37. Warten auf die Barbaren

Es ist eines der berühmtesten Gedichte des 20. Jahrhunderts, unzählige Male in zahllose Sprachen übersetzt, immer wieder analysiert und in literarischen Titeln aufgegriffen. Konstantinos Kavafis’ „Warten auf die Barbaren“ suggeriert indes nicht, dass die Schreckgestalten seines Titels nur eine erfundene Gefahr seien, wie oft irrtümlich angenommen. Was soll das Gedränge am Forum? / Die Barbaren werden heute erwartet, beginnt es in der deutschen Übersetzung von Olga Martynova. Warum beschließen die Senatoren keine Gesetze? / Wozu denn? Die Barbaren werden ihre Gesetze erlassen. // Was hat der Kaiser so feierlich in der Frühe auf seinem Thron zu suchen? / Oh, er erwartet den Führer der Barbaren, um ihn mit Titeln zu ehren.

Warum eilt das Volk verwirrt und erschrocken nach Hause? / Späher sind von den Grenzen zurückgekommen und sagten: / Es gibt weit und breit keine Barbaren. // Wie werden wir nun leben ohne die Barbaren? / In der Tat. Sie waren uns Erklärung, Hoffnung und Rechtfertigung / Oleg Jurjew, Tagesspiegel

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