Die Lyrik und der Krieg

Der Krieg, er ist aufregender als Lyrik, denke ich, erschrecke kurz vor dem Gedanken und warte angespannt-gespannt auf das erste Gespräch. Die ukrainischen Dichter Jurij Izdryk, Serhij Zhadan und Juri Andruchowytsch sprechen mit der russischen Poetin Elena Fanajlowa. Zwischen einigen Klischees („Der Krieg ist mit allem verbunden“, „Kultur ist machtlos“) kommt es zu einem kleinen Fast-Streit. Mein Kugelschreiber macht aufgeregt Notizen, während die Russin ihre Lippen provokant verzieht und sagt, dass sie es interessanter fände, wenn hier an ihrer Stelle ein richtig böser Russe sitzen würde, wie Zakhar Prilepin, Nationalist, Novellist und Ziehsohn Eduard Limonows. Nein, ein Gespräch zwischen Opfer und Aggressor wäre unmoralisch, sagt Zhadan. Die Ukraine müsse aufhören, sich als ein Opfer zu betrachten, der Krieg herrsche im Osten von Europa, schmettern Zhadan die provokanten Lippen von Fanajlowa entgegen.

(…)

Auf einmal macht mein Stift kritikermäßige Notizen, Notizen über Lyrik. Zum Beispiel über die Gedichte der jungen Ukrainerin Alina Dowschenko, sie schreibt nicht affektiert, nicht mädchenmäßig über einen Mann, der sie, ein Mädchen, liest und liebt. / Anna Prizkau über das Lyrikfestival „Meridian Czernowitz“, FAS 13.9.

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