Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Chaim Nachman Bialik „(hebräisch חיים נחמן ביאליק, vereinzelt auch: Chaim Nachum Bialik; geboren 9. Januar 1873 im Dorf Radi, in der Nähe von Schitomir, Russisches Kaiserreich [heute Ukraine]; gestorben 4. Juli 1934 in Wien) war ein jüdischer Dichter, Autor und Journalist, der auf Hebräisch… Continue Reading „Liebeslied“
Sergej Jessenin (russisch Сергей Александрович Есенин, wiss. Transliteration Sergej Aleksandrovič Esenin; * 21. September jul./ 3. Oktober 1895 greg. in Konstantinowo, Gouvernement Rjasan, Russisches Kaiserreich; † 28. Dezember 1925 in Leningrad) Den Grobian verfolgt die Lust, den Zärtlichen die Traurigkeit. Ich brauche niemanden, gewiss,… Continue Reading „Den Grobian verfolgt die Lust“
Wilhelm Müller (* 7. Oktober 1794 in Dessau; † 1. Oktober 1827 ebenda) Gute Nacht Fremd bin ich eingezogen, Fremd zieh‘ ich wieder aus. Der Mai war mir gewogen Mit manchem Blumenstrauß. Das Mädchen sprach von Liebe, Die Mutter gar von Eh‘ – Nun… Continue Reading „Fremd bin ich / eingezogen fremd“
Vojtech Mihálik (* 30. März 1926, Dolná Streda, Slowakei, † 3. November 2001, Bratislava) Anleitung zum Lesen von Gedichten Noch ehe ihr euch entschließt, Gedichte zu lesen, bringt Erinnrungen, Phrenologie und Erdkunde in euch zum Schweigen. Schneidet euch die Nägel. Schiebt zwischen Umschlag und… Continue Reading „Lest langsam“
Günter Kunert (1929-2019) Junges Paar an der Ecke Plätze finden, fröhlich sich zu paaren, Das ist schwer für solche ohne Raum. Leichter seinen Samen aufzusparen Für die Nacht und für den kargen Traum. Traum von warmen Kammern und von Betten, Nicht nur drin zu… Continue Reading „Kreuzbraves Lied“
Günter Kunert (* 6. März 1929 in Berlin; † 21. September 2019 in Kaisborstel) Wolf Biermann singt Günter Kunert „Wie ich ein Fisch wurde“ Biermanns Vertonung ist für mich interessant, weil er (eigentlich bei allen Titeln auf der Platte „Hälfte des Lebens“) radikal das… Continue Reading „Wie ich ein Fisch wurde“
Antioch Kantemir (russisch Антиох Дмитриевич Кантемир; * 10. September jul./ 21. September 1708 greg. in Konstantinopel; † 31. März jul./ 11. April 1744 greg. in Paris) Erste Satire: An die Verächter der Wissenschaft An meinen· Verstand Unreife Frucht flüchtiger Studien: mein Verstand, Gib endlich… Continue Reading „An die Verächter der Wissenschaft“
Oskar Kanehl (* 5. Oktober 1888 in Berlin; † 28. Mai 1929 ebenda) Krieg Was jubelt ihr und schwenkt die bunten Tücher? Und brüllt den Krieg? Werdet vor heiligem Gottgeist schamrot! Hunger und Seuche und Tod feiern den Sieg. Was schießt ihr plötzlich auf… Continue Reading „Krieg“
EINGANG DES PILATUS (der Sage von Pilatus) (Straßburger Handschrift) 12. Jahrhundert Man sagt von der deutschen Zunge* Sie sei nicht bezwungen Sei hart zu fügen. Wer sie oft schlüge Dem würde sie schmeidig Wie Stahl zart und schneidig Der vom Hammergestoß Auf dem Amboß… Continue Reading „Dichterhandwerk“
Tudor Arghezi (* 21. Mai 1880 in Bukarest; † 14. Juli 1967 ebenda) Verklärung Obwohl ich ihr sagte, daß ich’s nicht will, gab mir die Nacht im Schlaf ganz still die Urne des Dunkels, ich trank sie leer. Nun komme, was wolle, bald wissen… Continue Reading „Verklärung“
Hans Arp (* 16. September 1886 in Straßburg; † 7. Juni 1966 in Basel) Aus: Die Wolkenpumpe … an allen enden stehen jetzt dadaisten auf aber es sind im grunde nur vermummte defregger sie ahmen den zungenschlag und das zungenzucken der wolkenpumpe nach ein… Continue Reading „an allen enden“
Petr Bezruč (* 15. September 1867 in Opava; † 12. Februar 1958 in Olmütz / Olomouc) Du und ich Geh aus dem Wege: schwarz meine Hände und feucht meine Kleider, du der Besitzer, und ich schuft im Berge, dir der Palast, mir der Katen… Continue Reading „Du und ich“
Julian Tuwim (* 13. September 1894 in Łódź; † 27. Dezember 1953 in Zakopane) Politische Jamben Sie sagen – sehr geehrter Herr -, daß mich die Politik nicht ziert. Denn Magier, Alchimist sei ich vielmehr, der Wortessenz im Tiegel destilliert: ein Fabrikant von zaub’rischer… Continue Reading „Ein Dichter höchst politischer Natur“
Adam Asnyk (* 11. September 1838 in Kalisch, Russisch-Polen; † 2. August 1897 in Krakau) Erste Strophe eines Gedichts DEM XIX. JAHRHUNDERT Zeit ohne Zukunft, ohne Tagvertrauen, Die uns am Abgrund düster hingestellte Lehrmeisterin in Nichtigkeit und Grauen, Dem Geiste Martergruft und Grabeskälte; O… Continue Reading „Erinnerung an das vorvorige Jahrhundert“
Neueste Kommentare