111. Glaube und Ungewissheit

In seinem sechsten Gedichtband baut Christian Lehnert seine mystischen Klang-Kathedralen zu wohnlichen Gebets-Hütten um. … Lehnerts „Aufkommender Atem“ bewegt sich in melodiösen Rhythmen um die Themen Anfang und Ende, Wahrheit und Gott.

Christian Lehnert: Aufkommender Atem. Suhrkamp, Berlin. 99 S., 19,90 Euro.

Volker Sielaff nähert sich den großen Fragen behutsam: „Jemand sollte jeder Theorie mistrauen, die nicht / aus einem Flüstern kommt, aus einem Knistern.“ In diesen Versen knistert es intensiv: Alle sind Expeditionen ins Ungewisse. Silbe für Silbe tastet sich Sielaff voran – an Wörter wie „Seele“ zum Beispiel, „die einem nie ganz aufgehen“.

Volker Sielaff: Selbstporträt mit Zwerg. Luxbooks, Wiesbaden. 120 S., 22 Euro.

Im Unsichtbaren sind wir aufgehoben“, endet eines der frühen Gedichte der Tanja Dückers. Dennoch gehört die 1968 geborene Autorin nicht zu den religiös oder philosophisch orientierten Poeten. Schon ihren ersten Lyrikband „Luftpost“ (2001) schickte sie nicht in den Äther, sondern in Straßen zwischen Berlin und Barcelona. Fliegen, Atmen und Gehen hieß schon damals Nicht-Einverstanden-Sein mit der gesellschaftlichen Realität.

Tanja Dückers: Fundbüros und Verstecke. Schöffling & Co., Frankfurt/M. 104 S., 18,95 Euro.

/ Dorothea von Törne, Die Welt 25.2.

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