Kategorie: Asien

96. Adonisröschen

Erst war die Blume – dann ihr Bild – dann wurde das Gedicht gesucht. Das Bild: Adonisröschen in der Ruine der Marienkirche, Efes (Ephesos) am 16.2. 2010. In dieser Kirche soll im Jahre 431 ein Konzil die Frage diskutiert haben, ob Maria Gottesmutter oder… Continue Reading „96. Adonisröschen“

95. Aufstand der Opfer

Zwanzig Morde, so glauben die Familien, hinter denen der „tiefe Staat“ steckt: die Netzwerke und Todesschwadronen selbsternannter Vaterlandsschützer, die in den Katakomben der Republik nisten, seit diese 1923 geboren wurde. Eine solche Schau der Solidarität unter den Opfern hat es noch nie gegeben. Vom… Continue Reading „95. Aufstand der Opfer“

92. Geschlechterapartheid

In ihrem Film „Black Bus“ porträtiert die israelische Regisseurin Anat Yuta Zuria zwei junge Frauen, die in einer ultraorthodoxen Gemeinde aufgewachsen sind und ihr den Rücken kehren: Ich habe einen interessanten muslimisch-feministischen Ausdruck gefunden. Dort war die Rede von „Geschlechterapartheid“. Das fand ich passend.… Continue Reading „92. Geschlechterapartheid“

83. Falsche Freude

Die Imitation von Harmonie, die durch die Anhäufung gleichlautender Buchstaben entsteht, ist eine schlichte und gewöhnliche Täuschung. Ich bin überzeugt davon, dass der Hang zu solchen Täuschungen der Freude geschuldet ist, die sich beim Erleben dieser Harmonie in der Dichtung einstellt. Versteht ein Mensch… Continue Reading „83. Falsche Freude“

69. Meine Anthologie: Wo Gott ist?

Sultan Selim I. Höchste Liebe Fürwahr, es ist so weit mit mir gekommen, Daß, wenn es nicht verruchter Frevel wär, Ich zu ihr spräche, voller Anbetung: „Wo Gott ist? Hier bei dir. Du bist es selbst.“ Hans Bethge: Das türkische Liederbuch. Kelkheim: YinYang Medie… Continue Reading „69. Meine Anthologie: Wo Gott ist?“

55. Jehuda Halevi

Jehuda Halevi ist vor allem als Dichter bekannt, eine der Leuchtgestalten des sogenannten Goldenen Zeitalters des jüdischen Spanien im 11. und 12. Jahrhundert. Aber wenn man Hillel Halkins neues Buch „Jehuda Halevi “ gelesen hat, wird klar, daß Halevi noch bedeutender ist, als seine… Continue Reading „55. Jehuda Halevi“

54. Orhan Veli

Atatürks Republik brachte eine wahre Sprachenvielfalt. Das lateinische Alphabet ersetzte das arabische, das alte Ottomanische wurde von der türkischen Sprache verdrängt, einfacher und jedem verständlich. Orhan Veli wird sich diese neue Epoche wie besessen aneignen, sein „Dilettantenleben“ begann „mit 29 Jahren“. Dilettant in dem… Continue Reading „54. Orhan Veli“

50. Mit Hikmet im Knast

Der türkische Schriftsteller Orhan Kemal wurde als junger Mann während seines Militärdienstes wegen kommunistischer Umtriebe verhaftet. Die Beweislast: Er hatte ein Gedicht seinem Helden Nazım Hikmet gewidmet. Außerdem besaß er ein Buch des sowjetischen Schriftstellers Maxim Gorki und ein paar Zeitungsausschnitte über russische Autoren… Continue Reading „50. Mit Hikmet im Knast“

49. Oratorien

Meine beiden Oratorien haben ja die Geschichten von Nazim Hikmet und Metin Altiok erzählt. Das sind großartige Dichter, die beide aus politischen Gründen größte Schwierigkeiten in der Türkei gehabt haben. Nazim musste das Land verlassen und Altiok wurde von Islamisten ermordet. / Der türkische… Continue Reading „49. Oratorien“

48. Brief an die Kanzlerin

Bereits zur Buchmesse durfte Liao Yiwu nicht ausreisen, jetzt wird ihm der Besuch der „lit.Cologne“ in Köln verwehrt. Der Frankfurter Fischer Verlag hat den Offenen Brief des chinesischen Schriftstellers an Angela Merkel weitergeleitet. Liao Yiwu appelliert darin an die Bundeskanzlerin, ihren Einfluss geltend zu… Continue Reading „48. Brief an die Kanzlerin“

42. Meine Anthologie: Walasse Ting

Der chinesisch-amerikanische Künstler Walasse Ting wurde 1929 in China geboren. Er wuchs in Shanghai auf, 1946 verließ er China, über Hongkong kam er 1952 nach Paris. Auf der Überfahrt, heißt es, lernte er Englisch. In Paris kam er in Kontakt mit Mitgliedern der Künstlergruppe… Continue Reading „42. Meine Anthologie: Walasse Ting“

39. Salon in Bagdad

Am Ende einer Woche, in der es zwei verheerende Bombenanschläge gab, verlässt Ali al-Nidschar das Haus, um über Gedichte zu reden. Mit 60 anderen Gästen drängt sich Nidschar, emeritierter Professor für Landwirtschaft, in die Räume eines literarischen Salons in der Mutanabi-Straße in Bagdad. Es… Continue Reading „39. Salon in Bagdad“

29. Lyrik ist freier

Nirgendwo in China ist die Sehnsucht nach einer unverwechselbaren Sprache ausgeprägter als in der Gegenwartslyrik. In der chinesischen Öffentlichkeit freilich spielt sie allenfalls eine marginale Rolle. Womöglich ist es aber gerade die geringe Publikumsresonanz, die die Leidenschaft, mit der die poetische Spracharbeit betrieben wird,… Continue Reading „29. Lyrik ist freier“

28. „Asien ist weiter“

Eine der streitbarsten und kreativsten Szenen im Internet bilden die Lyriker. Junge Internetlyrik, Poesiefestivals und Spoken-Word-Performer schaukeln sich derzeit gegenseitig hoch. Die Audioplattform Lyrikline machts seit zehn Jahren vor: Hier sind über 5600 Gedichte von 615 Dichtern aus 50 Sprachen hörbar. Lyrik experimentiert. Sogar… Continue Reading „28. „Asien ist weiter““

23. Verboten

Die chinesischen Behörden verweigern dem Autor Liao Yiwu die Ausreise zur Teilname am Literaturfestival in Köln. Die Polizei habe ihn darüber informiert, dass er auf einer Liste von Personen stehe, die nicht ins Ausland reisen dürften, sagte Liao der Deutschen Presse-Agentur. Der 50-jährige Dichter… Continue Reading „23. Verboten“