Kategorie: Europa

Unverständliche Richtung

Ernst Meister (* 3. September 1911 in Haspe, heute Stadtteil von Hagen; † 15. Juni 1979 in Hagen) VOGELWOLKE Ein Abend, starrend von Staren . . . und wärs auch Wortspiel, es schafft sich Wahrheit, so schwarzes Gezwitscher, ein unerhörtes im Labyrinth. Das muß… Continue Reading „Unverständliche Richtung“

„Ausbürgerung gewaltsame Scheidung“

Else Lasker-Schüler (* 11. Februar 1869 in Elberfeld; † 22. Januar 1945 in Jerusalem) O wie mir die Scheidung nahe ging, Von Berlin – viel näher wie ich wusste. Denn ich liebte schon Berlin, Unter Wilhelm und Auguste, Rex und seiner Kaiserin. O wie… Continue Reading „„Ausbürgerung gewaltsame Scheidung““

Todtengräberlied

Ludwig Christoph Heinrich Hölty (* 21. Dezember 1748 in Mariensee; † 1. September 1776 in Hannover) Todtengräberlied Grabe, Spaden, grabe, Alles was ich habe Dank ich, Spaden, dir! Reich‘ und arme Leute Werden meine Beute, Kommen einst zu mir! Weiland groß und edel, Nickte… Continue Reading „Todtengräberlied“

Du mußt anders werden

Wolfgang Hilbig (* 31. August 1941 in Meuselwitz, Landkreis Altenburg; † 2. Juni 2007 in Berlin) Pro domo et mundo Nun wird es dunkel: du mußt anders werden die Wasser fließen schneller und ihr kalter Dunst gerinnt ein schwarzer Tag entsteigt dem tiefer blauen… Continue Reading „Du mußt anders werden“

Nichts

Francis Picabia (* 22. Januar 1879 in Paris; † 30. November 1953 ebenda) Dada riecht nicht, es bedeutet ja nichts, gar nichts. es ist wie Euere Hoffnumgen: nichts wie Euer Paradies: nichts wie Euere politischen Führer: nichts wie Euere Helden: nichts wie Euere Künstler:… Continue Reading „Nichts“

Ein neu Lied Herr Ulrichs von Hutten

Ein neu Lied Herr Ulrichs von Hutten (* 21. April 1488 auf Burg Steckelberg in Schlüchtern; † 29. August 1523 auf der Ufenau im Zürichsee) Ich habs gewagt mit Sinnen und trag des noch kein Reu, mag ich nit dran gewinnen noch muß man… Continue Reading „Ein neu Lied Herr Ulrichs von Hutten“

Verrücktes Manifest

Kazimierz Wierzyński (* 27. August 1894 in Drohobytsch, Österreich-Ungarn, heute Ukraine; † 13. Februar 1969 in London) Verrücktes Manifest Nieder die Dichter! Rührselige Idioten! Geist und Vernunft sind nur blauer Dunst! Hoch, was verrückt ist, Porno und Zoten! Leben muß man! Wozu braucht man… Continue Reading „Verrücktes Manifest“

Lied der Übertriebenen

Andreas Koziol Lied der Übertriebenen Wir haben zu lange gestammelt Wir waren zu lange aus Holz Materie, zu Zunder vergammelt Agenten des herbstlichen Golds Bei Gott das sind wir gewesen Flammendes Herz in der Luft Laub für den eisernen Besen Schrei der sich selbst… Continue Reading „Lied der Übertriebenen“

Sinnsang des Verstands

Zum 98. Todestag des russischen Dichters Welimir Chlebnikow ein Abschnitt eines Gedichts in vier Versionen mit vielen Anmerkungen. Mit diesem Gedicht verabschiedet sich die Lyrikzeitung aus technischen Gründen für ein paar Tage. Bleiben Sie gesund! Das Gedicht trägt den Titel »Blagovest umu«, auf Deutsch… Continue Reading „Sinnsang des Verstands“

Kein gelbes Tuch

Şafak Sarıçiçek Gewogen und gedroschen Aschewinter liegt und liegt in Starre auf Haut, auf Straßen. Auf Straßenhaut. Die Ahnung einer Straße. Eine Straße aus der Füße Gewicht. Sie geht als Denkmal von altblauen Falten. Sie geht und mit ihr eine Wärme aus roten Strickwollen… Continue Reading „Kein gelbes Tuch“

Lächelnd

Hermann Kasack Lächelnd Alle großen Einsamen müssen einmal in Müdigkeit sinken. Dann gehen sie zur Frau und sagen: Gib uns zu trinken. Immer taucht uns Musik in Schlaf und Nacht. Und der Morgen (der Jahre vielleicht) sieht uns verwirrt erwacht. Händedruck, Kuß und Traum… Continue Reading „Lächelnd“

Sie nennen es Muse

Anna Achmatowa (* 11.jul./ 23. Juni 1889 greg. in Bolschoi Fontan bei Odessa, † 5. März 1966 in Domodedowo bei Moskau) DIE MUSE Wie nur leb ich mit dieser Last, Und sie nennens noch MUSE, das, Sie sagen: In Wiesen Inspiration, Sie sagen: Göttliches… Continue Reading „Sie nennen es Muse“

Juni

Pere Gimferrer (* 22. Juni 1945 in Barcelona) Juni Die Augen, so gewohnt, die Finsternis zu schauen, wenn der Vorhang fällt wie ein dunkler Marmorblock. Das metallische Blau brennt unentwegt aufs Lid, nicht des Zyklopen: auf deins und mit dir, in dir, reiner noch,… Continue Reading „Juni“

G&GN-PRESSEMELDUNG 21.6.2020

G&GN-PRESSEMELDUNG 21.6.2020 @ POESIEPREIS.de (= https://poesiepreis.jimdofree.com/aktuell/presse-2020/) 21.Nahbell-Hauptpreise 2020 an SIGUNE SCHNABEL (geb. 1981) & STEFANIE SCHULTE-ROLFES (geb. 1961) & 2.Nahbell-Förderpreis an OSKAR KABEL (geb. 1994) G&GN-INSTITUT Düsseldorf / Die beiden Hauptgewinnerinnen des 21.Nahbellpreises 2020 sind Sigune Schnabel (geb.1981) & Stefanie Schulte-Rolfes (geb.1961) für ihre… Continue Reading „G&GN-PRESSEMELDUNG 21.6.2020“

Merzgedicht

Kurt Schwitters (* 20. Juni 1887 in Hannover; † 8. Januar 1948 in Kendal, Cumbria, England) Der Vollständigkeit halber: außer Gedichten und Gedichten aus England gibt es noch die Merzgedichte. Hiervon eine Probe: Hinrichtung Merzgedicht 9 Ein Mensch verlangte die Hinrichtung Anna Blumes. Hinrichten… Continue Reading „Merzgedicht“