Jung und frech

Wer in die Hölle kommt und wer in den Himmel, das entscheidet ER – Dante nämlich, vor 750 Jahren geboren und Leitstern von Friedrich Christian Delius, der dem großen italienischen Dichter in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG ausführlich huldigen darf. Das macht der Schriftsteller und Büchner-Preisträger Delius so begeistert und mitreißend, dass man die ungelesene, angelesene, achtel- oder halbgelesene Göttliche Komödie sofort aus dem Bücherregal ziehen, den Staub wegpusten und loslegen möchte. Das muss ein Feuilleton erstmal hinkriegen!

Dabei bekennt Delius beruhigenderweise, dass auch er sich an den Übervater der italienischen Literatur erst so nach und nach herangerobbt hat, bis er begriff:

„Hier schreibt der frechste Dichter aller Zeiten“. 

Ob Himmel, Hölle oder Vorhölle – Dante sortiert selbst, wen er schmoren lässt und arbeitet dem Jüngsten Gericht schon mal vor. Allein sechs Päpste hat der Dichter um 1300 erlebt – „fünf verurteilt er zur Hölle, einen zur Vorhölle.“

Nicht auszudenken, welche Eiferer heute jemand auf den Plan riefe, wenn er’s dem vor 750 Jahren geborenen Dante irgendwie nachtäte. Friedrich Christian Delius macht in der FAZ jedenfalls neue Lust auf ein uraltes Buch und einen ewig jungen Dichter. / Ulrike Timm, DLR

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