Für ihren Roman „Nachtgeschwister“ erhält die Berliner Autorin Natascha Wodin den Brüder-Grimm-Literaturpreis 2009 der Stadt Hanau. Schon 1989 wurde Wodin mit diesem Preis für ihren Roman „Einmal lebt ich“ ausgezeichnet. Erstmals wird damit der Preis ein zweites Mal an die gleiche Autorin vergeben. Eine weitere Neuerung bezieht sich auf den Inhalt des Romans: Zum ersten Mal stellt ein ausgezeichnetes Buch eine direkte Verbindung zur Stadt Hanau her. Gleichzeitig hängen diese Bezüge mit dem Brüder-Grimm-Literaturpreis selbst zusammen. Dieser mit 10 000 Euro dotierte Preis wird seit dem Jahr 1983 von der Stadt Hanau alle zwei Jahre verliehen. Die erste Auszeichnung ging an den damals ostdeutschen Schriftsteller Wolfgang Hilbig, der bei der Preisverleihung erstmals bundesdeutschen Boden betrat. / Luise Glaser-Lotz, FAZ 24.10.
„Ich habe alles chronologisch geordnet“, sagt Richard Wagner. „Das hier ist das Deckblatt von Hertas Akte. Hier sehen Sie den operativen Vorgang mit der Registriernummer und dem Decknamen, ,Cristina‘. Hier steht das Datum, wann die Akte eröffnet wurde: am 8. März 1983. Und das hier ist besonders interessant: Dieser Stempel besagt, dass Hertas Akte am 16. August 1993 auf Mikrofilm übertragen wurde. Da gab es die Securitate aber längst nicht mehr.“ …
Herta Müller und Richard Wagner haben Rumänien 1987 verlassen. Wenig später, nach der Erschießung Ceauescus und dem Zusammenbruch seines Terrorregimes, ging auch mancher Mitarbeiter der Securitate in den Westen. Nicht nur „Sursa“, die Quelle, lebt heute in Deutschland, sondern auch der Oberstleutnant, der für Richard Wagner zuständig war: „Es hat eine Zeit gegeben, da wusste dieser Mann mehr über mein Leben als ich selbst.“ Heute weiß Richard Wagner mehr über die Securitate, als die Öffentlichkeit in Rumänien oder in Deutschland darüber hören möchte. Dass der Nobelpreis für Herta Müller daran viel ändern wird, ist nicht sehr wahrscheinlich. / Hubert Spiegel, FAZ
Überzeugend verknüpft Hanno Millesi (Jg. 1966) Momentaufnahmen aus dem Leben seines Erzählers mit dem Tod von Künstlern, die durch Unfälle starben oder freiwillig aus dem Leben schieden. Lisa Spalt setzt sich in ihrem spielerischen und gleichzeitig dichten Text Loop mit der „Poetik der Reproduktion“ auseinander. Die Lyrik-Beiträge von Judith Pfeifer (Jg. 1975) und Robert Kleindienst (Jg. 1975) überzeugen weniger, was an der Auswahl der Gedichte liegen mag. Breit hingegen ist der Autorenpool der Anthologie. Neben noch neuen Namen wie Bernhard Strobel und Cornelia Travnicek präsentiert der Band auch schon feuilletonbekannte Autoren wie Anna Kim, Ann Cotten, Andrea Grill oder Paul Divjak.
Wie die in den letzten Jahren erschienenen Anthologien Zum Glück gibt’s Österreich, Swiss Made und Zeitzonen (für Deutschland) bietet auch die zeichensetzung einen guten Überblick – repräsentativ kann und will sie nicht sein. Ein gelungener Versuch, „die Einsamen mit der Poesie und das Kollektiv der Einsamkeit besser zu verknüpfen“, sind sie allemal. / Stefan Gmünder, ALBUM – DER STANDARD 24./25./26.09.2009
Regina Hilber, Thomas Ballhausen, Barbara Zwiefelhofer (Hrsg.), “ …zeichensetzung. zeilensprünge. Junge Literatur in Österreich“ . € 18,-/192 Seiten. Luftschacht, Wien 2009
Hinweis:
Der besprochene Band wird am 28.10. um 19 Uhr im Wiener Literaturhaus (Zieglergasse 26 a)präsentiert. Es lesen Andrea Grill, Hanno Millesi und Bernhard Strobel. Der Eintritt ist frei.
Lenore Kandel hing bei den Beat poets herum, Jack Kerouac verewigte sie, sie schrieb ein Buch mit Liebesgedichten, die als obszön verboten und von der Polizei beschlagnahmt wurden, sie glaubte an eine kommunale Lebensweise, anarchisches Straßentheater, Bauchtanz und alles Schöne.
Die Dichterin, eins der Glanzlichter der berühmten San Franciscoer Gegenkultur der 60er Jahre, starb am 18.10. in ihrer Stadt. Sie war 77 Jahre alt, zwei Wochen vor ihrem Tod wurde Lungenkrebs diagnostiziert.
In Kerouacs Roman „Big Sur“ von 1962 ist sie als Romana Swartz porträtiert, eine „große rumänische Monsterschönheit“. / San Francisco Chronicle 22.10.
Mehr: The Divine Animal / Three Poems /
Texte u.a. in Karl O. Paetels „Beat“ (1962), in Jörg Schröders „März“ und in Ralf-Rainer Rygullas „Fuck you! Underground Poems. Untergrund Gedichte“ (1968)
Lenore Kandel
Das Liebesbuch / Wortalchemie
Stadtlichter Presse, Berlin 2005
ISBN-10 3936271240
ISBN-13 9783936271249
Paperback, 173 Seiten, 14,00 EUR
Pastiors sprachspielerische Gedichte sind keine Leselyrik. Ihr Sinn oder Unsinn erfüllt sich erst im Vortrag: Befreit von korsettierender Grammatik und Semantik und im Fluss von Wortmalereien, Silben- und Lautvertauschungen verliert sich mehr und mehr der Bedeutungsgehalt der Worte, werden Buchstaben zu reinem Klang. Das ist Lyrik wie geschaffen für das Sprecherensemble der Akademie für gesprochenes Wort, das sich im Stuttgarter Kunstmuseum dem Werk Pastiors näherte. Professionell artikuliert, rhythmisiert und vorsichtig inszeniert verwandelten sich Pastiors Verse in Sprachmusik. Etwa im Gedicht „Wer kommt denn da so morgenschön?“, in dem sich die Worte so lange um sich selbst drehen, bis nur noch ein kurzes „Mörg“ übrigbleibt. …
Im spannend aufgebauten Programm tauchten auch Pastiors poetische Brüder und Schwestern im Geiste auf, etwa Ernst Jandl, Gertrude Stein oder Franz Mon. Vielleicht der Höhepunkt des Abends: Raymond Queneaus virtuos variierendes Poem über einen langhalsigen Mann, der in der Pariser U-Bahn verhaltensauffällig wird. Hier konnte das siebenköpfige Ensemble seine Bühnenpräsenz und vor allem seine Kunstfertigkeit in fein nuancierendem Sprechen am raffiniertesten zur Geltung bringen. Schön auch die unterschiedlichsten Übersetzungen eines Gedichts von Velimir Chlebnikov, die zeigten, wie schwierig es ist, experimentelle Lyrik in eine andere Sprache zu übertragen: Aus „Wem bloß erzählchen“ in Paul Celans Eindeutschung wurde bei Jandl „wem-klein wem-klein erzählich-klein“ und bei Pastior „wie die kleine ach wie qualtig“. …
Die Existenz der Akademie für gesprochenes Wort – eine jener Institutionen, die für unverwechselbare Farben im Stuttgarter Kulturleben sorgen – ist von den Sparplänen der Kulturbürgermeisterin Susanne Eisenmann akut bedroht. / Verena Großkreutz, Eßlinger Zeitung
Langweilige, eigentlich nervtötende Meetings machten ihn zum Lyriker. Da arbeitete der schottische Autor John Burnside noch als Programmierer, unablässig damit beschäftigt Computerbefehle zu erteilen und endlose Zahlenreihen zu analysieren, wie er dem Publikum bei seiner jüngsten Lesung im Literaturhaus erzählte. Ein Job, der einerseits seinen Lebensunterhalt sicherte, ihm aber noch genug Raum ließ, in seinem Kopf Sätze abzuwägen und in Form zu bringen: „Um einen Roman zu schreiben, müssen Sie eine Küche mit sich herumtragen; für ein Gedicht reicht eine Brotdose.“ …
„Wenn Sie mir jetzt einen Stift und ein Blatt Papier hinlegen und ich soll mich hinsetzen und ein Gedicht schreiben, dann wird das nichts. Wenn ich aber einen Spaziergang mache, stehen die Chancen gut, dass ich mit einem Gedicht im Kopf zurückkehre.“ / Frank Keil, Die Welt 23.10.
WIR REDEN NICHT MEHR VIEL, WIR ZÄHLEN ZÜGE
Am Telefon, du chattest nebenbei,
Die Gegenseite hat die Hände frei,
Ich wiederhole mich dabei, ich lüge,
Daß es mir gar nichts ausmacht, dich zu hören,
Wie du dich aufteilst zwischen zwei Systemen,
Mir zuhörst, schreibst, nur von dir Abstand nehmen:
Das könnte ich nicht, ohne dich zu stören.
Die Traurigkeit ersetze ich durch Leere,
Verlassenheit dürch übertriebene Tage,
Die Angst durch Herbstgefühl und Apathie.
Wenn ich dir jetzt am Telefon erkläre:
Ich reparier die Igelwaschanlage,
Verstehst du deinen Bildschirm sicher nie.
/ Thomas Kunst
Felder und Wälder spielen in der Dichtung des russisch schreibenden Tschuwaschen Gennadij Ajgi eine wichtige Rolle. Wobei die Felder auch als poetische Räume zu verstehen sind, die es schreibend zu schaffen gilt. Die Dinge mit Hilfe von Sprache in ihrer Komplexität aufscheinen lassen, das ist das poetologische Programm dieses Dichter-Schamanen. Ajgi, so der Künstlername des 1934 als Gennadij Nikolajewitsch Lissin geborenen und vor drei Jahren in Moskau gestorbenen Lyrikers, kann mit „der dort“ oder „derselbe“ übersetzt werden. Lange Zeit war er nur im Westen bekannt. In seinem Land durfte er lange nicht veröffentlichen. Bisweilen konnte er seine drei Kinder kaum ernähren. Im Westen – auch in Berlin war er ein gern gesehener Gast – erhielt er wenigstens Preise.
„Immer anders auf die Erde“ ist der Titel einer von Walter Thümler besorgten und übertragenen Auswahl von Gedichten aus dem reichen Erbe Ajgis, der in diesem Jahr 75 Jahre alt geworden wäre. Thümler hat vor allem Gedichte aus den 90er Jahren bis 2006 aufgenommen, darunter auch im Original Unveröffentlichtes. Immer wieder kommen die Felder Russlands zu Titelehren: „Mitten auf dem Feld“, „Feld – ohne uns“, „Beginnend mit dem Feld“, „Vollendung des Feldes“. Im Februar 1991 wohnte Ajgi für einige Tage in Paris bei einer alleinerziehenden Mutter. Zum Abschied reichte sie ihm ein Notizbüchlein mit der Bitte, einige Worte für seine Schwester Silvia hineinzuschreiben. In 32 Minuten verfasste Ajgi 32 Einzeiler, auf jeder Seite einen. So entstand das luftige Minipoem „27. Februar 1991“. / Volker Sielaff, Tagesspiegel 23.10.
Gennadij Ajgi: Immer anders auf die Erde. Gedichte. Aus dem Russischen von Walter Thümler. Leipziger Literaturverlag, Leipzig 2009. 182 Seiten, 19,95 €.
Anm. Der Verfasser schreibt dazu:
In meinem Manuskript ist noch die Rede davon, daß Ajgis Gastgeberin in Paris dem Dichter gegenüber die Bitte äußerte, diese möge in das Notizbüchlein einige Sätze für ihre Tochter Silvia schreiben. Im ehrenwerten Tagesspiegel ist dann aus der Tochter jener Frau eine Schwester Ajgis geworden. Es leben die Metamorphosen!
war bisher nicht; aber dank Facebook konnte ich wenigstens den Namen des Siegers erfahren. Den preis für politische lyrik der Zeitschrift lauter niemand hat gewonnen, wie verlautet: HEL. L&Poe gratuliert herzlich und hofft auf genauere Nachricht in Kürze.
Die Jury, bestehend aus Simon Armitage (Vorsitzender), Colette Bryce und Penelope Shuttle, hat 10 Gedichtbücher aus 98 Titeln der Longlist ausgewählt. Diese Titel repräsentierten „Reichweite, Breite und Vitalität der gegenwärtigen Lyrik“, erklärte Armitage.
Der Sieger erhält am 18.1. einen Scheck über £15,000 von TS Eliots Witwe Valerie Eliot, alle Autoren der Shortlist erhalten £1,000. / Guardian 22.10.
The shortlist
The Sun-fish by Eiléan Ní Chuilleánain
Continental Shelf by Fred D’Aguiar
Over by Jane Draycott
The Water Table by Philip Gross
Through the Square Window by Sinéad Morrissey
One Secret Thing by Sharon Olds
Weeds & Wild Flowers by Alice Oswald
A Scattering by Christopher Reid
The Burning of the Books and Other Poems by George Szirtes
West End Final by Hugo Williams
Am 3.10. 1849 wurde Edgar Allan Poe hilflos und verwahrlost in Baltimore aufgefunden und in eine Klinik gebracht, wo er am 7. starb. Die Umstände seines Todes sind Anlaß für wilde Spekulationen. Am nächsten Tag wurde er in einer hastigen 3-Minuten-Zeremonie begraben. Weil so wenige Leute anwesend waren, weigerte sich der Geistliche, eine Predigt zu halten. Der von seinem Cousin bestellte Grabstein wurde versehentlich durch ein Zugunglück zerstört. 1875 wurde er exhumiert und neu begraben, aber von den zur Zeremonie eingeladenen Dichtern kam nur Walt Whitman. (Ja, was heißt nur!)
Jetzt, 160 Jahre nach seinem Tod, wurde in Baltimore eine „ordentliche“ Beerdigung nachgeholt, mit „public viewing“, Musik und allem. Schauspieler traten als zeitgenössische Kollegen auf und über 700 Bewunderer und Trauergäste waren zugegen. Bereinigt Amerika sein Miß-Verhältnis zu Poe, der in Europa hochgeehrt, zu Hause aber ignoriert oder geschmäht wurde?
In der Huffington Post oder eher einem Blog derselben nutzt John Lundberg die Verleihung des Nobelpreises an Herta Müller, um an „the last poet to win the nobel prize“ zu erinnern:
Ich habe nach englischen Übersetzungen der Gedichte von Herta Müller gesucht, aber es gibt kaum welche. Hier in den USA kennt man Herta Müller – wenn überhaupt – als Erzählerin, aber Lyrikfreunde können sich darüber freuen, daß sie auch einen Gedichtband veröffentlicht hat (Im Haarknoten wohnt eine Dame, 2000)* und daß das Nobelkomitee zugleich „die Konzentration der Lyrik und die Offenheit der Prosa“ gerühmt hat. Dennoch unterbricht Müller nicht die Serie der mittlerweile 13 Jahre, seit zum letztenmal jemand den Preis vorwiegend für Lyrik bekommen hat. Das war die polnische Lyrikerin Wisława Szymborska, und es lohnt sich, ihr Werk neu zu besichtigen.
Sie wurde 1923 in Polen geboren und erlebte die Nazibesetzung im 2. Weltkrieg und die darauf folgende oppressive stalinistische Herrschaft. Leicht nachzuvollziehen, daß ihre Gedichte oft von der Finsternis von Krieg und Unterdrückung geprägt sind. Oft trifft die Gewaltsamkeit ihrer Bilder auf einen auffallend nüchternen Ton:
Nach jedem Krieg
muß jemand aufräumen.
Schließlich richten sich die Dinge
nicht allein wieder auf.
Jemand muß die Trümmer
zum Straßenrand kehren,
damit die Leichenwagen
vorbei können.**
*) Tatsächlich gibt es einen zweiten Gedichtband: Die blassen Herren mit den Mokkatassen, 2005
**) Auf die Schnelle aus dem Englischen übersetzt
bei Lesungen sind eine gute Erfindung – wessen auch immer, es gibt sie. Einmal gelang es mir, vom Büchertisch in einem Raum der Universität Greifswald fast das – bis dahin veröffentlichte – Gesamtwerk der Autorin und Künstlerin Angelika Janz zu erwerben, die es im Gefolge der „Wende“ von West nach äußerst Nordost verschlagen hatte. Der Grundstock ließ sich peu à peu ausbauen – langsam und stetig. Am Büchertisch kann eine Sammlung anfangen.
Einmal, noch ein paar Jahre früher, kaufte ich beim Lyrikertreffen in Münster (ebendie Wende hatte mich besuchsweise in entgegengesetzte Richtung geführt) dem jungen Dichter Marcel Beyer zwei Broschüren ab: Kleine Zahnpasta. Gedichte 1987-1989. Paris: dead language press 1989 und Walkmännin. Gedichte 1988 / 1989. o.O. o.J. Es war 1991, sein Sprung zu Suhrkamp war gelungen oder im Gange. Auch daraus wurde eine Sammlung und, ja, auch er landete im Osten, nur ein bißchen zentraler (näher an den Zentralen).
Letztens gab es eine feine Lesung (80. Lyrik im Koeppenhaus) im Greifswalder Koeppenhaus. Silke Peters, Judith Zander, Andreas Altmann und Jan Wagner lasen vor kleinem aber interessiertem Publikum Gedichte. Von Judith Zander gab es nur die frisch oder wie gesagt wurde gar noch nicht erschienene Anthologie „Unter der Folie aus Luft“, Texte des Literarischen März 16, Frankfurt/ Main: Brandes & Apsel 2009. Darin 11 Gedichte der Autorin, die einen der zwei Wolfgang-Weyrauch-Förderpreise erhielt. Die Autorin stammt aus Anklam in Vorpommern, kam nach einem abgebrochenen Studium in Greifswald nach Leipzig und ans dortige Literaturinstitut und erfreut sich zur Zeit eines hoffentlich nicht zu knappen Stipendiums in Lübeck. Sonst wohnt sie in oder ist auf dem Sprung nach Berlin.
Bäumchen wechsle dich scheint angesagt. Jan Wagner kam aus Hamburg nach Berlin, Silke Peters aus Rostock wenigstens ein Stück gen Osten (via Greifswald nach Stralsund), und Andreas Altmann aus Sachsen nach Norden: Berlin. (Nur ich bleibe im Osten; aber nein: der Sachse Altmann enttarnte mich an der Sprachmelodie als „aus Sachsen-Anhalt“, was stimmt. Stamme aus Merseburg, ganz nah an Leipzig, aber dazwischen gibts eine Sprachgrenze, die der Kenner bemerkt. Darauf haben wir mitsammen ein oder anderen baltischen Schnaps getrunken. Der Dom schwankte beim Heimweg.)
Auf dem Büchertisch lag von Silke Peters nichts und von Jan Wagner wenig, das mir fehlte. Das war immerhin das wunderbare LyrikHeft 8 aus der Sonnenberg-Presse Chemnitz und Kemberg: Handsatz, Handpressendruck, Fadenheftung, Farbholzschnitte von Andrea Lange und Acrylstiche von Bettina Haller. Ein Gedicht von einem Buch von Gedichten. In der Reihe gibt es auch ein Heft von Altmann, aber „gibt es“ gibts nicht. Die Reihe ist immer so gut wie vergriffen, anscheinend ohne in Buchhandlungen zu liegen. Dafür gibt es ja die Büchertische. Germanistikstudenten hätten, wenn sie gekommen wären, für wenig Geld den Grundstock einer Sammlung bilden können. (Und ich hab meine kleine Altmann-Sammlung auf einen Schlag vervierfacht um zwei Bücher aus dem wunderbaren Verlag Kowalke & Co und eins von dem ebenfalls hoch zu lobenden Rimbaud Verlag)
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