Juni

Pere Gimferrer

(* 22. Juni 1945 in Barcelona)

Juni

Die Augen, so gewohnt, die Finsternis zu schauen,
wenn der Vorhang fällt wie ein dunkler Marmorblock.
Das metallische Blau brennt unentwegt aufs Lid,
nicht des Zyklopen: auf deins und mit dir, in dir, reiner noch,

das Blau der Kälte und der Wolkenbrüche, das Blau
Blüte der Schuppen und des Feuers der Delphine,
wenn die Gewässer verheißen – niemals, aber mehr: Lawine –
dann brennen in den Augen lodernd beide Gärten.

Nein: noch mehr. Warte. Es fällt auf die Augen, die gewöhnt sind
an die Finsternis – ein Feuer wie aus Rubinen und Asche.
Man hört nichts. Der Saal. Wie die Wolkenbrüche stürzen.
Das meinen Augen verheißene Dunkel ist zarter.

Aus: Pere Gimferrer: Der Spiegel. Der öde Raum. Gedichte. Zweisprachige Ausgabe. Aus dem Katalanischen von Àxel Sanjosé. München: Hanser, 1995 (Band 7 der Edition Lyrik Kabinett), S. 59

Juny

Els ulls, tan avesats a veure la tenebra,
quan la cortina cau com cau un marbre obscur.
El blau metàl·lic crema, obstinat, la palpebra,
no del cíclop: el teu, i amb tu, i en tu, més pur,

el blau de la fredor i dels aiguats, el blau
floració d’escata i de foc de dofins,
quan les aigües prometen – mai, però més: allau —
intensament als ulls cremen tots dos jardins.

No: més. Espera. Cau sobre els ulls avesats
a la tenebra — un foc com de robins i cendra.
No se sent res. La sala. Com cauen els aiguats.
L’obscuritat promesa als meus ulls és més tendra.

Ebd. S. 58

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: