Gedichtverdacht

Elke Erb

Reim dich, oder ich freß dich

Der Zug ist in den Bahnhof eingefahren.
Das leergetrunkene Glas steht auf dem Tisch.

Den Schutzgöttern gedankt, den römischen Laren!
(Ihr Name, der gesuchte, ist gefunden.)

Den Alten hat man rehabilitiert.
Die Schuldigen jedoch nicht inhaftiert.

Die wurmstichigen Balken sind ersetzt.
Die Nimmermüden können ausruhn jetzt.

Die Wunde ist bestrichen und verbunden.
Was haben wir zum Mittagessen? Fisch.

4.8.1976

Aus: Elke Erb: Gedichtverdacht. Hrsg. Urs Engeler u. Christian Filips. Berlin, Wuischke u. Schupfart: roughbook 048, 2019, S. 5

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: