Gleich geworden

Rumi

(Dschalāl ad-Dīn Muhammad Rūmī, geboren am 30. September 1207 in Balch, heute in Afghanistan, oder Wachsch bei Qurghonteppa, heute in Tadschikistan; gestorben am 17. Dezember 1273 in Konya, Türkei)

16.

Das spröde Erz ist weich geworden, 
  Weich unter deinem Streich geworden. 
Du hast es ihm nicht fehlen lassen
  An Streichen, bis es weich geworden. 
Das starre Herz war arm voll Hochmut,
  Und ist in Demut reich geworden. 
Du gossest Ström' auf dürre Wüsten,
  Sie sind ein Gartenteich geworden. 
Das Reich der Welt ging in dir unter,
  Und ist zum Himmelreich geworden. 
Der Liebende ward zum Geliebten,
  Der Jünger ist zum Scheich geworden. 
Wir waren ungleich an Begierden
  Und sind in Liebe gleich geworden.

Aus: Friedrich Rückert, Aus den Ghaselen des Mewlana Dschelaleddin Rumi

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: