70. 02. Transklinischer Ticker / Posttraumatische Poesie? Nur ein neuropoelitischer Streich: „PLANET DER ADLIGEN AFFEN“

G&GN-INSTITUT NEUKÖLLE HELAAF / Im Angesichte des permatraumatischen Weltzustandes ist es wohl müßig, nach dem Sinn & Zweck politischer Gedichte zu fragen: Sie bewirken nichts oder zumindest NICHT GENUG („sogar“ Ginsberg konnte die Welt nicht retten), müssen aber trotzdem geschrieben werden, wenn/weil sie seelisch „einfach“ passieren! Im Rahmen seiner „fortgeschrittenen“ Schreibtherapie konnte Herr De Toys nicht verhindern, daß folgende Verse mit Querverweisen auf zwei bereits vorhandene Texte auf ihn niederprasselten, Widerstand war zwecklos…

Tom de Toys, 15.3.2011
(für H.Hübsch, K.Pohl, T.Kunst und H.ToussainT)

PLANET DER ADLIGEN AFFEN
(NEUROPOELITISCHER STREICH)

EIGENTLICH hätte ich an dieser stelle
so richtige lust ein radikales gedicht
zu schreiben in dem ich mich selber
in jeder zeile zitiere um nicht auf
inspirationen zu warten während
woanders millionen unschuldige daran
krepieren daß keiner was ändert bevor
das PASSIERT was uns in einem jahr
von der heiligen filmindustrie als
brandneuer nervenkitzel verkauft wird
um von den einnahmen überdimensionale
grabsteine auf überdimensionalen
betonflächen zu bauen mit inschriften
wie dieser die jedem das wasser wie
säure in die geschminkten augen treibt:

DIE NATUR IST GRAUSAMER ALS
JEDE LITERATUR KEIN WORT KANN
DIE PHYSIK ÄNDERN KEIN TEXT
KANN DEN OZEAN ZÄHMEN

das herz steht fast für 1 sekunde still
und der zuschauer schluckt und dann
schaltet er schnell auf den pornokanal
um sich von seiner eigenen zukunft nur
1 weitere nacht nur 1 einzige nochmal
abzulenken und blättert im foto-album
mit all den omas, opas, onkeln, tanten,
schwestern, brüdern, kindern, enkeln,
eltern, freunden, halbverwandten alle
tot und nie mehr lebend alle ausradiert
und nie mehr da – die straßen leer die
klingelschilder ausgetauscht die möbel
stehen jetzt in fremden häusern aber
wir: wir hatten glück wir sind die alten
die die noch nicht tot sind die noch leben
die noch denken dichten fühlen schreiben
können wenn sie wollen wenn sie spüren
könnten wie verdammt tief dieser schmerz
uns in der mitte direkt in der SEELE trifft
und einen urschrei in den zellen zeugt der
nie mehr nie nie nie verstummt und nie mehr
irgendeinen präsident beim wort nimmt
denn wir leben auf wir leben auf wir
leben auf dem legendären trunkenen planet
der superadligen doppelplusoberaffen wo
alle oberhäupter sich in ihrem selbst
verstrahlten urlaubsdomizil am garantiert
tsunami-echten whirlpool sonnen und nur
darauf warten daß die massenmedien einen
besseren skandal zur kundenwerbung finden
und der abgrund immer wieder zugeschüttet
werden kann die endlosgrube wird gefüttert
dieser schlund aus billiger vergesslichkeit
im hinterschädel dieses schwarze loch der
dumpfheit trägheit selbstgenügsamkeit die
lieber wartet bis es wieder wieder und wieder
passiert was von der heiligen filmindustrie
schon nächstes jahr als nervenkitzel…
aber wir sind NICHT ohnmächtig wir sind nur
der eigenen hypnose als gefährlichste natur-
gewalt in unseren gehirnen ausgeliefert wir
sind die die retten könnten was zu retten ist
wir sind diejenigen die sogar schlimmeres
vermeiden und vorbeugen könnten wenn wir
diesen schmerz nicht erst im nachhinein im
nachhinein im nach und nach hinein hinein
in unser herz hinein nicht erst im nachhinein
nachlassen lassen sondern JETZT in dem moment
wenn wir die lüge spüren und die lage noch
nicht aussichtslos gesetze ändern weil die
seele vollbewußt die seite wechselt aus dem
totenreich des alltagsfanatismus hin zur
gegenwart der gegenwart der gegenwart der
gegenwart der gegengegen gegenwart und gegen
wart und wart das gegenwort zur gegentat

(c) Erstveröffentlichung als „Schmer-ZEN“-Jubiläumsteil 20 (V.10: 15.3.11)
QUELLE: http://poemie.jimdo.com/therapietrip/20-fortsetzung/

ORIGINALAUSZÜGE & QUELLEN DER BEIDEN ZITIERTEN QUERVERWEISE:

1)

„(…) das denken / das gehetzte / denkt nur weitere verletzte / / oh wie er sich / doch verschätzte / als er sprach und dabei / nur die lügen weiterdachte / nach und nach / die möglichkeit vergaß / der dummheit frei zu widersprechen / / MIT DEM GEGENWORT / / trotz alltagsstreß / und freizeitspaß / spürst du / daß etwas anders läuft / seit dieser traum sich angehäuft / im raum gebiert / geschützt / mit offenen gefühlen / urgewärmt (…)“

De Toys, in: FRÜHLINGSSCHOCK (22.4.1994)
(c) Erstveröffentlichung im vergriffenen Frühwerksquerschnitt:
„DIE WELT ALS SCHOCK UND ERWEITERTE TATSACHE“ (G&GN 1995);
wiederveröffentlicht 2008 (und jetzt als kostenloses PDF!) in:
„WARUM HAST DU NICHT ZUR ANDEREN SEITE GESCHAUT?“
NEUE DOWNLOAD-QUELLE: http://poemie.jimdo.com/neuropoesie/

2)

„(…) die natur ist grausamer als jede literatur. kein wort kann die physik ändern. kein text kann den ozean zähmen. der hai frißt alle gedichte. das wasser ertränkt jeden text. zwei hefeweizen sind genug, um nach hause zu kommen. die bar ist total verqualmt. die klamotten werden später stinken. Katrins neuer fortsetzungsroman, zweites kapitel. Kai Pohl heißt jetzt für mich ‚Kein Pardon‘, sein langgedicht war das highlight des abends. highlight heißt jetzt höhensonne oder ‚LSD light‘. höhensonne heißt jetzt hitzeschlag. hitzeschlag heißt jetzt ‚hit the beat‘. hitthebeat heißt eigentlich GINSBERG IST HÜBSCH. hübsch heißt eigentlich heilig. heilig heißt eigentlich geheilt. geheilt heißt eigentlich entlassen. entlassen heißt eigentlich frei. frei heißt eigentlich vogelfrei. vogelfrei heißt eigentlich sichere flugroute. ‚LSD light‘ heißt im grunde verheirateter szenetourist. der Prenzlauer Berg liegt mitten in Neukölln. Neukölln heißt eigentlich NICHTS NEUES AUS NEUKÖLLN. nichts neues heißt eigentlich ewigkeit. also ist Neukölln das paradies auf erden. paradiese kennen keine dunkelziffer. dunkelziffer heißt jetzt schwarzes loch. (…)“

De Toys, in: „Therapietrip: DAS DURCHLEUCHTEN DER MATERIE“, Teil 13 (V.01: 8.2.2011) – QUELLE:
http://knk.punapau.dyndns.org/publisher/site/knk/public/obj/page.php?obj=12784

(c) Gedruckte Erstveröffentlichung in abgewandelter Form *eingebettet bei:
„DAS KÄNGURU VON SONIC YOUTH“ von Kai Pohl
*(eingebettet heißt jetzt angeglichen heißt jetzt zugeschnitten heißt jetzt maßgeschneidert heißt ja EIGENTLICH wie angegossen heißt jetzt lektoriert soll heißen: lesbar gemacht – SOLL HEIßEN: druckreif vom original abweichend könnte bedeuten zielgruppengerecht)

18 Comments on “70. 02. Transklinischer Ticker / Posttraumatische Poesie? Nur ein neuropoelitischer Streich: „PLANET DER ADLIGEN AFFEN“

  1. wow, echt coooooooooooool! DAS würde ich ja zu gerne als zweiten gastbeitrag für http://www.politlyrik.de übernehmen! wäre das ok für dich, lieber kai? es käme dann hier hin: http://poemie.jimdo.com/neuropoesie/poemie-extase-statt-elite/gastbeitrag-kai-pohl-durchgeknallte-materie/ – und ich würde noch passende fotos raussuchen, die dein gedicht dort „garnieren“, wenns recht ist? HELAAF!!! HELAAF!!! HELAAF!!! aus eller süüüüüüüd

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  2. Durchgeknallte Materie

    für Tom de Toys

    ich bin der sohn, und ich bin der vater
    das wort ist ein index vom zustand der welt
    die erde, ein bedrohtes touristenparadies
    erlebt ihren letzten sommer

    der mensch, gerade noch gewärtig
    für alle zukunft sich hier einzurichten
    als wäre der remix aus gebrochenen
    versprechen & gebrochenen knochen
    ein halbwegs erträglicher ort, dieser mensch
    ist selbst tourist im paradies, seine zukunft
    ein gedicht, das sich in jeder zeile selbst zerstört

    die ein für allemal unerträglich gewordene rede
    setzt endgültig die lust frei, sich mit jedem wort
    neu zu erfinden und nicht auf inspirationen zu warten
    wie auf das upgrade für den nervenkitzel

    monstertrucker sind müllkutscher & modeboutiquen
    schlimmer als sackratten. blecherektionen
    so lang wie der atem der jungverstorbenen diva
    versenken poetische ökonomik in gefluteten tiefgaragen

    die revolution ist ein alien, das steht schon mal fest
    und siehe, es naht ein vollkommenes regime
    auf das kein regen fällt, so wahr ich sohn & vater bin

    (Mit Anleihen bei Walter Benjamin, Alexander Gumz, Jonis Hartmann und Robert Mießner.)

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  3. tja, was ist politische lyrik, immer wieder hat der gleichnamige ticker hochkonjunktur… mein neuer beitrag zu der debatte:
    http://poemie.jimdo.com/pseudonyme/bruno-brachland/nr-40-neuroplastischer-kitsch/
    = Bruno Brachland Nr.40, 21.6.-2.7.2011: „NEUROPLASTISCHER KITSCH FÜR ASTROMATOFORM EINGEWEIHTE“

    und dazu die ergänzung des vorwortes auf http://www.POLITLYRIK.de
    = „(…) Dürfen politische Elemente mit anderen Themen wie Liebe & Spiritualität vermischt werden? Sollte man das dann ein „unreines“ Politgedicht nennen? (…)“

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  4. „Deswegen würde ich das Schweigen nie mit einem Schwarzen Loch assoziieren.“ ICH AUCH NICHT! ich sprach vom RAHMENLOSEN lochismuß, der das GRUNDLOSE schweigen zeugt. bitte genau lesen!!! DANKE

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  5. Neulich las ich in dem Buch >>Bodenlos oder Ein gelbes Mädchen läuft rückwärts<<:
    „Wenn du dich am Rand eines Schwarzen Loches aufhältst, steht die Zeit, genauso wie das nach außen strebende Licht, still. Deine Zukunft liegt völlig innerhalb des Schwarzen Loches.“
    Und ein wenig später den schönen Satz: „Zukunft hat eine gewisse Neigung zur Seite hin.“
    Wenn ich dann noch das hinzudenke:

    „jeder muss doch spüren,
    dass neben seinem wissen
    sofort das unendliche
    schwarze unwissen liegt.“

    , dann hab ich vielleicht eine ungefähre Ahnung oder auch nicht.
    Trotzdem. In meinem Kopf denk ich die „bösen Farben“ genau andersrum:

    „Zeit ist der Vorname der Farbe Weiß.“ (Botho Strauss)

    Ich kann nicht anders. Weiß ist die gefährlichere in meinem Kopf.
    Oder mit Gerald Eckert, dessen Gedanken zu seinem „Lichtgeschwärzten“ in etwa sind: Schwarz ist die Konzentration aller Farben, Weiß die Abwesenheit aller. „Das Nichts ist nicht Nichts sondern die Abwesenheit von Etwas“.
    Deswegen würde ich das Schweigen nie mit einem Schwarzen Loch assoziieren. Dessen Sogkraft und Konzentrationswille ist mir im Gegenteil äußerst „sympathisch“.

    So, genug gefaselt von Dingen, die ich nicht fasse.

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  6. Lieber Tom. Mein ehemaliger Mentor lehrte mich einst: „Mensch christiane. Deine forschheit steht deinem kopf im weg. Texte müssen nicht geschrieben werden. Sie sind doch auch rezipientendolche.“ Soviel sei Ihnen von mir im Vorbeilaufen zugerufen. Später mehr. Wenn Zeit und Worte auf meiner Seite sind. Jetzt bin ich zu betrunken von den letzten Stunden. Und ja. Glücklich.

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    • nun habe ich mir also die ganze mühe des sietZENs umsonst gemacht und bin mit einem glücklichen menschen per du! wie schön! wer kann das heutzutage von sich schon behaupten 😛 und im „vorbeisurfen“ rufe ich zurück: „TEXTE MÜSSEN SOWIESO NICHT GESCHRIEBEN WERDEN – DAS TUN DIE OHNEDIES VON ALLEINE!“ jedenfall bei mir: ich „empfange“ die gedichte irgendwie, und versuche sie bis aufs letzte wort korrekt mitzuschreiben. das klingt zwar für manch einen „seriösen“ l&poe-leser wieder total esoterisch (hahahaha, ich lach mich schlapp über die eindimensionalität der angsthasen!), ist aber bei vielen autoren so gewesen, jaja, bei viiel berühmteren als ich es je sein werde 😉 übrigens sind ihre, ach quatsch, DEINE betrunkenen zeilen ein wunderschöner beweis, daß ein klarer geist IMMER klar bleibt, ganz gleich, wieviel er intus hat! ES LEBE DER AUTOMENTORISMUS! HOCH HOCH HOCH!!! und nebenbei mit panzerfaust auf die verfluchten kirchenglocken: WUUUUUUUUUMMMMM…….. BLOOOOOOOOOOOOOONG!!!!!!!!!!!! WWWWWWWWWWWWWWWWWWRUMMMMMMMMMMSSSSSSSSSSS —– kann man denn noch nichtmal an einem feiertag lange schlafen? RELIGION = TOTAL(ITÄR)ER NEUROSMOG und der brüller im intergalaktischen fernsehen, sowas kennen die aliens nicht, das erhöht immer die einschaltquoten außerhalb unserer galaxie!!! ding dong ding dong / ein zen-koan: warum kann gott trotz des lärms der kirchenglocken schlafen?

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      • Lieber Tom,
        wie vieldeutig ein Satz nur sein kann…
        „Texte müssen nicht geschrieben werden.“
        Mir fallen verschiedenste Ansätze dazu ein:
        => Denn: „Stärker als jeder Zwang ist die Kunst.“
        Oder
        => Denn: „Da wo ein Text steht, hat die Wirklichkeit ein Loch.“
        oder
        => Denn:„Literatur nimmt die Wirklichkeit vorweg.“
        oder
        => Denn: „Natürlich wird man sprechend im Gegensatz zu schreibend immer alles vergeblich sagen, aber DIESE Sätze sind keine Prahlerei sondern deutlich Gefühltes.“ [mündlich vorgetragen]
        oder
        => Denn: „sie setzt[en]
        Wundgelesenes über“

        Man könnte diese Liste fortführen… In Bezug auf Dich wollte ich wohl auf einen hier nicht aufgeführten Punkt hinaus, dass die „Echtheit“ eines Gedichts nicht von seiner Rezeptionsweise her bestimmt werden muss.

        (ob ich nun noch zuletzt gestehe, dass „leben“ mit besser gefallen hätte?)

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      • erst durch das wort „WUNDER“ erfüllt das sonett seinen transreligiösen anspruch im sinne des lochismuß! du mußt verstehen, daß mein lebens(neuro)philosophischer background von solchen büchern wie „GOTT UND DIE MODERNE PHYSIK“ (von Paul Davies, 1986) unterfüttert (und gefüttert: schwarze löcher sind gefräßig!) wird, wo die harte bodenlosigkeit droht, in das grundlose schweigen abzugleiten (denn rahmenlose löcher sind NOCH gefräßiger)… das wort „LEBEN“ war ein platzhalter, den ich persönlich poetisch (und erstrecht metapoetologisch) superpeinlich billig fand, aber mir erlaubte, weil ich davon ausging, daß das RICHTIGE wort eine art synonym sein würde, aber mit einer konkreteren anti-religiösen nuance… es handelt sich also nicht um DEINE subjektive geschmacksfrage des „besser“ sondern um die „echtheits“-erfüllung MEINES auftrages. ich schreibe das extra so autoritär, damit du NOCH SCHÖNER wirst, insofern ich deinen anderen kommentar richtig verstanden habe 🙂 http://www.TRANSRELIGIOSITAET.de

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  7. ups, tut mir leid, ich verwechsel oft meine eigenen domains, da sie sich in nur 1 einzigen buchstaben unterscheiden (jedenfalls in der schreibweise der domain): die liebesgedichte stehen unter http://www.angeKommene.de mit K anstatt N. dabei fällt mir ein, daß sie sich auch einmal das pdf unter http://www.NEUROPOESIE.de runterladen können (kostelnlos), indem es KEINE „free word jam“ texte gibt, sondern nur richtige gedichte, die zum LEISE LESEN geieignet sein sollen 🙂 auch hier wäre ein kritisches feedback von ihnen als „objektive“ leserin wundervoll! speziell, ob sie dort „stille“ und „langsame“ gedichte finden oder alles nur treibend wirkt… (davon abgesehen empfinde ich es als positiv, daß sie das so sehen, denn dann regt es doch den leser an, sie sich selbst laut vorzulesen, oder nicht? und das kann schließlich sehr viel spaß machen, ich lache oft auch selber schon beim schreiben!!!)

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  8. eine wunderbare idee!!!! 😛 wenn sie die enthüllung irgendwann nicht mehr fürchten, empfehle ich ihnen zwei seiten mit mp3-tracks, um sich ein abschließendes urteil zu machen:

    1) http://www.DasRilkeRadikal.de = im ERSTEN track (letzte runde) singe ich „fast“, und die „authentizität“ ist fast geflüstert, aber sie haben nauch dort recht: man hört den „druck“ beim flüstern in der stimme, der wohl auch eine art „treibendes“ element darstellt, oder?
    2) http://www.NEURODADA.de mit einer palette verschiedener intonationen (so glaube ich jedenfalls als befangener), von zart bis zornig…

    darf ich sie etwas weiterführendes fragen: kennen sie kein einziges meiner „echten“ gedichte (im sinne von LESBAREN statt nur „mündlich“ brauchbaren) oder bezieht sich ihre meinung tatsächlich auf ALLE meine gedichte, also auch auf z.b. die E.S.-gedichte (siehe u.a. http://www.angenOMmene.de)? ich frage das, weil Theo Breuer bereits vor jahren behauptete, (sinngemäß zitiert, hoffentlich hab ich ihn richtig verstanden, und tue ihm nun nichs falsches an!) daß meine texte stilistisch nicht ausgefeilt/ausgereift wären als „lyrik“ sondern die AUTHENTIZITÄT im vordergrund stehe. ich muß oft genug in all den jahren meiner scheiberei immer wieder an diese kritik denken, wenn ein text fertig ist, und frage mich dann: ist der jetzt NICHT „genügend“ ausgefeilt? dann merke ich meine befangenheit, denn NATÜRLICH erachte ich einen text erst dann als „fertig“, wenn ein gefühl von „vollkommener“ richtigkeit eintritt. bei meinem sonett (hier: http://poemie.jimdo.com/neuropoesie/poemie-sonne-tt-ist-ischer-%C3%BCber-griff-all/) ging es mir so, daß ich vier verfluchte lange jahre (was selten vorkommt) das komische gefühl aushalten mußte, dasß 1 einziges wort FALSCH war (nämlich: „leben“), aber die inkubationszeit eben so lange dauerte, bis mir das RICHTIGE wort „durch den kopf schoss“: WUNDER! seitdem halte ich es für ein SEHR GUTES (note:1) gedicht, nachdem bereits Michael Gratz mir schon VOR der 1wort-operation schrieb, daß er es für GUT (note:2?) befände (ich darf das doch verraten, michael, oder?). vielleichte haben sie lust, gerade das sonett einmal anzutesten, denn es ist ja ein extrem strenges stilistisches gerüst. der sonetten-spezialist HEL ToussainT hat es damals begutachtet und meinte, abgesehen von einem „erlaubten“ kleinen melodischen holperer (ein solcher, der auch alten meistern erlaubt war!) am anfang sei es ok…

    ICH DANKE IHNEN SEHR FÜR IHR PERSÖNLICHES FEEDBACK UND VIEL ERFOLG UND FREUDE AN WAS AUCH IMMER SIE SELBER TUN 🙂 t…O(h)M

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  9. Ich finde: Ihren Gedichten sieht man an, dass sie eine ganz bestimmte Art des Lesens/Vortragens provozieren. Es sind keine stillen oder langsamen Texte, sondern treibende, die – ich höre es deutlich im Kopf – eine gewisse Geschwindigkeit und einen erhöhten Grad der Erregung brauchen, um zu treffen. Es sind… mündliche Texte! Ich weiß nun gar nicht, wie sie denn vorgetragen werden – von Ihnen – aber ich fürchte auch ein wenig den Augenblick der Enthüllung. Vielleicht lesen Sie sie ja doch ganz anders.

    (vielleicht auch mal schön: Gedichte nach ihren Geschwindigkeiten oder Lautstärken zu sortieren)

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