Kategorie: Schweiz

Der Unwissende

Jaccottet nimmt nahezu unscheinbare Verschiebungen vor, um aus dem Alltäglichen eine eigene Perspektive herauszuschälen und einen erfahrungsgesättigten poetischen Ton für das Bekannte zu finden. „Wie fügt sich die Poesie in das Alltägliche ein?“ fragt er. Und antwortet: „Entweder ist sie ein Schmuck, oder sie… Continue Reading „Der Unwissende“

Schnellstes Buch

Was für ein herrliches Vergnügen: mal nicht ein Buch im Alleingang und mit vielen Mühen zu machen, sondern schnell, einfach, witzig und mit vielen interessanten Menschen ­ davon träumt man immer. Und seit gestern können wir sagen: Wir haben es vollbracht! Das ist nur… Continue Reading „Schnellstes Buch“

Lever du Poète

Denn Chessex wechselt im Lauf des Tages seine Arbeitstische, indem er dem Lauf der Sonne folgt. Als Frühaufsteher begrüsst er den Tag mit einem lyrischen Morgengesang, es ist der Moment vor dem alltäglichen Sündenfall – le lever du poète, und die Teufelchen, noch matinal… Continue Reading „Lever du Poète“

Adolf Wölfli in New York

Es sieht so aus, als hätten die ihn bedrängenden Stimmen ihm seinen Lebenslauf mehr und mehr in monströsen Zahlengebäuden diktiert, oder – wie in dem «Album mit Tänzen und Märschen» – in phonetische Klangmuster übersetzt. Allemal aber folgt die Algebra seiner Visionen einer eigensinnigen… Continue Reading „Adolf Wölfli in New York“

The artist-composer-poet Adolf Wölfli

Die New York Times*) vom 28.2.03 berichtet enthusiastisch über eine Ausstellung des Schweizer Dichters, Malers und Komponisten Adolf Wölfli, der 35 Jahre in einer Berner Nervenheilanstalt verbrachte. With the stunning retrospective of the work of the artist-composer-poet Adolf Wölfli at the American Folk Art… Continue Reading „The artist-composer-poet Adolf Wölfli“

Gedichte zum Sonnabend

Klaus Merz, NZZ 8.2.03 – – – Stéphane Mallarmé , ebd . – – – Friedrich Schiller, FAZ 8.2.03

Mal politisch,

meist aber voller Eros, Liebe und Zärtlichkeit schreiben diese Frauen. „Als ich ihre Liebesgedichte gemacht habe, war ich ein Jahr lang eine Frau“, sagt Dutli zu seiner Übersetzertätigkeit und beschreibt damit seine eigene Innigkeit, Vertrautheit, ja Verliebtheit zu den Texten. „Mit dem Strohhalm trinkst… Continue Reading „Mal politisch,“

Schattenhangschreiten

Der da spricht, ist ein Querstromschwimmer: Gewagt das Überqueren gewagt meine Stimme der breite Strom Der sensible Beobachter geht ein in die Flusslandschaft: Da ein Ufer dort ein anderes auch nicht meines mit weicher Kreide gezeichnet Lastkähne Rebzeilen badisches Land Herbstgerüche wagen sich über… Continue Reading „Schattenhangschreiten“

Natürlich die Schweizer!

Die Literatur haben die Schweizer zwar nicht erfunden, doch gewinnt man beim Lesen den Eindruck, viele Autorinnen und Autoren hierzulande seien daran, ihre Stimme zu (er)finden. Schreiben die Schweizer. Und das Buch dazu heißt: Natürlich die Schweizer! / St. Galler Tagblatt 25.11.02 (wo es… Continue Reading „Natürlich die Schweizer!“

Kuno Raeber

Hier wird solche Konzentration zum Prinzip erhoben, mit dem Ziel, lyrisches Sprechen vom historisch-mythologischen «Mobiliar» zu befreien: «Nur noch die paar alten Bilder, die seit jeher in mir lagen.» Ein ganz neues Element bringt dann 1985 der Band «Abgewandt Zugewandt», nach einer Zeile aus… Continue Reading „Kuno Raeber“

Jeder Zeit andere Gedichte

Felix Philipp Ingold: «Jeder Zeit andere Gedichte». Droschl Verlag, Graz 2002. Fr. 23.- / St. Galler TAGBLATT , 11. November 2002 – In der gleichen Zeitung stand am 8.11. die Meldung, daß 1100 Jahre alte, mit Neumen aufgezeichnete gregorianische Gesänge des „Codex Sangallensis 390-391“… Continue Reading „Jeder Zeit andere Gedichte“

Romanisch-deutscher Autor

Er hatte journalistische wie dramaturgische Ambitionen, wollte Lyriker sein und Romancier, Theater- und Radiomensch, Sänger, Alleinunterhalter und ein bisschen sogar Zauberer, der seine Umgebung mit Kunststückchen und Tricks zum Staunen bringt.» Mit diesen Worten charakterisiert Iso Camartin im Nachwort zum Sammelband «Wie wärs mit… Continue Reading „Romanisch-deutscher Autor“

Lyrische Schweiz

Doch entdeckt werden wollen (und sollen) vor allem die hierzulande weniger Präsenten: etwa Erika Burkarts „Familienballade“, die einem Zustand zustrebt, „in dem sich das Schweigen / ein neues Gehör schafft“, oder Lajser Ajchenrands Trauer- und Gedächtnistexte über den Holocaust in jiddischer Sprache, diverse Mundart-… Continue Reading „Lyrische Schweiz“

Er hätte zum Götterliebling

der Nachkriegslyrik werden können. Kein zweiter Jungdichter der beginnenden fünfziger Jahre verstand sich so souverän auf das lyrische Rollenspiel mit mythischer Maskerade. Da war die traumwandlerische Sicherheit beim Umgang mit den Beständen der römischen Kulturgeschichte und der christlichen Heiligenlegenden. Und da war das bildungsstolze… Continue Reading „Er hätte zum Götterliebling“

Naturvorscher & Dichter

NZZ (28.9.02) berichtet über ein Basler Theaterprojekt um Adolf Wölfli, den «Nathurvorscher, Dichter, Schreiber, Zeichner, Componist, Landarbeiter, Melker, Handlanger, Gäärtner, Gipser, Zementter, Bahn-Arbeitter, Taglöhner, Scheeren-Schleifer, Fischer, Schiffer, Jäger, Welsch-Heuer, Tohthen-Gräber und Soldat des Emmenthaler-Battaillons 3. Kompanie, 3. Sektion. Ebjä!!»