Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Keine feuilletonistische Trockenübung, keine diskursiven Schwimmhilfen – in dieser Rubrik wird frei hineingetaucht – d.i. zurückgetextet! Getreu nach dem Motto: „Wenn schon bitchen, dann in Gedichten“ widertexten andere AutorInnen Gedichte aus dem Berliner Fenster. Zusendungen an bresemann@lettretage.de willkommen! Ab 1.10. gehts los, im wöchentlichen Turnus… Continue Reading „9. WIDERTEXT“
Das Jahr 1950 neigte sich dem Ende zu. Im Radio sprach Theodor Heuss, Präsident der noch jungen Bundesrepublik, über die vergangenen zwölf Monate: Wiederaufbau, Rechtsreformen, Sozialprodukt. Erst am Schluss kam der Knalleffekt: “In der Presse lasen Sie, der Bundespräsident werde heute eine neue Nationalhymne… Continue Reading „8. Hymnenfrage“
Auf eine zarte Erinnerung aus der Schweiz benutze ich die Gelegenheit und kopiere das Gedicht zum Tag aus Urs Engeler roughblog, Wiedervereinigung als Textvereinigung: REUNITED BDDRD, Land der Zweifler und Kranfahrer, aber aber! Aber: Einsilbiger nie als im August ’61. Erlebnis Formulierung Tat – Ueber… Continue Reading „7. Gedicht zum Tag“
wie unterschiedlich die einer innertextuellen formstrenge oft gleichgültig gegenüberstehenden poeme »aus der inkubationszeit« des dichters aufgenommen wurden, erhellt das nachwort von Maleen Brinkmann als auch der sehr sympathische, weil einmal nicht überhöhende essay pläne: schreiben von Michael Töteberg. postuliert Brinkmann 1960 noch, in seinen gedichten »jenseits… Continue Reading „6. „zuviel Krolowsche schönheit““
Welt am Sonntag: Mr Carcelle, „We are Poems“ steht über uns an der Fassade Ihres zukünftigen deutschen Headquarters geschrieben, also „Wir sind Gedichte“. Wer ist wir? Yves Carcelle: Jeder. Indem wir die Kunst in die Luxuswelt einführen, wollen wir eine zusätzliche Emotion erzeugen, und vielleicht liest der… Continue Reading „3. Luxus-Lyrik“
Wenn Zehra Cirak etwas aufregt, dann die ewige Frage nach ihrem »Migrationshintergrund«. Die Autorin, eine mondäne Frau mit schwarzem Kurzhaarschnitt und knallrot geschminkten Lippen, wurde 1961 in Istanbul geboren, kam im Alter von drei Jahren mit ihren Eltern und ihrem Bruder nach Deutschland und… Continue Reading „2. Alles Störfälle“
Die Texte beider Autoren fügen sich zu einem erstaunlich homogenen Gesamtbild. Deren Schärfe ergibt sich nicht aus eventuell rechthaberischen Behauptungen sondern schon aus dem Material, das sie für ihre Montagen nutzen. Werbetext, Politikersprech, Sozialkunde. Sie führen außerdem Umstellproben mit politischen Sätzen durch, um deren… Continue Reading „141. Nicht sehr „lyrisch““
In Deutschland geschriebene Gedichte sind auch deutsche Gedichte. Schon zu der Zeit, als die Merseburger Zaubersprüche aufgeschrieben wurden, lebten Juden in dem Teil des Frankenreichs, der später Deutschland wurde. Die schrieben auch Gedichte – auf Hebräisch. Sind sie auf Deutsch vorhanden? Stehn sie in… Continue Reading „140. Meine Anthologie: Diese aschkenasische Art“
Für Lyrik wurden ausgewählt: Philipp Günzel (Hamburg) Tristan Marquardt (München) Jan Skudlarek (Berlin) Manuel Stallbaumer (Leipzig) Sebastian Unger (Berlin) Charlotte Warsen (Düsseldorf) Janin Wölke (Berlin) 19. open mike – Internationaler Wettbewerb junger deutschsprachiger Prosa und Lyrik Sa 5.11. ab 14:00 So 6.11. ab 12:00… Continue Reading „137. Finalisten des 19. open mike“
Heute in Tom Bresemanns Reihe clicktriebe innerhalb von Gregor Koalls Lyrikmail haikuzerstücklung: the air-conditioned nightmare pt. II von Kristoffer Patrick Cornils (*1987) (kommt übrigens in der wohl vor auslieferung stehenden neuen randnummer!) Da auf der Lyrikmailseite noch Hebbel steht, rück ich in der Hoffnung auf… Continue Reading „136. Haikuzerstücklung“
Noch mal Chemnitz: Poet|bewegt – Wettbewerb für junge Literatur Die Jury hat gesprochen. Zehn schafften es ins Finale. Zehn junge Autorinnen und Autoren haben es in die Finalrunde, die 5. Literatur Arena im Chemnitzer Schauspielhaus geschafft. Darunter für Lyrik: Tobias Roth | Berlin |… Continue Reading „134. Poet|bewegt“
„Lumpereien im Chemnitzer Staatsgymnasium“, „Flieg flog … leider nicht“: Mit Schlagzeilen wie diesen eröffneten heute vor 80 Jahren Chemnitzer Nationalsozialisten eine bis dahin beispiellose mediale Hetzjagd gegen einen Schüler der Abiturientenklasse des damals angesehensten Chemnitzer Gymnasiums. Der 18-jährige Helmut Flieg hatte drei Wochen zuvor,… Continue Reading „133. Exportgeschäft“
das muß wohl stimmen, das hört man jetzt öfter: „Ist unser Volk der Reimerchen seit Gottfried Benn im Eimerchen?“ fragte 1965 der paukende Kabarettist Wolfgang Neuss. Fast ein Jahrzehnt nach seinem Tod war Benn noch der Maßstab. Ein paar Jahre später schien er dann… Continue Reading „132. Benn im Eimerchen“
schreibt Georg Kolbe mit rotem Stift auf einen Zettel. In einem Aktenordner hat der Bildhauer alle Gedichte abgeheftet, die ihm Bewunderer gewidmet haben. Solche beiläufigen Notizen finden selten den Weg in die Öffentlichkeit. Das Georg Kolbe Museum hat jetzt* die Idee, den Besuchern einen… Continue Reading „131. „Beginne Gedichte zu hassen“,“
Liebe Demokraten und Nichtauslacher über eigenes Unvermögen Der folgende Text wurde überarbeitet für einen Performancesabend in Weimar und später ein Festival in Minden, zur allgemeinen Aufmunterung über SOZIALE GERECHTIGKEIT und TEILHABE NEU NACHZUDENKEN und WIE DURCHZUSETZEN? Von Rainer Wieczorek Stellen sie sich vor, verehrtes Publikum,… Continue Reading „128. Die Marxstrophe für Anfänger“
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