Netzwerk Lyrik

Pressemitteilung des Netzwerk Lyrik e.V.
13. November 2018

Rund 40 LyrikerInnen, LyrikübersetzerInnen, WissenschaftlerInnen, VeranstalterInnen und Verlage aus dem gesamten Bundesgebiet, aus Österreich und der Schweiz kamen vom 2.-4. November 2018 zur Fachtagung des Netzwerks Lyrik e.V. im „Renthof“ in Kassel zusammen. Sie diskutierten den aktuellen Stellenwert der Lyrik in Deutschland und Möglichkeiten, wie diese Kunstform gestärkt werden kann. Das Netzwerk, das sich im Februar 2018 als Verein, „Netzwerk Lyrik e.V.“, verfasst hat, setzt es sich zum Ziel, Lyrik als eigenständige Kunstform und im Ensemble mit anderen Künsten zu fördern und dadurch der Lyrik wieder mehr Gewicht und Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit zu geben. Ein zentrales Anliegen zur Förderung von Lyrik als Kunst ist die Stärkung von LyrikerInnen, ÜbersetzerInnen, LyrikvermittlerInnen und -veranstalterInnen unter Einbeziehung der universitären Bereiche, der schulischen und außerschulischen Bildung und aller Medien.

„Lyrik ist eine Kunstgattung, die ebenso wie andere Kunstgattungen von ausgebildeten, spezialisierten, hochprofessionalisierten Menschen ausgeführt werden muss. Es sollte die Voraussetzung geschaffen werden, dass die Menschen auch davon leben können.“, forderte Kassels Kulturdezernentin und Leiterin der GRIMMWELT Kassel, Susanne Völker, die das „Netzwerk Lyrik e.V.“ am Samstag empfing.

Der Tagung vorangegangen war eine 2017 bundesweit durchgeführte Studie zu den Einkommensverhältnissen der DichterInnen in Deutschland. Die Studie legt dar, dass die Einkommenssituation als „schwierig“ bis „prekär“ einzuschätzen ist. Ein „Aufgaben- und Forderungskatalog“ für den gesamten Bereich Lyrik wurde erstellt und Positionspapiere erarbeitet.

Auf der Fachtagung wurden an drei aufeinanderfolgenden Tagen verschiedene Zielsetzungen und Positionspapiere erarbeitet:

Unter anderem:

Lyrik im Kontext der Medialität und Digitalisierung
Die rasante Entwicklung der Informationstechnologien eröffnet neue Chancen und Herausforderungen für die Lyrik – sowohl für ihre radikale Erweiterung als auch für ihre Möglichkeit, digitale Medienkultur künstlerisch kritisch zu reflektieren. Der erarbeitete Forderungskatalog erstreckt sich entsprechend von der Förderung innovativer multimodaler Produktions- und Präsentationsformen über das Engagement in Kulturredaktionen und Rundfunkräten für mehr Durchlässigkeit von Rundfunk und Fernsehen für Lyrik bis hin zur Förderung der digitalen Vernetzung und Archivierung historischer und aktueller Erscheinungen von Lyrik.

Stärkung der Lyrik an Universitäten
Im Bereich der universitären Hochschulbildung wird die Frage nach dem aktuellen Stellenwert der Lyrik, insbesondere durch den „Bologna-Prozess“, aufgeworfen und kritisch gewertet. Eine Verbesserung der Sichtbarkeit von Lyrik, die Förderung der universitären Ausbildung von Lehrkräften und eine gezieltere Erforschung von Lyrik an den Hochschulen wird gefordert.

Förderung der schulischen und außerschulischen Poetischen Bildung
Lyrik, insbesondere Gegenwartslyrik, muss (wieder) Einzug in den Schulunterricht halten. Unterrichtsmaterialien und digitale Medien gilt es kontinuierlich dafür weiterzuentwickeln. Lehrkräfte sind gezielt dafür auszubilden. Ebenso wird das Schaffen von Begegnungsräumen und Bildungsangeboten im außerschulischen Bereich sowie die Förderung von Kindern und Jugendlichen angestrebt. Auch die Kunstform der Lyrik bedarf eigener und geeigneter Nachwuchsförderung.

Die Fachtagung wurde dankenswerterweise gefördert durch Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Integriert in die Fachtagung war die Mitgliederversammlung des „Netzwerk Lyrik e.V.“ und die Wahl seines Vorstands.

Der Verein hat seinen Sitz im Haus für Poesie in Berlin.
Vorstandsmitglieder sind Dr. Thomas Wohlfahrt , 1. Vorsitzender (Leiter Haus für Poesie), Claudia Maaß , 2. Vorsitzende (Didaktikerin), Dr. Friedrich W. Block (geschäftsführender Kurator der Stiftung Brückner-Kühner, Leitung Kasseler Kunsttempel), Özlem Özgül Dündar (Dichterin, Übersetzerin), Dr. PD Burkhard Meyer-Sickendieck (FU Berlin, Leiter einer VW-Forschergruppe im Bereich Digitale Geisteswissenschaften), Karla Montasser (Dichterin, Leitung Poetische Bildung Haus für Poesie), José Oliver (Schriftsteller, Mitbegründer der Schreibwerkstätten für Schulen und Gründer des Literaturfestes Hausacher LeseLenz), Hendrik Jackson (Dichter, Akademie zur Lyrikkritik, lyrikkritik.de), Saskia Warzecha (Dichterin und Computerlinguistin).

Für Rückfragen, Informationen und zur Interviewvermittlung
Netzwerk Lyrik e.V.
c/o Haus für Poesie
Anika Andreßen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 030. 48 52 45 33
E-Mail: presse@haus-fuer-poesie.org

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