Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Christopher Schmidt sprach mit dem Shakespeare-Übersetzer Frank Günther (Süddeutsche Zeitung 6.8.): Günther: Die kanonisierte Übersetzung ist die von Schlegel, die ebenso wenig aussterben wird wie die Luther-Bibel. Das hat einen bestimmten Ton, den man mit Shakespeare identifiziert, das ist die Benchmark. Gleichzeitig gibt es… Continue Reading „54. Mehrwert des Blankverses“
Nicht Respekt, sondern Zweifel ist das Instrumentarium dessen, der sich seiner Identität immer neu vergewissern muss. Ein beständiges Ich gibt es bei Ališanka nicht, nur eines, das Rollen erprobt, um sie wieder zu verwerfen. Weder Theoreme noch Definitionen kommen ihm bei. Symptomatisch heisst es… Continue Reading „53. exemplum“
Der mit 20 000 Euro dotierte Kranichsteiner Literaturpreis geht an den Schriftsteller und Übersetzer Jan Wagner. Wagner erhalte die vom Deutschen Literaturfonds ausgelobte Auszeichnung in Anerkennung für sein Werk, insbesondere für den im Jahr 2010 veröffentlichten Gedichtband «Australien». Seine Lyrik «belebe mit freiem und… Continue Reading „52. Kranichsteiner Literaturpreis für Jan Wagner“
Die 13. Klassen des Christophorus-Gymnasiums Altensteig bekamen im Deutschunterricht Besuch von dem aus Berlin stammenden Lyriker Ulrich Kolbe. … Auf die Frage, ob die Interpretation eines Gedichtes oder anderer Texte in der Schule Sinn mache, erklärte Kolbe, dass eine Interpretation sinnvoll sei, weil man… Continue Reading „51. Kolbe im Unterricht“
Jetzt brachte Wolf den Text, der ihn nie losgelassen hatte. Weil in ihm mächtige Propaganda, Inbegriff befohlener Ordnung und von verordnetem Denken, von einem Ich selbst-bewusst hinterfragt wird. Es war ein Text von Albrecht von Johansdorf: „Die hinnen varen …“ Ein Kreuzzugslied, so heißt… Continue Reading „49. Jerusalem frohlocke“
relevant.at veröffentlicht ohne weitere Erklärungen (jedenfalls finde ich keine) eine Reihe von Bibliografien von Klassikern der neueren deutschen Literatur (wie Arno Schmidt, Wolfgang Koeppen, Peter Weiss, Gerhart Hauptmann, Ingeborg Bachmann, Peter Rühmkorf, Peter Huchel…). Nützlich eine von Ernst Jandl, mit langer Liste von Veröffentlichungen… Continue Reading „48. Jandl-Bibliografie“
Die so vorgegebene Dreiteilung des vorwiegend durch Einstimmigkeit geprägten Programms bekam durch Bachs Solo-Cello-Suite Nr. 3 C-Dur BWV 1009 ihre stilistisch wohlüberlegte Gliederung. Einer text-literarischen inhaltlichen Ausdeutung gleich war die Hereinnahme der Gedichte der Schweizer Benediktinerin, Silja Walter (1919-2011). Somit standen urchristliche liturgische Texte… Continue Reading „47. Konzert mit Silja Walters Gedichten“
Welche Stellung haben die Tagebücher in seinem Gesamtwerk? HIRTE: Mühsam ist bekannt für seine politischen Spottverse und seine Lyrik, für seine beißenden Polemiken und seine „Unpolitischen Erinnerungen“. Aber die Tagebücher sind sein Hauptwerk, sein Lebensroman. Ich halte sie auch literarisch für bedeutender und folgenreicher als… Continue Reading „46. Mühsams Lebensroman“
Thomas Kling, der seine ersten Gedicht-Kassiber in die bundesdeutsche Literaturlandschaft in der Zeit der Neuen Subjektivität schickte, grenzte sich von dieser sich ins Innere und private zurückziehenden Literatur von Anfang an ab. Ihn interessierte vielmehr das Brodelnde und Schäumende an der Sprache, ihre unauflösbare… Continue Reading „45. Das brennende Archiv“
Von Thomas Kunst ICH RISS DEN SCHEISSHAUSFLIEGEN AB UND ZU Die Flügel raus, von wegen Starallüren, Mein Wagen mit den aufklappbaren Türen: Ein Cardinal Red Silver Shadow II. Metallisch blau, die Tiere brummten, Schäden Am Motor gab es keine, Matsch und Schnee. Die Rallye… Continue Reading „44. Gedicht“
Was viele Griechen heute empfinden, hat der größte neugriechische Dichter, Konstantin Kavafis (1863-1933), mit prophetischer Präzision aufgeschrieben. Das 1928 geschriebene Gedicht „In einer großen griechischen Kolonie, 200 v. Chr.“ beginnt so: Daß in der Kolonie nicht alles zum Besten steht, Daran gibt es überhaupt… Continue Reading „43. Prophetische Präzision“
Seit 21 Jahren erscheint im kleinen Verlag Pre-Textos, Valencia, einem der wenigen, die sich – bis jetzt noch – die Unabhängigkeit bewahren konnten, in regelmässigen Abständen das Tagebuch oder die «novela en marcha» (der Unterwegsroman) von Andrés Trapiello unter dem Gesamttitel «Salón de pasos… Continue Reading „42. Wahnsinnsding“
SWR2 Forum Buch Redaktion/Moderation: Uwe Kossack hier zum Nachhören darin: Keiner weiß, woher Gedichte kommen Katharina Schultens: gierstabil. Gedichte. Luxbooks 19,80 Euro (Besprechung von Ulrich Rüdenauer – in der Sendung liest Katharina Schultens 3 Gedichte) Die 1980 geborene Lyrikerin legt mit „gierstabil“ bereits ihren… Continue Reading „41. Gierstabilität“
Denn weit draussen gegen das Münstertal zu, zwar unmittelbar an der Strasse, aber dennoch sehr einsam, wohnte er die letzten sechs Jahre seines Lebens. Er war viel unterwegs, schreiben aber mochte er nur zu Hause, wo seine Frau Monica die zu Versen geformten Gedanken… Continue Reading „40. Huchel und Staufen“
Er war ein populärer Dichter, vor allem dank seines Mundart-Zyklus „Wien wörtlich“, beherrschte aber auch die poetische Hochsprache eines Rilke oder Anton Wildgans. Seine Position im Nationalsozialismus – er pries Hitler – ist schon lange ein Stein des Anstoßes: Nun gibt es eine neue… Continue Reading „39. Soll Weinheber bleiben?“
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