40. Laudatio

Aus der Laudatio von Marion Poschmann zum Lyrikpreis des open mike für Robert Stripling:

Wir haben uns für Gedichte entscheiden, die nichts Geringeres unternehmen, als die Welt auf ihren Wirklichkeitsgehalt hin zu befragen; die das Ich, das lyrische Ich, nicht als Selbstverständlichkeit nehmen, sondern seine Position immer wieder überprüfen; Texte, in denen die Sprache als Erkenntnisinstrument eingesetzt wird; mit einem Wort: Dichtung.

Es sind ruhige, sensible Texte, deren Rhythmus von Floralem geprägt ist, von der sanften Bewegung der Pflanzen; Texte, die den weiten Raum eines Bewusstseins eröffnen, in dem eine ganze Welt Platz findet: Rehkitze, Packeis, Mammutfüße, der Gürtel des Orion.

Dazu die Information:

Wir haben sieben sehr unterschiedliche Texte gehört und mehrere in Erwägung gezogen. Es gab in der Jury eine starke Stimme für Gedichte, die sich nicht durchsetzen konnten, die von Özlem Özgül Dündar.

(Ein wenig) mehr hier

Live-Kritik von Elena Philipp zu Özlem Özgül Dündar hier

 

3 Comments on “40. Laudatio

  1. Sind »Rehkitze, Packeis, Mammutfüße« womöglich ein unterschwelliger Wink mit Benns »Gräsern und Nüssen und Fliegen«?

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  2. ich wär mal gespannt und könnte ich, ich würde es sponsern:
    eine doppeljury

    und wie die berufenen, bekannte(ren) vertreter urteilen
    sowie im vergleich eine gleich große auswahl unbekannterer, marginalisierter etc. aber nicht laien, konservative usw.,
    die mir genauso, zumindest ausreichedn kompetent erscheinen
    und womöglich noch einen anderen überblick akumuliert haben;

    von denen ich (wann + für wo immer) einige namen parat hätte
    in aller unterschieldichkeit auch

    und was sich da überschneiden würde, was wie dastehen und wie die (dann getrennt zu erfolgende) argumentation aussähe!

    wär doch mal versuch wert, so ein experiment, oder?

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  3. schon beim ersten mal stockte ich an dieser stelle: „Wir haben uns für Gedichte entscheiden, die nichts Geringeres unternehmen, als die Welt auf ihren Wirklichkeitsgehalt hin zu befragen“ – war es nicht so, daß man die Gedichte danach befragte resp. danach, wie sie damit umgehen usw.? Oder war das nur früher so, und im 21. Jahrhundert klopfen wir die Welt darauf hin ab, ob es noch die reale oder vielleicht lediglich eine Vorspiegelung, ein Surrogat …

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