Form ist Wollust

Ernst Stadler 

(* 11. August 1883 in Colmar, Elsass; † 30. Oktober 1914 bei Zandvoorde nahe Ypern in Belgien)

Form ist Wollust

Form und Riegel mußten erst zerspringen,
Welt durch aufgeschloßne Röhren dringen:
Form ist Wollust, Friede, himmlisches Genügen,
Doch mich reißt es, Ackerschollen umzupflügen.
Form will mich verschnüren und verengen,
Doch ich will mein Sein in alle Weiten drängen –
Form ist klare Härte ohn Erbarmen,
Doch mich treibt es zu den Dumpfen, zu den Armen,
Und in grenzenlosem Michverschenken
Will mich Leben mit Erfüllung tränken.

Aus: Ernst Stadler: Der Aufbruch und Verstreute Gedichte aus den Jahren 1910-1914. Berlin und Weimar: Aufbau, 1983, S. 25.

3 Comments on “Form ist Wollust

  1. Wo genau sehen Sie diese behaupteten Parallelen? Die Kirchenlieddichtung hatte ein Management. Der Expressionismus auch? Wer wäre der Führer des Expressionismus? „Big Benn“ (Jan Wagner)? Metrik ist ja ein Gebrauchsgegenstand, kein Ideologem …

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