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Martin Winter es es ist alles die geschichte es ist alles ein gedicht es ist alles bei tabori es ist alles einfach nicht es ist alles sarajewo es ist alles tiananmen es ist alles Srebrenica es ist alles nicht so schoen es ist alles… Continue Reading „Es“
Seit rund anderthalb Jahrtausenden leben Juden in Deutschland, sie haben natürlich auch gedichtet. Manche auf Deutsch, wie vielleicht als Erster der einzige jüdische Minnesänger Süßkind von Trimberg (ob er Jude wahr oder sich nur so maskierte, ist umstritten). Obwohl die meisten neueren Dichter wie… Continue Reading „Das hebräische Sonett“
Am 12. März 1918 wird der Dichter Frank Wedekind (* 24. Juli 1864 in Hannover; † 9. März 1918 in München) begraben. Bertolt Brecht Zu Wedekinds Begräbnis Sie standen ratlos in Zylinderhüten. Wie um ein Geieraas. Verstörte Raben. Und ob sie (Tränen schwitzend) sich… Continue Reading „Zu Wedekinds Begräbnis“
Rose Ausländer (* 11. Mai 1901 in Czernowitz, Österreich-Ungarn; † 3. Januar 1988 in Düsseldorf) Folg mir nicht nach, mein Bruder [Nach Itzik Manger. Aus dem Jiddischen] Ich bin der Weg ins Leere, das blonde Sonnensinken, die braune Hirtenflöte, das müde Abendwinken. Folg mir… Continue Reading „Folg mir nicht nach, mein Bruder“
Jaroslav Seifert (* 23. September 1901 in Prag; † 10. Januar 1986 ebenda) Die Pestsäule In die vier Weltrichtungen wendet sich die Vierzahl demobilisierter Fürsten des Engelheeres. Und alle vier Seiten der Welt sind zugeschlossen. Auf dem sonnigen Wege taumelt der alte Säulenschatten von… Continue Reading „Die Pestsäule“
Mascha Kaléko (* 7. Juni 1907 im galizischen Chrzanów, Österreich-Ungarn; † 21. Januar 1975 in Zürich) Inventar 1 Haus ohne Dach Kind ohne Bett Tisch ohne Brot Stern ohne Licht. 2 Fluß ohne Steg Berg ohne Seil Fuß ohne Schuh Flucht ohne Ziel. 3… Continue Reading „Inventar“
Gregor Laschen, geboren 1941 in Paris, steht im Anhang der Anthologie „Kristallisationen“. In anderen Büchern steht: 1943 in Samarkand; 1941 in Casablanca; 1943 in Alexandria. Auch 1942 wird als Geburtsjahr genannt. Tatsächlich stammt er aus Vorpommern. Er ist rechtzeitig weggekommen, aber er wollte wohl nicht… Continue Reading „Fragment“
Stanisław Przybyszewski (* 7. Mai 1868 in Lojewo; † 23. November 1927 in Jaronty bei Inowrocław) Aus: Totenmesse […] Am Anfang war das Geschlecht. Nichts außer ihm – alles in ihm. Das Geschlecht war das ziel- und uferlose Apeiron des alten Anaximander, als er… Continue Reading „Am Anfang war das Geschlecht“
Christian Morgenstern (* 6. Mai 1871 in München; † 31. März 1914 in Untermais, Tirol) Das Knie Ein Knie geht einsam durch die Welt … Es ist ein Knie, sonst nichts! Es ist kein Baum! Es ist kein Zelt! Es ist ein Knie, sonst… Continue Reading „Das Knie“
Jens Peter Jacobsen (* 7. April 1847 in Thisted; † 30. April 1885 ebenda) Fortsetzung und Ende des Gedichts Arabeske, dessen Anfang hier am 30. April zu lesen war. Sechs Zeilen vom Anfang der Strophe sind hier erneut eingerückt, um den Kontext verständlich zu… Continue Reading „Arabeske (Fortsetzung)“
Zum Geburtstag Gottfried Benns (* 2. Mai 1886 in Mansfeld, Brandenburg; † 7. Juli 1956 in Berlin) zwei Gedichte. 1 Nehmen Sie jene erste tauende Nacht im Jahr und die strömenden blauen Streifen des Februar, Nehmen Sie jene Verse, Reime, Strophen, Gedicht, die unsere… Continue Reading „Zweimal Benn“
Frida Bettingen (*5. August 1865 in Ronneburg; † 1. Mai 1924 in Jena) Kriegsbild Ein stummes Haus, die hingestürzte Bank, der Dachstuhl brennend, mit gesenktem Bogen, der schwarze Efeu wurzelnackt, und krank, das Tor des Todes eisern aufgezogen. Die roten Äpfel rösten am Spalier,… Continue Reading „Kriegsbild“
Jens Peter Jacobsen (* 7. April 1847 in Thisted; † 30. April 1885 ebenda) Von den wenigen Gedichten, die J. P. Jacobsen … geschrieben hat, ist Arabeske unbestritten das großartigste. Im Herbst 1873 verbrachte Jacobsen einige Wochen in Florenz, und um diese Zeit wahrscheinlich… Continue Reading „Arabeske (1)“
Georg Kulka (* 5. Juni 1897 als Georg Christoph Kulka in Weidling/Niederösterreich; † 29. April 1929 in Wien) DER SOHN / Stein, Spitze des Turms, der, wenn er fiel, nicht auf die Erde, sondern in den Himmel fällt–: / die Mutter, in einer Reihe… Continue Reading „Der Sohn“
Carl Einstein (* 26. April 1885 in Neuwied; † 5. Juli 1940 bei Pau in Frankreich nahe der spanischen Grenze) GEDICHT Dies taube Liegen auf Gedanken, Hohl wie die Rücken gleitender Messer; Der Schmerz vor Lauten, die Gedanken widerlegen. Es mögen sich Begriffe um… Continue Reading „Gedicht“
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