1. Schicksalsgemeinschaft

[Nadeschda] Mandelstams ungeschönte Darstellung lässt auch die weniger schmeichelhaften Züge der Dichterin – Jähzorn, Eifersucht, Rechthaberei und Unbarmherzigkeit im Urteil – nicht aus. Ebenso wenig wie die offensichtliche Eifersucht der Achmatowa-Ehemänner auf ihr Talent. Weitere Gedanken zielen ab auf die „Schicksalsgemeinschaft“ der Akmeisten-Dichter, zu der neben Achmatowa auch Ossip Mandelstam und Nikolaj Gumiljow gehörten, zu dem Programm, mit dem sich diese Gruppe vom Symbolismus abgrenzte, und zu den gewissermaßen oppositionellen Futuristen. Anders als der Freundeskreis um Mandelstam und Achmatowa, der sich von Angst und Scham nicht beherrschen lassen wollte, verzweifelte mancher an seinem Schicksal. Die Dichterin Marina Zwetajewa, von Achmatowa mehrfach als ihre „Doppelgängerin“ bezeichnet, brachte sich 1941 um, da ihr Mann und ihre Tochter inhaftiert worden waren. / JUDITH LEISTER, FAZ 31.8. (noch bei buecher.de)

Nadeschda Mandelstam: „Erinnerungen an Anna Achmatowa.“
Aus dem Russischen von Christiane Körner. Suhrkamp Verlag, Berlin 2011. 206 S., geb., 18,90 [Euro].

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