Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Christian Morgenstern (* 6. Mai 1871 in München; † 31. März 1914 in Untermais, Österreich) Das Butterbrotpapier Ein Butterbrotpapier im Wald, – da es beschneit wird, fühlt sich kalt . . . In seiner Angst, wiewohl es nie an Denken vorher irgendwie gedacht, natürlich,… Continue Reading „Das Butterbrotpapier“
Miklós Radnóti (geboren als Miklós Glatter, 5. Mai 1909 in Budapest, Österreich- Ungarn; gestorben 9. November 1944 auf einem Gewaltmarsch* bei Abda nahe Győr) Berlin: Volk und Welt, 1967, S. 89. Nachdichtung und Nachwort Franz Fühmann Forced March You’re crazy. You fall down,… Continue Reading „Gewaltmarsch“
Wilhelm Lehmann (* 4. Mai 1882 in Puerto Cabello, Venezuela; † 17. November 1968 in Eckernförde) AUF SOMMERLICHEM FRIEDHOF (1944) In memoriam Oskar Loerke Der Fliegenschnäpper steinauf, steinab. Der Rosenduft begräbt dein Grab. Es könnte nirgend stiller sein. Der darin liegt, erschein, erschein! Der… Continue Reading „Friedhof 1944“
Antonio di Meglio (Leonardo da Vinci) (* 15. April 1452 in Anchiano bei Vinci; † 2. Mai 1519 auf Schloss Clos Lucé, Amboise) Kannst du dein Wollen nicht, dein Können wolle! Wer will, was er nicht kann, muß Klugheit missen; Doch dem, der nie… Continue Reading „Wollen Können Dürfen“
Eine Seite der „Aktion“, 18. Juni 1913 Else Lasker-Schüler Doktor Benn Er steigt hinunter ins Gewölbe seines Krankenhauses und schneidet die Toten auf. Ein Nimmersatt, sich zu bereichern an Geheimnis. Er sagt: „tot ist tot“. Dennoch fromm im Nichtglauben liebt er die Häuser der… Continue Reading „Dialog“
Konrad Weiß (* 1. Mai 1880 in Rauhenbretzingen bei Schwäbisch Hall; † 4. Januar 1940 in München) Der Mond Ein abgebrochenes Stück, Dem goldnen gleich vom Pol Herabgedrückt zum Hohl Der bangen Mitternacht, Bleibt ihm mit scharfem Rand zurück, Wem? Diesem, der da blickt,… Continue Reading „Mond“
Georg Kulka (* 5. Juni 1897 in Weidling/ Niederösterreich; † 29. April 1929 in Wien) CHARISMA Winkel. Wahn. Witzig. Fletschen. Überwältigt. Loch. Zuschnüren. Speere. Anfechten. Mager. Schlottern. Entzwei. Pupille. Aufgeschnitten. Erwägung. Besudeln. Jung. Stolpern. Zersinken. Schlaf. Mißgeschickt. Galopp. Kauern. Stellung. Brauen. Narkose. Geschehen. So.… Continue Reading „Prosagedicht“
Karl Kraus (* 28. April 1874 in Jičín, Böhmen; † 12. Juni 1936 in Wien) Bekenntnis Ich bin nur einer von den Epigonen, die in dem alten Haus der Sprache wohnen. Doch hab’ ich drin mein eigenes Erleben, ich breche aus und ich zerstöre… Continue Reading „Haus der Sprache“
Johann Wolfgang von Goethe Hatem Locken, haltet mich gefangen In dem Kreise des Gesichts! Euch geliebten braunen Schlangen Zu erwidern hab‘ ich Nichts. Nur dies Herz, es ist von Dauer, Schwillt in jugendlichstem Flor; Unter Schnee und Nebelschauer Ras’t ein Ätna dir hervor. Du… Continue Reading „Hatem“
Die Natur im Nordosten ist langsamer. Dieses Jahr aber zwei Wochen früher. Deshalb ein Mailied, ein altes von Rügen. Wald und Feld liegen ausgebreit’ in wundervoller Farben Kleid; die süßen Vögelein sind schon da. Sie üben ihren süßen Schall fröhlichen Herzens überall mal ich… Continue Reading „Wizlaw schrieb das“
Louise Labé (* ca. 1524 in Lyon; † 25. April 1566 in Parcieux- en-Dombes bei Lyon) Ô beaus yeus bruns, ô regards destournez, Ô chaus soupirs, ô larmes espandues, Ô noires nuits vainement attendues, Ô jours luisans vainement retournez : Ô tristes pleins, ô… Continue Reading „3 Fassungen“
Silja Walter (* Cécile Walter am 23. April 1919 in Rickenbach bei Olten; † 31. Januar 2011 im Kloster Fahr) TÄNZERIN Der Tanz ist aus. Mein Herz ist süß wie Nüsse, Und was ich denke, blüht mir aus der Haut. Wenn ich jetzt sacht… Continue Reading „Silja Walter 100“
Christiana Büsching (auch Christiane Büsching, geborene Polyxena Christiane Auguste Dilthey; * 11. Dezember 1728 in Köthen, Anhalt; † 22. April 1777 in Berlin) Aus: Zufällige Gedanken bey dem Rath einiger Freunde, sich in mehreren Wissenschaften zu üben Ja meine unschuldsvolle Lieder, Die nur Natur… Continue Reading „Zufällige Gedanken bey dem Rath einiger Freunde“
Zu dem Leser dieser nachfolgenden Büchlein Ulrich von Hutten Die Wahrheit ist von neuem geborn, Und hat der Betrug sein Schein verlorn, Des sey Gott jeder Lob und Ehr, Und acht nicht fürder Lügen mehr Ja, sag ich, Wahrheit was verdruckt, (a)… Continue Reading „Die Wahrheit ist von neuem geborn“
norbert c. kaser (* 19. April 1947 in Brixen, Südtirol; † 21. August 1978 in Bruneck) Aus: norbert c. kaser: gedichte (gesammelte werke band 1) Hrsg. Sigurd Paul Scheichl. Innsbruck: Haymon, 1988, S. 413 svp: Südtiroler Volkspartei it.: Italiener
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