35. Sieg der Poesie

In seiner Heimat Frankreich ist der Romancier Patrick Modiano, der am Donnerstag mit dem Literaturnobelpreis geehrt wurde, längst ein Literaturstar. In Deutschland blieb der ganz große Erfolg für den 69-Jährigen bislang aus – obschon in den 80er-Jahren Peter Handke die erste Übersetzung eines Werkes besorgte. (…)

Die melancholische Rückschau, die Trauer um längst Zurückliegendes prägt seine Romane, die nun von der Schwedischen Akademie als „sehr elegant“ gelobt wurden: Der Preis ist auch als Sieg der Poesie über das Politische oder vermeintlich historisch Gebotene zu verstehen.

Literatur-Nobelpreis 2014 geht an Franzosen Patrick Modiano | DerWesten – Lesen Sie mehr hier.

Alles über (nein, das bestimmt nicht) – mehr über Modiano entnehmen Sie den Medien. Hier eine Nebensache und zwei Trivia.

Nebensache

Außer Romanen schrieb Patrick Modiano auch einige Chansons, die von Hugues de Courson vertont und u.a. von Françoise Hardy und Mona Heftre gesungen wurden.

Françoise Hardy sang 1968 „Étonnez-moi Benoît… !“ – hier der Anfang des Textes:
Étonnez-moi, Benoît
Marchez sur les mains,
Avalez des pommes de pin, Benoît
Des abricots et des poires
Et des lames de rasoir
Étonnez-moi !

Étonnez-moi, Benoît
Faites la grand-roue
Le gros méchant loup, Benoît
Faites le grand fou
Faites les yeux doux
Étonnez-moi !

{Refrain:}
Étonnez-moi
Car de vous à moi
Cela ne peut pas, cela ne peut pas
Durer comme ça
Car de vous à moi
C’est fou ce qu’on s’ennuie, tu sais

Trivia

1

2004 veröffentlichte Vincent Delerm auf seinem zweiten Album, Kensington Square, ein Chanson mit dem Titel Le Baiser Modiano (Der Modiano-Kuß).  Es geht um die Erinnerung an einen Kuß an einem Tag, an dem die Liebenden Modiano über den Weg gelaufen sind, in einer Gegend von Paris, wie sie in Modianos Romanen vorkommt.

2

Erinnerung seiner Ehefrau Dominique Zehrfuss, die er am 12. September 1970 geheiratet hat:

„Unser Hochzeitstag war katastrophal. Es regnete. Ein wahrer Alptraum. Unsere Trauzeugen waren Raymond Queneau, der Patrick seit seiner Jugend  protegiert hatte, und André Malraux, ein Freund meines Vaters. Sie fingen an, über Dubuffet zu streiten, es war wie vor einem Tennis-Match. Es hätte gute Fotos gegeben, aber die einzige Person, die einen Fotoapparat dabei hatte, hatte den Farbfilm vergessen.“*

*) Ich gebe zu, das mit dem Farbfilm habe ich dazuerfunden. Es könnte auch ein Schwarzweißfilm gewesen sein. M.G.

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