Kategorie: Europa

Berliner Anthologie

Rolf Schneiders Berliner Anthologie; Frank-Wolf Matthies: Donnerstag in Pankow/ Morgenpost 31.8.03 / Mascha Kaléko: Julinacht an der Gedächtniskirche, ebd. 24.8.03 / Hoffmann von Fallersleben: Berliner Kaffeehaus, ebd. 17.8.03 / Wolf Biermann: Berlin du deutsche deutsche Frau, ebd. 20.7.03

Mut zur Blamage

Die meist freien, gelegentlich gereimten Verse lesen sich flott weg; der Ton ist süffig, schelmisch, genießerisch und selbstsicher. Im Mittelteil werden, knapp und mürrisch-lüstern, die Kopulationen eines vertrauten Paars beschworen. Das mag auf den ersten Blick ein bisschen beherzt wirken – wenn etwa das… Continue Reading „Mut zur Blamage“

Wo nichts drin ist…

Am 28.8.03 starb in Berlin der Schriftsteller Peter Hacks. MDR-Nachrichten 29.8.03 Auch als Lyriker war er äusserst produktiv, auch da den klassischen Formen verpflichtet, oft witzig, überraschend, gelegentlich verschmockt. … Dass ihm der lautlose Untergang der DDR nicht gut bekommen ist, hat er, seiner… Continue Reading „Wo nichts drin ist…“

Prinzipiell unbrauchbar

„ER allein tönt, / und sein Finger hebt richtungsweisend. / Einen Erlass nach dem anderen hufeisengleich schmiedend: / Den schlägt er damit in den Leib, den vor die Stirn, den ins Gesicht, den in die Augen. / Jede Hinrichtung bereitet ihm Vergnügen / Und… Continue Reading „Prinzipiell unbrauchbar“

Neue heilige Texte

Dann erschien im Frühjahr 2001 der Doppelband 7/8 mit den «Gesängen» gleichsam als Schlussstein von Sattlers [Hölderlin-]Ausgabe – und unter die vielen anerkennenden Kommentare mischten sich da und dort auch konsternierte, gar entrüstete Stimmen. Sattler huldige dem modischen Kult des Fragmentarischen, hiess es etwa;… Continue Reading „Neue heilige Texte“

„Ostalgieshows“

In der FR vom 28.8.03 schreibt er über das gleiche Thema (?) am Beispiel der „Ostalgieshows“, Zitat: Aber welcher Ostdeutsche vergleicht sich schon mit einem Polen oder Tschechen? Ein paar kenne ich, lieber Richard Wagner, die das seit, mindestens, den späten 60er Jahren taten… Continue Reading „„Ostalgieshows““

Toter Dichter – guter Dichter

Schlechte Nachrichten für junge & lebende Dichter: According to the Poetry Society’s findings, just 28 of the poets published by the UK’s eight major imprints are under 40. More evidence of this stark „generation gap“ is reflected in an Arts Council snapshot of the… Continue Reading „Toter Dichter – guter Dichter“

Unsure what a poem means?

Sometimes even its author won’t know, warns James Fenton / The Guardian August 23, 2003

Viivi Luik, Estland

Ein Privileg war es, mit zwei Grossmüttern zwei Heimaten zu haben. Bei der einen wohnte sie mit ihren Eltern. Der Vater war ein Monteur, der im ganzen Land für die elektrischen Installationen in Käsereibetrieben unterwegs war. Die andere Grossmutter lebte in einem Nachbardorf. Weil… Continue Reading „Viivi Luik, Estland“

Versschmuggel

Im Gedicht „Praha 1990“ der Französisch-Schweizerin Sylviane Dupuis beginnt die zweite Strophe mit dem Ausruf „Étrangère!“, der die schockartige Erfahrung der Fremdheit pointiert an den Anfang setzt. Barbara Köhler verbannt die „Fremde“ ans Versende und macht aus ihr eine blasser wirkende Apposition: „Du wirst… Continue Reading „Versschmuggel“

Gedichtregen

Die chilenische Kulturzeitschrift „CasaGrande“ wollte Blätter mit Texten chilenischer und deutscher Dichter auf die Stadt niederflattern lassen. Aber die örtlichen „Organe“ erlauben es nicht: Bereits mehrmals hat die Zeitschrift ihr ungewöhnliches Projekt erfolgreich verwirklicht. Die erste Etappe von „Lluvia de Poemas“ (Gedichtregen) war La… Continue Reading „Gedichtregen“

Charlotte Mew

It is hard to understand why the English poet Charlotte Mew (1869-1928) isn’t better known. She deserves more readers. Virginia Woolf recognized that she was „very good and interesting and unlike anyone else,“ and Thomas Hardy, whom she revered as the „King of Wessex,“… Continue Reading „Charlotte Mew“

Martin Merz (1950 – 1983)

Ungeschönt und ungekürzt sind alle Texte versammelt, die Martin Merz in die Tasten seiner Schreibmaschine gehämmert hat – ohne je zu korrigieren, ohne Widerruf oder Überarbeitung, wie Klaus Merz von der quasi eruptiven Schreibweise seines Bruders berichtet. So bleibt einem beim Lesen, den qualitativen… Continue Reading „Martin Merz (1950 – 1983)“

Becherhymne

Wie Adorno Eislers Vertonung der Becherhymne als ästhetischen Widerstand las, zeigt D. Razumovsky in der SZ vom 20.8.03

Archiv unterdrückter Literatur in der DDR

Die Autoren Ines Geipel und Joachim Walther haben jetzt bekannt gegeben, daß sie an einem „Archiv unterdrückter Literatur in der DDR“ arbeiten. Für Literaturwissenschaftler könnte sich hier ein Fundgrube auftun, etwa in den Gedichten von Edeltraut Eckert, deren Schwester ein Schreibheft mit 101 Gefängnis-Gedichten… Continue Reading „Archiv unterdrückter Literatur in der DDR“