Joseph von Eichendorff erinnerndes poetisches Verfahren. Auch der Spätromantiker hat seine Gedichte gern im Ungefähren schweben lassen, um so mehr Deutungsspielraum zu bieten. Andererseits finden wir im Abschnitt „das jahr an… Continue Reading „67. „drahnsdorf, uckro, waldrehna und prösen““

65. Heiligkeitsgedränge

Wer sich für Gegenwartsliteratur interessiert und zugleich in der Not ist, noch schnell was Passendes zu Weihnachten zu finden, sei es ein Geschenk, ein Gedicht für Weihnachtsfeier oder Knecht Ruprecht, der bekommt die Chance, beides zu verbinden. Lettrétage heißt ein rühriger Berliner Veranstaltungsort und… Continue Reading „65. Heiligkeitsgedränge“

64. Wie man den Jandl trifft

Zu diesem Thema ein Gedicht und eine Erinnerung von Wolf Wondratschek, Die Presse 17.12. Auszug aus dem Gedicht: Von einer Dichterlesung konnte, gottseidank, bald keine Rede mehr sein. Er schrie, er flüsterte, biss in die Sätze hinein, riss sie, unendlich schweigsam, in Stücke. (…)… Continue Reading „64. Wie man den Jandl trifft“