Kundenrezensionen zu Goethes „Faust“:
Des weiteren sind Wörter, die nicht mehr in die Verszeile passten, einfach eine Zeile darunter ganz rechts geschrieben.
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Jeder sollte einmal in seinem Leben Goethes Faust gelesen haben?
JA!
Die erste Tragödie habe ich verschlungen, einfach spannend, toll geschrieben und die Geschichte dahinter ist unglaublich.
Bei der zweiten muss man schon sehr diszipliniert sein um durchzuhalten. Der Teil ist wesentlich schwerer zu lesen, aber es lohnt sich.
Einfach toll
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schlimmes buch. ich kanns kaum lesen
ich dachte es kommt auf hochdeutsch. Ich habe nichtmal die ersten seiten gelesen …..
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Ich habe dieses Buch nicht für mich sondern für meine Schwester gekauft.
Jedoch sollte man dieses Buch kennen und bestenfalls einmal gelesen haben.
Es ist nicht mal eben zu lesen sondern erfordert Konzentration.
Ich bin meinerseits ein Fan von Lyrik und Reden. Davon gibt es hier reichlich.
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ich lass das immer unauffällig auf dem tisch liegen wenn mal die eine oder andere schnegge bei mir aufschlägt und lasse den belesenen raus ……. die wirkung ist enorm und vor allem die masche erfolgreich
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Vermutlich der beste Roman der Welt. Mit reichhaltiger Enzyklopädie zu allen Faust-Versionen der Geschichte im Anhang. Ein wand frei !
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Dieses Werk sollte jeder mal angelesen haben. Man gewöhnt sich recht schnell an die Schreibweise und dann ist insbesondere der erste Teil zum empfehlen. Der zweite Teil ist etwas zäh
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Tochter muss das Buch in der Schule lesen, deshalb wurde es in erster Linie bestellt. Sie ist dabei es zu lesen. Wir haben uns für beide Teile entschieden, damit wir nur ein Buch kaufen mussten. Vielen Dank
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Schnell un unkompliziert war die Lieferung. Dabei der Preis günstig. Die Auseinandersetzung mit dem Inhalt dauert länger (besonders mit Faust II !) Doch es tut gut, sich mit der Materie zu beschäftigen und auch zum Beispiel mit „Der Meister un Margarita“ zu vergleichen.
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Das Buch ist wirklich sehr gut, aber unter dem Aufkleber auf der Rückseite kann man deutlich erkennen, dass es einmal billiger war, als wie es jetzt verkauft wurde.
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Zum Inhalt wurde schon genug geschrieben, deswegen möchte ich mich gar nicht weiter dazu äussern.
Allerdings muss(!) ich auf ein, wie ich finde wichtiges, Detail aufmerksam machen. Die Ausgabe von dtv hat keine Versangaben an den Zeilen, was sie für den Schuleinsatz eher ungeeignet macht, da man ständig rumsuchen muss während die Anderen schon längst bei der Sache sind. Ich behandle das Buch gerade in der Schule und dieses Detail ist mir schon sauer aufgestoßen. Es gibt nur xxxx-xxxx Versangaben am Fuße der Seite.
Daher ziehe ich speziell dieser Ausgabe einen Stern ab, was sich nicht auf den Inhalt bezieht.
Also an alle die nur die Tragödige lesen wollen, eine klare Kaufempfehlung. Alle die das Buch für den Schuleinsatz verwenden wollen, sollten zu einer anderen Ausgabe greifen.
Faust Eine Tragödie: Erster und zweiter Teil [Taschenbuch]
Johann Wolfgang von Goethe (Autor)
4.4 von 5 Sternen (55 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 6,90 kostenlose Lieferung
Eines der Gedichte im Jahrbuch, schlüssigerweise nur eines, stammt von Urs Allemann, der aus Schlieren bei Zürich stammt und 1991, zur allgemeinen Begeisterung ausgerechnet bei den Bachmann-Tagen in Haiders Darkroom Kärnten, mit der herrlich betitelten, aber leider hoffnungslos vergriffenen Erzählung Babyficker bekannt wurde. Dieses eine Gedicht findet sich ursprünglich in in sepps welt und lautet:
am grab
gut, dass wir nicht in england leben
und nicht in frankreich, mama.
death hat fünf buchstaben, life bloss vier,
vie three, mort one more: four.
rejoice, ma: chez nous leben
cinq, tod trois.
(in sepps welt s. 93 = Jahrbuch s. 190)
Von allen Gedichten in in sepps welt ist es eines der harmlosesten und glattesten. Aber aus dem Jahrbuch sticht es heraus, handelt es sich doch tatsächlich um ein Gedicht und nicht um eine bloße Expektoration von Sprachschleim. Hier wird versucht, etwas mit Sprache zu machen. Und so einfach das klingt: Die meisten anderen Dichter sind nicht in der Lage oder nicht willens dies zu tun, sondern lassen die Worte einfach in ihren ausgefahrenen Betten dahingurgeln. Der Fuchs im Hühnerstall? Vielleicht:
tut in das deadgefletschte gedicht & starr:
die sunsetmöse gleichgültig flackernder onanierdaydreams,
des sogenannten panicfiekens unvertäubter tittensout
krallt die fotoromances & die intellektuellen pornosheds. dan druff! (s. 9)
Was ist das? Eine Bearbeitung von Stefan Georges „Komm in den totgesagten park und schau“! Von solchen Persiflagen, Spielereien, Hommagen ist in sepps welt voll (besonders gut: der Schiller-Remix), aber das ist offenbar fürs Jahrbuch nicht genehm. / Samuel Meister, larmoyanz rezensionen zu neuerer deutschsprachiger literatur.
Urs Allemann, in sepps welt, Klever 2013.
Jemand schreibt:
Momentan lösche ich einfach alles ungelesen!
woran liegt das?
Das kann ich zwar nicht beantworten 😉
Dennoch ein Hinweis, nicht zum ersten und letzten Mal. Zur Zeit werden in einem studentischen Praktikum alte Beiträge der Lyrikzeitung ins Archiv eingespeist. Leider hat das zur Folge, daß Abonnenten trotz des Originaldatums von 2002 jede Nachricht als neu prompt per Mail zugeschickt bekommen. Daran kann die Lyrikzeitung nichts ändern, das können nur die Abonnenten. Sie könnten zum Beispiel Ihre Aboeinstellungen ändern, von sofort auf täglich oder wöchentlich, um weniger Mails zu erhalten.
Ich bitte um Verständnis für eventuelle Umstände und hoffe zuversichtlich, daß von der Erweiterung des Archivs viele Leser profitieren werden.
Dabei wiederholt sich hier nur eine uralte Debatte, die zuletzt Hubert Winkels 2006 wieder angestoßen hatte mit seiner Unterscheidung zweier Kritikertypen: der Emphatiker und der Gnostiker. Auf der einen Seite „Leidenschaftssimulanten“ und „Lebensbeschwörer“ – wie Reich-Ranicki, aber auch Weidermann –, auf der anderen Seite diejenigen, „denen ohne Begreifen dessen, was sie ergreift, auch keine Lust kommt“. Wozu Winkels natürlich zu allererst sich selbst zählte. Lustig war aber, dass sich unter dem Strich niemand eindeutig auf eine Seite schlagen mochte. Für den Leser ist sowieso klar, dass er weder besoffene Bauchgefühlsausbrüche noch literaturtheoretische Abhandlungen unter dem Label „Rezension“ verkauft bekommen möchte.
Tatsächlich sind das Scheingegensätze, die meist nur zur Diffamierung von Kollegen und den von ihren geförderten Autoren dienen. Hier die verknöcherten Oberseminaristen, die die vermeintlichen Kopfgeburten eines Kehlmann, einer Poschmann oder Lewitscharoff goutieren. Dort die Ekstatiker, die Literatur und Leben verwechseln und dann eben Clemens Meyer oder Maxim Biller feiern. Warum nicht einfach zugeben, dass Geschmäcker halt verschieden sind? Das gilt für Autoren, Kritiker, und, vor allem, auch für die Leser.
Statt alte Schlachten noch einmal mit neuen Bataillonen zu schlagen, sollte man lieber wieder zum Ausgangspunkt der Diskussion zurückzukehren: Die Auseinandersetzung mit der Digitalisierung ist nämlich keineswegs ein Nebenkriegsschauplatz, wie Weidermann suggeriert. Das Netz, schreibt er, sei der Ort, „wo sowieso schon jeder Hanswurst seine Meinung über Bücher hinaustrompetet“. Auf die Idee, dass diese angeblichen Hanswürste unsere Leser sind, dass wir im Gespräch mit beispielsweise Hans Wurst aus Ingolstadt erst einen zeitgenössischen Diskurs über Bücher herstellen, in sozialen Netzwerken oder in Leserkommentaren, darauf kommt der „FAS“-Kollege nicht. / Richard Kämmerlings, Die Welt
Wer liest denn heute noch Lyrik? Die Zeiten von Rilke, Celan, Jandl sind vorbei, als es gerade die Lyriker waren, die der Literatur ihre entscheidenden Wendungen, ihren entscheidenden Ausdruck gaben. Seit etwa zwanzig Jahren beherrscht müde pseudo-mystische Lyrik à la Hilde Domin und harmlose Witzeldichterei in der Nachfolge von Robert Gernhardt das Geschehen, häufig auch beides zu einem amalgamiert wie bei Durs Grünbein. Natürlich gibt es aus dieser Zeit auch einige wackere Experimentierer, die versucht haben, die Avantgarde fortzuschreiben, wie Oskar Pastior oder eben Urs Allemann, zu dem wir später noch kommen werden. Aber dominant ist die reine Gefälligkeitslyrik, die ihre Gefühligkeit nicht einmal umzudrapieren wagt, höchstens dass einer mal am Blüschen zupft, damit auch ja nichts drückt. Ausdruck dieser „Form“ von „Lyrik“ ist das Florilegium, das uns Buchwald und Wagner vorlegen, und damit eben nicht Ausdruck der momentanen Blüte der Dichtkunst, wie immer wieder behauptet, sondern ihres fauligen Algendaseins. Wobei auch das ja schon wieder besser, da zumindest wahrnehmbar, wäre als es der Wirklichkeit entspricht: Denn vielleicht blüht diese Lyrik tatsächlich, wie eine Tapetenblüte nämlich, die das Auge beruhigt, die Wand vor Schwarzteeflecken schützt, und wenn sie nicht da wäre, wäre es auch recht. Sogar Algenmoder inspirierte mehr.
Ich bin allerdings gezwungen etwas zurückzubuchstabieren. Einerseits enthält das Jahrbuch einige gute oder wenigstens nicht schlechte Gedichte, wie das jeweils erste von Herta Müller und Mayröcker, die Gedichte von Allemann und Lentz (je eines) oder einzelne von Hans Thill. Andererseits sind viele interessante Dichter gar nicht in der Sammlung vertreten (Ann Cotten, Nora Gomringer, Oswald Egger, Marcel Beyer) oder unterrepräsentiert (wie eben Allemann oder Lentz). Es könnte also sein, dass es um die Lyrik nicht so schlecht steht, wie vom Jahrbuch vermittelt. Dann wären die Herausgeber die Tapezierer und nicht die Dichter selbst. Zu einem gewissen Grad verhält es sich wohl so, da die Flut der grässlichen Gedichte von Sylvia Geist usw ja nicht als Resultat einer Naturkatastrophe in den Band geraten sind, auch wenn es so scheinen mag. Handkehrum sind viele bekannte Dichter, wie etwa Hummelt, vertreten und weicht der Gesamtton nicht von dem ab, was so allgemein für ganz groß gehalten wird, wie etwa Grünbein, Kirsch oder, außerhalb deutscher Landen, Tranströmer, und so ist das Jahrbuch leider durchaus repräsentativ.
Wie? Tranströmer, Hummelt und Grünbein oder gar Sarah Kirsch kann man doch nicht so einfach vom Tisch wischen! Nein, das will ich auch gar nicht. Von all diesen Dichtern gibt es sehr gute Gedichte, und ich lege sie ans Herz. Aber sie vertreten eben, und propagieren, eine Art der Literatur, die, schon per se zum Schwächeanfall geneigt, in der großen Breite der unbegabteren Musensöhne und -töchter endgültig zum kitschigen Schwachsinn kollabiert. Was ist das für eine Literatur? In der Prosa wäre es Geschichtchenerzähler-literatur, in der Lyrik ist es Beobachtungs-, Alltags-, Ergussliteratur, und meistens alles in einem. So ein Lyriker geht also im Wald spazieren, beobachtet eine Ameise, steigert sich in ein Ameisenempfinden hinein und von da in ein Weltempfinden, drechselt die Beobachtung der Ameise schriftlich zu einer kosmischen Metapher, schwenkt den Instant-Weihrauch von Tchibo über der Buchstabensuppe und baut zuletzt noch einige zeitgenössische Wörter ein, wie „ICE“ oder „Bukake“, damit es sich auch ja um Dichtung aus der Zeit heraus handelt. Das Ergebnis ist dann nicht viel anders als wenn Mario Barth im Olympiastadion von seiner Freundin im Klo berichtet, nur dass der Alltagsbanalität vom Dichter eine ganz andere Bedeutung zugemessen wird, da eben nicht die Freundin im Klo furzt, sondern der Wal im Meer singt. Bei Grünbein oder Tranströmer ist das nur in den schlechten Gedichten so, und es gibt auch viele gute, bei denen man sich Mühe gibt, Anklänge an solche Schrecklichkeiten zu überhören. Im Jahrbuch hingegen sieht man das echte Antlitz dieser Art der Banallyrik: Es ist das Antlitz eines Suppenhuhns, das entfedert, ausgemergelt, von den Musen verlassen im letzten Röcheln noch aus allen Poren Gefühlsschleim sekretiert. / Samuel Meister, larmoyanz. rezensionen zu neuerer deutschsprachiger literatur.
Jahrbuch der Lyrik 2013, Christoph Buchwald und Jan Wagner (Hrsg.), DVA 2013.
Nichts ist dagegen einzuwenden, eine Geschichte zu erzählen, den klassischen Grund zur Prosa, wenn auch ich oder andere damit nichts anfangen mögen. Alles ist gegen den entsprechend klassischen Grund, ein Gedicht zu schreiben, einzuwenden: Sentimentalität. Das heißt, wenn es etwas zu erzählen gibt, sagen wir eine interessante Biographie oder die Geschichte eines Begriffs, dann kann das von mir aus auch schlecht geschrieben sein, es ist akzeptabel als Gebrauchsgegenstand. Ein mieses Gedicht hingegen – nichts als reiner Brechreiz. Umgekehrt, wenn man, sagen wir, den »Zauber eines Augenblicks« festhalten und vermitteln möchte, den »Zauber« oder besser das, was sich in einem Augenblick manchmal eben verdichtet, dann kommt man, wenn man daraus einen Prosatext machen möchte, um ein Mindestmaß an Raffinement nicht herum. Indessen hindert niemand einen daran und es geschieht allzu oft, dass man, um Lyrik herzustellen, bloß die aufgeladenen Requisiten bereitstellt, in möglichst anregenden, geschmackvollen Arrangements, und erwartet, dass sich dieselbe Rührung wie bei einem selber auch bei der Leserin einstellt. Diese Unterkomplexität ist Quatsch und Elend! Es grassiert eine Lyrik, da kann ich mir manchmal den Gedanken nicht verkneifen an das Aquarellieren von respektablen Töchtern vergangener Jahrhunderte, nur dass es vielleicht heute eher sensible junge Herren sind, die damit bei depressiven Mädchen ankommen wollen, und vice versa. Man lasse sie doch klampfen, aber man hüte sich, das zu ernst zu nehmen.
Ann Cotten: Etwas mehr. Über die Prämissen und den Sinn von dem, was wir mit Wörtern anzustellen imstande sind. lyrikkritik.de
vor 40 Jahren starb Ingeborg Bachmann. Am 26. September 1973 erleidet sie schwere Brandverletzungen in ihrer Wohnung in Rom, am 17. Oktober stirbt sie im Krankenhaus Sant’Eugenio.
Ingeborg Bachmann selbst über Gedichte:
[Wozu Gedichte?]
„… Ich habe noch nie gehört, daß jemand einem Gedicht einen fruchtbaren Nachmittag oder Abend verdankt, obwohl es zweifellos noch immer Liebhaber von Lyrik gibt und Leute, die sich dran zu erbauen vermögen. Dann gibt es noch die Kinder, die Gedichte auswendig lernen müssen, weil Gedichte – so heißt es – das Gedächtnis schärfen.
In einem Gedicht ist also wenig Glück. Für den, der es schreibt, nahezu keins, daß es gelingt, und dann nochmals keins, daß es jemand erreicht. Es ist einsam, hat keine Funktion und kümmert mit Recht niemand. Ein Gedicht verherrlicht heute ja nichts mehr, und auch die Gläubigen haben es längst außer Kraft gesetzt. Ruhm und Glaube fallen auf es selbst zurück.
Man hört heute so oft – profaniert – die Hölderlinsche Frage: und wozu Dichter in dürftiger Zeit? Eine andere Frage, nicht weniger berechtigt, wäre: und wozu Gedichte? Was ist zu beweisen und wem ist etwas zu beweisen? Wenn Gedichte ein Beweis zu nichts sein sollten, müßten wir uns dran halten, daß sie das Gedächtnis schärfen. …“
Aus: Werke. Hrsg. von Christine Koschel, Inge von Weidenbaum und Clemens Münster. Bd. 4. München, Zürich: Piper 1993. S. 303-304.
Neue Biographie über Ingeborg Bachmann:
Und eine Biographie zu Bachmann und Frisch:
http://www.badische-zeitung.de/literatur-rezensionen/wanderer-und-wandelnde–76196056.html
Suhrkamp bringt „Malina“ erneut heraus. Besprechung DLR 17.10.13:
vor 159 Jahren (1854) wurde Oscar Wilde in Dublin geboren. Der Familienvater mit zwei Kindern hatte eine Affäre mit einem jungen Lord, die vom Vater des Liebhabers angezeigt wurde, was ihm zwei Jahre Zuchthaus wegen „Sodomie“ einbrachte. Auch sein anrüchiger Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ wurde im Prozeß gegen ihn verwendet. Ein paar Lieblingssprüche:
Und ein Sonett:
Sonnet to Liberty (1881)
Not that I loved thy children, whose dull eyes
See nothing save their own unlovely woe,
Whose minds known nothing, nothing care to know, –
But that the roar of thy Democracies,
Thy reigns of Terror, thy great Anarchies,
Mirror my wildest passions like the sea
And give my rage a brother — Liberty!
For this sake only do thy dissonant cries
Delight my discreet soul, else might all kings
By bloody knout or treacherous cannonades
Rob nations of their rights inviolate
And I remain unmoved – and yet, and yet,
These Christs that die upon the barricades,
God knows it I am with them, in some things.
Oscar Wilde, who said, „All bad poetry springs from genuine feeling.“ And, „An idea that is not dangerous is unworthy of being called an idea at all.“
1985 hat er angefangen mit der Mail-Art, damals in der DDR. Fast täglich schickte Wohlrab, wie viele andere Künstler auch, Karten raus, korrespondierte damals schon mit dem Politsatiriker und Grafiker Staeck in Heidelberg oder Robert Rehfeldt in Ost-Berlin, dem Vater der Mail-Art in der DDR. Ursprünglich kommt diese direkte Kunstform, die Galerien und Museen umgeht und sich nur zwischen Sender und Empfänger abspielt, aus den USA. Der New Yorker Künstler Ray Johnson hat in den sechziger Jahren zum ersten Mal eine Art künstlerischen Kettenbrief versendet, der weitergeleitet und ergänzt werden sollte.
In der DDR war die Mail-Art vor allem politisch. Rehfeldt stempelte immer wieder den Spruch „Kunst ist, wenn sie trotzdem entsteht“ auf seine Post. Und Wohlrab schrieb „Meine Karten sind Einbahnstraßen“ oder eindeutig zweideutig: „Vorsicht KNST!“. Zwar galt Mail-Art ab der zweiten Hälfte der siebziger Jahre als ein probates Mittel der freien Meinungsäußerung – auch in diktatorisch regierten Ländern Südamerikas. Ungefährlich war sie für ihre Schöpfer jedoch nicht. KNST, das kann für Kunst und Knast stehen. / Anna Pataczek, Tagesspiegel 30.9.
Das Parlament der Föderation Wallonien-Brüssel vergibt seinen Literaturpreis 2013 an den Dichter Philippe Mathy für den Band „Sous la robe des saisons“. Die Jury besteht aus Mitgliedern der Königlichen Akademie der französischen Sprache und Literatur, des Verbandes belgischer Schriftsteller französischer Sprache, des internationalen PEN-Clubs sowie Vertretern des Jugendrats. Philippe Mathy (eigentlich Philippe Claus) wurde 1956 im Kongo geboren. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und wird seit 1975 jährlich an einen Autor vergeben, der „die Sensibilität der Föderation Wallonien-Brüssel veranschaulicht oder ihrem kulturellen Erbe verpflichtet ist“. (Belga) / Le vif
Zum 1. Januar 2014 übernimmt Dr. Holger Pils die Leitung der Münchner Stiftung Lyrik Kabinett, die die europaweit zweitgrößte Lyrik-Bibliothek (mit 50.000 Medien) unterhält, regelmäßig Autorenlesungen ausrichtet und Editionen vorlegt.
Dr. Pils leitet seit April 2009 das Buddenbrookhaus in Lübeck und tritt in München die Nachfolge von Dr. Maria Gazzetti an, die seit September die Casa di Goethe in Rom verantwortet. Geboren 1976, studierte Holger Pils Germanistik und Geschichte in Heidelberg und promovierte dort über Thomas Mann. Von 2005-2007 war er Pressesprecher der Kulturstiftung Hansestadt Lübeck und danach Dozent am Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg.
Ursula Haeusgen, die Stifterin des Lyrik Kabinetts, freut sich sehr, so schnell einen kenntnisreichen, erfahrenen, begeisterten – kurz: einen überzeugenden – Nachfolger gefunden zu haben.
Holger Pils selbst zu seiner neuen Aufgabe: „Ich freue mich sehr darauf, in München eine Institution zu leiten, die in der deutschen Literaturlandschaft einmalig ist: gewachsen aus reiner Begeisterung und privater Initiative, ganz der Lyrik gewidmet, d.h. einer einzelnen Gattung – in ihrer unendlichen inneren Vielfalt. Ich bin gespannt auf die Programmarbeit, die internationaler und gegenwartsbezogener ist als meine bisherige Tätigkeit. Ich möchte die von Ursula Haeusgen und Maria Gazzetti gepflegten hohen Ansprüche fortsetzen. Zugleich möchte ich Wege finden, das Kabinett noch weiter zu öffnen und der Poesie eine noch stärkere Lobby zu verschaffen.“ Im Zentrum der Aufmerksamkeit soll weiterhin die Begegnung mit dem Wort des Dichters stehen: die Lesung. Mit den Planungen für das Programm hat Holger Pils bereits begonnen.
Ursula Haeusgen und Holger Pils
für die Stiftung Lyrik Kabinett
Neue Bildungen, der deutschen Sprache vorgeschlagen, bei der New York Times. Darunter: Herbstlaubtrittvergnügen, Schmutzwortsuche, Plauschplage.
„Also, liebe Blogger, habt keine Angst vor dem Zitieren. Schreibt weiter eure Kritiken und bekräftigt sie mit den richtigen Beleg-Stellen!“, ruft Wolfgang Michal in Carta und antwortet damit auf einen Artikel Gregor Dotzauers im Tagesspiegel, der berichtet, dass die FAZ neuerdings von den Buchverlagen Lizenzgebühren für Kritikerzitate auf dem Klappentext will. Dotzauer bezieht sich auf einen Prozess zwischen FAZ und buch.de vor dem Münchner Landgericht, dessen Urteil am 8. November gefällt wird. „Ob Buchverlage Kritiker künftig nur noch gegen Rechnung beliefern? Ob sie schlampige, nur den Waschzettel abschreibende Rezensenten ihrerseits verklagen? Die konkrete Gefahr ist weniger, dass jetzt alle Maß und Verstand verlieren, sondern dass juristische Trittbrettfahrer aus dem bevorstehenden Münchner Urteil, dessen Ausgang festzustehen scheint, Kapital schlagen. Die entsprechenden Abmahnkanzleien stehen schon bereit.“ / Perlentaucher
Die Ausstellung des Deutschen Literaturarchivs „Kassiber. Verbotenes Schreiben“ hat Liao Yiwus handschriftliche Geheimbotschaften aus chinesischen Gefängnissen als die zentralen heutigen Zeugnisse der literarischen Gattung Kassiber präsentiert. Als brisante Schmuggelware muss man auch die jetzt erschienenen 30 „Geschichten aus der chinesischen Wirklichkeit“ ansehen. (…)
Gerade Sinologen, die sich dem Regime gegenüber verpflichtet fühlen und glauben, am Wahrheitsgehalt von Liao Yiwus eigenen Gefängniserfahrungen zweifeln zu sollen, möchte man dieses neue Buch mit Nachdruck empfehlen. Den unbefangenen Leser erwartet neben dem düsteren Schauder auch das helle Lachen lauterer Erkenntnislust. / Herbert Wiesner, Die Welt 12.10.
Liao Yiwu: Die Dongdong-Tänzerin und der Sichuan-Koch. A. d. Chin. v. Hans Peter Hoffmann. S. Fischer, Frankfurt/M. 490 S., 24,99 €.
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