106. Trojanisches Pferd

In der Tat sind seine Gedichte trojanische Pferde, in deren Bäuchen kühne Metaphern versteckt sind, die anarchische Spannungen und Nervenschichten aufleben lassen. Mit dieser Kriegslist demonstriert Popp die Macht der Poesie: »Das Gedicht«, sagt er, »ist in seiner Lebensferne nichts anderes als eben unser Bemühen um dieses Leben.« »Risse gehen durch alles«, heißt es in einem Gedicht, »und nur das Licht geht durch die Risse«. Nicht weniger als diesem alle Zeiten und Räume Durchdringenden spürt Popp nach, mittels Postkarten aus der Sternenstadt kommuniziert er mit den Toten, er legt Drainagen zu Kindheitserinnerungen und zelebriert doch immer die Gegenwart: »Ich wollte immer genau sein, genau // hier«, heißt es im selben Gedicht. Dass er jetzt und genau hier ist, darüber bin ich froh. / Wiebke Schuldt, litlog

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: