48. Artists and Poets

Von 12.02. bis 12.04. 2015 in der Secession (Wien)

Ugo Rondinone ist nicht nur einer der international renommiertesten zeitgenössischen Schweizer Künstler, er ist zudem in den letzten Jahren überaus erfolgreich als Kurator in Erscheinung getreten, wobei er seine kuratorischen Projekte in erster Linie als Erweiterung seiner künstlerischen Praxis versteht.

Artists and Poets ist nach the third mind (Palais de Tokyo, Paris, 2007) und the spirit level (Gladstone Gallery, New York, 2011) die dritte Ausstellung, die Rondinone im weitesten Sinne der Beziehung zwischen Kunst und Lyrik widmet und mit der er seiner Überzeugung von der spirituellen und transzen-dentalen Macht der Kunst Ausdruck verleiht. Indem er die Begriffe „Künstler“ und „Dichter“ mit großer Selbstverständlichkeit zusammenbringt, betont Rondinone das Gemeinsame ihrer beiden Tätigkeitsfelder, getragen von dem festen Glauben, dass schöpferische Leistung – sei es in Form eines Gedichts, einer Skulptur oder eines Gemäldes – etwas im Menschen bewirken kann.

(Fast) vergeblich sucht man allerdings in Artists and Poets eine „wörtliche“ Verbindung zum Titel. Mit Ausnahme von John Giornos Dial-A-Poem gibt es in der Ausstellung weder Werke Konkreter Poesie noch andere sprach- und textbezogene Arbeiten. Rondinone postuliert einmal mehr, dass Kunstwerke – wie Gedichte – gefühlt und intuitiv verstanden werden können und keiner vorgefertigten Interpretation bedürfen.

Jede Erklärung reduziert das Gedicht und das Kunstwerk auf das Sagbare, wo jedes Gedicht und jedes Kunstwerk grundsätzlich das Unsagbare umfasst.

Mit Werken von Justin Matherly, Bob Law, Michaela Eichwald, Giorgio Griffa, Fritz Panzer, Gerwald Rockenschaub, Heimo Zobernig, Donald Evans, Andra Ursuta, Michael Williams, Fritz Hartlauer, Tamuna Sirbiladze, Andrew Lord, Gustav Klimt und John Giorno.

(…)

Mit Artists and Poets bezieht sich Rondinone auch auf einen lokalen Kontext, hat er doch von 1986 bis 1990 an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien studiert und daher ein besonderes Verhältnis zur Stadt. In diesem Sinne wird auch die Poesieinstallation Dial-A-Poem des US-amerikanischen Performancekünstlers und Poeten John Giorno für die Ausstellung adaptiert – in Kooperation mit der Wiener Schule für Dichtung wird dieser besondere „Telefonservice“ mit 30 Gedichten österreichischer AutorInnen bespielt. Dial-A-Poem ist ab dem ersten Ausstellungstag über die Wiener Festnetznummer +43 (0)1 585 04 33 abrufbar.

/ Österreich Journal

Allgemeine Informationen:
http://www.secession.at

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