Veröffentlicht am 6. April 2015 von lyrikzeitung
Veröffentlicht am 5. April 2015 von lyrikzeitung
Forgotten works by one of Scotland’s most celebrated poets, Hugh MacDiarmid, have been discovered in his birthplace in Dumfriesshire – a century after they were written.
Penned under his real name – Christopher Murray Grieve – the 15 poems were found among the archives of the library in his home town of Langholm. The first of these appeared exactly a century ago today in his local newspaper when he was just 22 years old. Like the rest, it had not seen the light of day since then.
Entitled A Recruit’s Farewell to Eskdale, it was written while Grieve was stationed at Hillsborough Barracks in Sheffield. In it the poet, who was to become one of the most influential Scottish writers in the 20th century, reflects on his youth in the “Muckle Toon”, as Langholm is known.
Veröffentlicht am 5. April 2015 von lyrikzeitung
die Magnolien fangen an zu blühen – uns der seit langem erwartete Neubeginn
Hansjürgen Bulkowski
Veröffentlicht am 5. April 2015 von lyrikzeitung
Lichtblick des kulturSchocks zu Ostern ist ein dystopisches Gedicht über die FIFA. Sepp Blatter sieht seinen Weltfußballverband als einflussreicher an als jede Religion. Damit liegt er wie immer richtig. Das einzige was ihn noch von der allgemeinen Weltherrschaft abhalten kann, ist Lyrik. Mitdichten ist erwünscht! / DLR
Veröffentlicht am 5. April 2015 von lyrikzeitung
Seit 2005 wird der mit 25.000 Euro dotierte Deutsche Buchpreis vergeben und hat sich inzwischen – neben dem Büchner-Preis – zur zweitwichtigsten Literaturauszeichnung hierzulande gemausert. Und das, obwohl der „Buchpreis“ streng genommen eigentlich „Romanpreis“ heißen müsste. Prämiert er doch ausschließlich und nur Romane. Oder, wie der Schriftsteller Peter Henning erklärt:
„Ich glaube, da hat der Börsenverein sich einen Bärendienst erwiesen, indem man diesen „Roman“ installiert hat. Dadurch, dass sozusagen ausgerufen wurde: ‚Nur der Roman zählt!‘ Und: ‚Wir prämieren den großen deutschen Roman‘, ist tatsächlich so etwas wie eine Romangläubigkeit und -hörigkeit entstanden. Ich fröne dem, weil ich auch Romane schreibe. Aber wenn man eben aus der Lyrik-Ecke kommt oder die Kurzgeschichte bevorzugt, dann hat man schlechte Karten.“
Tatsächlich beurteilt eine Lyrik-Verlegerin wie Daniela Seel, die in ihrem Berliner Kookbooks-Verlag Gedichte und Kurzprosa veröffentlicht, den auf den Roman fixierten Deutschen Buchpreis skeptisch. Denn der, so Seel, befördere die sowieso schon vorherrschende Romanhysterie in Deutschland zusätzlich:
„Also das mit dem Deutschen Buchpreis, das ärgert mich schon enorm. Weil dadurch ja auch ein Ausschluss betrieben wird. Und es ja auch vom Marketing ganz klar so bezeichnet wird, es sei das „beste Buch des Jahres“. Oder: „Die beste deutsche Literatur“. Und da eben ganz viele Formate einfach ausgeschlossen sind. Und dadurch eine totale Verengung stattfindet. Und ja auch durch die Marketingmechanismen des Buchpreises es sich ganz stark in den letzten Jahren so entwickelt hat, dass die Bücher, die auf der Longlist – und noch mehr, die auf der Shortlist stehen, die pflichtmäßig zu rezensierenden Werke sind, und die anderen eben unter den Tisch fallen. Und dadurch eine völlige Einengung dessen, was in den großen Feuilletons besprochen wird, stattfindet.
„Das ganze Leben ist ein Roman / Was auch geschieht, es fängt immer an / wie in jedem andern Roman / mit Liebe / ja, Liebe“
Tja, was würde der deutsche Konsument wohl sagen, wenn im Sport plötzlich nur noch Fußball als vollwertige Körperertüchtigung gelten würde? Oder man beim Autofahren nur noch als Mercedes-Fahrer akzeptiert wäre? Eine absurde Vorstellung? Vielleicht. Doch in der krisengebeutelten deutschen Literaturbranche ist die Monopolstellung einer einzigen Gattung längst Realität. Denn hier zählt schon seit Jahren eigentlich nichts anderes mehr – außer:
Dem Roman.
(…) Tatsache ist, je ausschließlicher die Branche gerade auf den Unterhaltungsroman als angeblich einzig verkäufliche Lektüre setzt, desto stärker reduziert sie die Literatur auf ein Konsumprodukt ohne ästhetischen oder philosophischen Mehrwert. Und je öfter heutige Romane nach demselben Rezept wie Kino- und Fernsehplots funktionieren, desto nachhaltiger verliert das Romanschreiben seine Aura einer exklusiven Kunst. Und schrumpft zum Jedermann-Hobby, dessen Creative-Writing-Regeln sich letztlich jeder aneignen kann. Die Folge: Eine Überproduktion an immer gleichen Konfektionsromanen. Übrigens auffällig oft geschrieben von Medienstars und -sternchen, die gern nebenbei als Schriftsteller reüssieren … / Gisa Funck, DLF
Veröffentlicht am 4. April 2015 von lyrikzeitung
The diaries of war poet Siegfried Sassoon are being published online for the first time.
The archive of 23 journals and two notebooks of poetry has been digitised by the Cambridge University Library, which bought the collection in 2009.
Until now only Sassoon’s official biographer – Max Egremont – has had access to the complete 4,100-page archive due to its fragile state.
Librarian Anne Jarvis said the war diaries were of „towering importance“.
The journals, which are made freely available online from Friday, offer a unique insight into life on the front line during World War One. / BBC
Veröffentlicht am 4. April 2015 von lyrikzeitung
A.J. Weigoni erinnert mit seiner dichten Lockenmähne nicht nur an einen attraktiv gealterten Rockstar, das selbstironisch verwendete Vor-Bild findet sich auf einem Gemälde, Albrecht Dürers Selbstbildnis im Pelzrock aus dem Jahr 1500. Der alte Meister hat mit diesem Sinnbild von sich das Selbstverständnis des modernen Künstlers erfunden. Der Photokünstler Leonard Billeke hat mit Weigoni dieses gemalte Selfie nachgestellt. Aus AD wurde der digitale Widergänger AJ. Walter Benjamins Frage nach der Verlust der Aura stellt sich im Zeitalter der Selbstphotographie auf neue Weise, dies korrespondiert mit Weigonis Diagnose, die er mit seiner Poesie stellt: dem Verlust der Individualität. Das Hörbuch Gedichte umfaßt mit drei CDs eine Spieldauer von 210 Minuten, das mag in den Ohren derer, die „einfach nur genießen“ wollen, abschreckend klingen. Aber wer so denkt, bringt sich um den Genuss der Erkenntnis. Dieses Hörbuch ist eine Zumutung, der man sich unbedingt stellen sollte. Weigoni bewegt sich in der Intermedialität von Musik und Dichtung, und sucht mit atmosphärischem Verständnis die Poesie im ältesten Literaturclip, den die Menschheit kennt: dem Gedicht!
Gedichte, Hörbuch von A.J. Weigoni, Edition Das Labor, Mülheim 2015
Veröffentlicht am 4. April 2015 von lyrikzeitung
Proben aus Stolterfohts „neu-jerusalem“ findet man auch in der neuen Ausgabe, der Nummer 7 des Online-Magazins „karawa.net“, das sich diesmal ein Gruppenporträt vorgenommen hat – nämlich ein ästhetisches Profil von „Captain Morgenstern“, was sich rasch als eine poetische Fusion des skurrilen Reimkünstlers Christian Morgenstern mit dem kanadischen Buchstabenspieler Barrie Phillip Nichol entpuppt. Der eigensinnige Kanadier Nichol hat in den sechziger und siebziger Jahren bizarre Formen des visuellen Gedichts entwickelt, eine Mischung zwischen Text, Comic und konkreter Poesie. In „karawa.net“ 7 werden nun Reminiszenzen an Nichols „Captain Poetry“ mit Übermalungen von Morgenstern-Gedichten zusammengeführt. Norbert Lange übersetzt einige Beispiele aus dem „Captain Poetry“-Projekt: „lieber Captain Poetry/ deine texte ordinär/ kein sonett / papier bleibt leer / egal wie oft du´s versuchtest / in nächten seit ich dich kenne / rutsch mir von der pelle!“ / Michael Braun, Poetenladen
Außerdem in der Zeitschriftenschau von Michael Braun:
Veröffentlicht am 3. April 2015 von lyrikzeitung
Zum 100. Geburtstag von Karl Krolow, dem 11.3. 1915, schrieb Peter Mohr auf literaturkritik.de:
(…) Fast unüberschaubar ist das Werk, das Karl Krolow in über fünf Jahrzehnten literarischer Arbeit vorgelegt hat. In dieser Zeit erschienen um die 30 Gedichtbände, ebenso viele Bände Skizzen, Essays, theoretische Abhandlungen über die Lyrik, Prosa, zahllose Aufsätze, Übersetzungen und Rezensionen. Trotz der offenkundigen Vielseitigkeit galt Krolows Hauptaugenmerk stets der Lyrik. 1943 debütierte er mit dem Band „Hochgelobtes, gutes Land“. Die erste lyrische Periode im gigantischen Œuvre ist geprägt von Stilmerkmalen der Naturlyrik Oskar Loerkes und Wilhelm Lehmanns.
Durch die intensive Auseinandersetzung mit der spanischen und französischen Lyrik erhielten Krolows Gedichte Ende der 50er-Jahre einen völlig neuen Impetus. Der Reim verschwand, die Metaphorik dominierte in den Versen dieser Epoche, in denen man Verbindungen zu Garcia Lorca, Mallarmé und Else Lasker-Schüler entdecken kann. Der nächste Bruch vollzog sich Mitte der 1960er-Jahre, als Krolow – unter dem Einfluss junger US- Lyriker – das prosaisch-narrative Gedicht favorisierte. Zwei Jahrzehnte später – beginnend mit dem Band „Herbstsonett an Hegel“ (1981) – wandte sich der 1956 mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnete Autor zu seinen dichterischen Anfängen zurück. Dieser Rückkehr zum Reim, zu Sonett, Terzine und Sestine haftete der Odem der Altersmelancholie an. (…)
Veröffentlicht am 3. April 2015 von lyrikzeitung
Veröffentlicht am 3. April 2015 von lyrikzeitung
Der Dichter Paulus Böhmer ist mit dem diesjährigen Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik ausgezeichnet worden. Allerdings konnte der 78-Jährige aus Krankheitsgründen die Auszeichnung am Donnerstag nicht selbst entgegennehmen.
Der in Frankfurt am Main lebende Böhmer bekam die mit 10 000 Euro dotierte Ehrung für seinen Gedichtband «Zum Wasser will alles Wasser will weg» zugesprochen. / Westdeutsche Zeitung
Veröffentlicht am 3. April 2015 von lyrikzeitung
Mit Jan Wagners „Regentonnenvariationen“ steht ein Gedichtband in der SPIEGEL-Bestsellerliste auf Platz fünf. Wir beantworten die entscheidende Frage: Und das soll ich lesen?
Maren Keller: Regelmäßig wird ja behauptet, auf der Bestsellerliste stünde nur Schund und Trivialliteratur. Und nun – siehe da – hat es ein Gedichtband auf Platz fünf geschafft. Können alle, die sich stets um den Massengeschmack sorgen, jetzt ein für allemal beruhigt aufatmen?
Sebastian Hammelehle: Ich war gerade im 10. Stock und habe im SPIEGEL-Archiv nachgeschaut. Als Durs Grünbein 1995 den Büchnerpreis bekam, hat er es nicht auf die Bestsellerliste geschafft. Robert Gernhardts letzter Lyrikband kam 2006 bis auf Platz zehn, Tomas Tranströmers „Gesammelte Gedichte“ nach dem Nobelpreis im Jahr 2011 bis auf Platz 17. Insofern sind Jan Wagners „Regentonnenvariationen“ auf Platz fünf so exotisch wie ein Einhorn auf der Autobahn.
Keller: Mal abgesehen vom Werbeeffekt, der mit dem Preis der Leipziger Buchmesse einhergeht – wie erklärt sich dieses Bestseller-Wunder? Liegt es an den Vorgarten-Themen? Dem raffinierten Spiel mit den lyrischen Formen, für das Wagner gelobt wird? Oder waren Gedichte über Koalas ganz einfach überfällig?
Hammelehle: Du kannst dir vorstellen, dass ich angesichts des Titels „Regentonnenvariationen“ bereit stand, den „Landlust“-Vorwurf zu erheben. Auch habe ich mich wochenlang schwer getan, Wagners Gedichten irgendetwas abzugewinnen und mich über Georg Diez‘ Kolumne zum Leipziger Preis gefreut. Aber: Als ich dann endlich Ruhe und die entsprechende Konzentration gefunden hatte, war ich doch angetan von Wagners Lyrik. Sie ist spröde, spricht die Leser emotional nur sehr zurückhaltend an. Unser Social-Media-Redakteur, dem ich das Buch geliehen hatte, hat mich begeistert auf den „Versuch über Mücken“ hingewiesen: „Als hätten sich alle Buchstaben auf einmal aus der Zeitung gelöst und stünden als Schwarm in der Luft.“ Solche Beobachtungen und Sprachbilder machen einen Gutteil des Reizes von Wagners Gedichten aus.
(…)
Keller: Ist dieses Buch das richtige, um es stellvertretend für die Lyrik einer ganzen Generation zu lesen? Die Verkaufszahlen legen nahe, dass ziemlich viele Leser das gerade tun.
Hammelehle: Ich finde Wagner ja nicht interessant, weil er den Preis bekommen hat – sondern obwohl er ihn bekommen hat. Der Lyriker als Vertreter, das ist mir ein bisschen zu prosaisch.
Jan Wagner:
Regentonnenvariationen
Gedichte
Delius Klasing;
192 Seiten; 19,90 Euro.

Veröffentlicht am 2. April 2015 von lyrikzeitung
Veröffentlicht am 2. April 2015 von lyrikzeitung
Zum ersten Mal geht der Israel-Preis für Dichtung und Literatur an einen Juden sefardischer Abstammung, Erez Biton. Der Autor erklärte am Montag, er stehe für die hebräische Lyrik, nicht die Ostjuden.
Die Jury unter Leitung von Professor Avner Holzman beschrieb seine fünf Gedichtsammlungen als „Modelle eines exemplarischen, mutigen, sensiblen und tiefen Kampfes mit einem breiten Spektrum von persönlichen und kollektiven Erfahrungen rund um die Schmerzen der Einwanderung und die Schwierigkeit, in Israel Wurzeln zu fassen sowie die Etablierung einer mizrachischen Identität als untrennbaren Teil des Angesichts von Israel.“ (Mizrachim ist der in Israel gebräuchliche Name für Juden aus Asien und dem arabischen Raum). Biton, der als Kind marokkanischer Eltern in Algerien geboren wurde und mit 6 Jahren nach Israel kam, erhielt bereits den Yehuda-Amichai- und den Bialikpreis.
Veröffentlicht am 2. April 2015 von lyrikzeitung
Ihr [Elke Erbs] neuer Gedichtband „Sonnenklar“ vereint Texte aus mehr als vier Jahrzehnten – die frühesten sind 1968, die jüngsten 2014 entstanden. Dazwischen liegt die politische Zäsur von 1989, die das poetische Sprechen von Elke Erb nicht wesentlich tangiert zu haben scheint. Was Elke Erb in ihren Gedichten benennt, erfährt eine poetische Verzauberung. Zum lyrischen Zwiegespräch animieren sie ein Floh im Ohr, die Brandung der Ostsee, ein Esel im Himalaya, eine Dorfstraße irgendwo. So schwimmt etwa in dem Gedicht „Ein Gespräch in der U 8“ ein Hai auf das U-Bahn fahrende lyrische Subjekt zu, das aber keine Angst, sondern Freude verspürt. Geschautes wird übertragen in feinste Sprachfäden, die sich zu Wortlandschaften verdichten. / Michael Opitz, DLR
Elke Erb: „Sonnenklar. Gedichte“
roughbooks Verlag, Solothurn 2015
96 Seiten, 10,00 Euro
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