Kategorie: Deutschland

Nora Gomringer macht das Gedicht

Gomringer inszeniert sich gern und gut: Mit bunten Klamotten, kräftigen Klunkern – und mit Gedichten! Sie komme aus der Hip-Hop-Kultur, sagt sie, und habe schon deshalb keine Hemmungen, ein Ich zu nutzen, sei es nun biografisch besetzt oder nicht. In ihren Lesungen spaltet sie sich… Continue Reading „Nora Gomringer macht das Gedicht“

Schmauchspuren

In diesem Band verdichtet sich die Essenz eines turbulenten Denkens. Weigonis Poesie leidet nicht unter dieser Analyseschärfe, im Gegenteil. Dies hat der theoretisch bewandte Lyriker auch mit einem Essay untermauert. Weigonis Gedichte betreiben Sprech- und Sprachspiele, die aus den Klangähnlichkeiten und Bedeutungsunterschieden Funken schlagen,… Continue Reading „Schmauchspuren“

Diese Zeit Mitte der Neunziger

Aus einem Nachruf auf Ulrich Zieger von Marcus Roloff, lyrikkritik.de: Diese Zeit Mitte der Neunziger, alles war im Kommen, ich ein Zugezogener, rannte die LSD-Ecken ab, kam mit dem Schreiben voran, lag auf Matratzen in fremden zwischengemieteten Wohnungen, las auf dem Klo liegengelassene Berliner… Continue Reading „Diese Zeit Mitte der Neunziger“

Nachruf auf Renate Rasp

(…) Junges Deutschland, ihr zweites Poesiebuch (neben einiger flamboyanter Prosa), bietet ein mit den verschiedenen Mitteln der Metonymie erzeugtes Ausbrechen aus vage politisierter Befindlichkeitsschilderung, die die Alltagslyrikgruppen der Endsiebziger kanonisiert hatten. In die mediale Legendenwelt von heroischen Performance-Auftritten (Kling, Götz), die gegen ein einfältiges… Continue Reading „Nachruf auf Renate Rasp“

Drei Bücher

der deutsch-tschechischen Lyrikerin Klára Hůrková: Die erste ist eine kleinere, von ihr herausgegebene, übersetzte und illustrierte zweisprachige deutsch-tschechische Anthologie mit dem Titel Sbírka klíču / Schlüsselsammlung; sie versammelt Gedichte und Kurzprosa von neun deutschen Autorinnen und Autoren, sechs tschechischen und einer gebürtigen Ungarin und ist 2007… Continue Reading „Drei Bücher“

Die Frauen

Sie drucken uns nicht, sie schreiben uns an die Wand, die Frauen, sagte Günter Graß bei der diesjährigen Tagung der „Gruppe 47“ nach den Lesungen von Barbara Frischmuth, Helga Novak und Renate Rasp. Alle drei hatten mit bösen und brillant geschriebenen Texten Eindruck gemacht.… Continue Reading „Die Frauen“

Hinterhoflesungen

Willkommen zur dritten Ausgabe der HINTERHOFLESUNGEN in Düsseldorfs schönsten oder unansehnlichsten Rückseiten bewohnbarer Gebäude. Wir haben erneut eine wunderbare Auswahl bekannter, unbekannter und völlig unbekannter Autorinnen und Autoren eingeladen, die wir an drei lauschigen Abenden im August in eure Gehörgänge schicken. Moderiert werden alle… Continue Reading „Hinterhoflesungen“

Renate Rasp 1935-2015

Nur in sozialen Netzwerken ist bisher zu erfahren, daß die Schriftstellerin Renate Rasp bereits am 21.7. gestorben ist. Noch nicht einmal Wikipedia weiß davon (Mittwoch, 18:18 MESZ). Ein Gedicht auf einer Schulseite online In L&Poe

Hans-Eckhardt Wenzel 60

Der Liedtexter und Sänger, Schauspieler und Lyriker Hans-Eckhardt Wenzel genießt hierzulande so etwas wie Kultstatus. Er hat die Gruppe „Karls Enkel“ mitbegründet, hat mit Steffen Mensching ein Clowns-Duo gebildet, und er dichtet und komponiert seit 40 Jahren wunderbare Lieder im Geiste seiner großen Vorbilder –… Continue Reading „Hans-Eckhardt Wenzel 60“

Sommerlese

in Marie Luise Knotts Tagtigall mit Hans Thill Verse sind Übersetzungen – in Worte und Klänge übersetzte Erlebnisse, Einfälle und Erinnerungen („Ich sage das Wort, das seine Flügel faltet“), die Thill wieder und wieder dreht und wendet („Surensammler, Sammelsurium“), kollagiert und miteinander kollidierend ins… Continue Reading „Sommerlese“

Poetopie

wir aber flüchten umher – erdweit finden wir uns wieder Hansjürgen Bulkowski

Am See Stechlin

Schon um 1905, als Neuglobsow und die Landschaft am Stechlin als „Sommerfrische“ für die Großstadt-Berliner gerade erst entdeckt und populär wurde, entstand das Gedicht „Am See Stechlin“. Hans Georg Meyer, Lehrer am berühmten Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin, war seinerzeit in bürgerlich-konservativen Kreisen… Continue Reading „Am See Stechlin“

Apropos Rand

„und von der sprache / an den rand getrieben“, heißt es in einem Gedicht von José Oliver. Doch die Sprache kann den Dichter nicht nur an den Rand treiben, sondern ebenso zurück in die Mitte. Ja, sie kann sogar alle Vorstellungen und Zuschreibungen in… Continue Reading „Apropos Rand“

Sachsen: Man brodelt, dichtet und zieht die Waffen

Sachsen brodelt: Am Sonntag lädt der Verein „Dresdner Selbstbestimmung“ alle „heimatlosen Deutschen“ zur Demo gegen „Überfremdung, Frühsexualisierung, Fremdherrschaft und Mediengewalt“ vor die Frauenkirche. Musikalisch begleitet wird der braune Spuk vom Neonazi-Duo „A3stus“ Auch vor dem Asylheim in Freital wollen sie auftreten. Ihre Texte haben… Continue Reading „Sachsen: Man brodelt, dichtet und zieht die Waffen“

Gestorben

„Ist zwivel herzen nachgebuhr, / daz mouz der sele werden sur“ – nein, das Leben wurde den meisten nicht wegen irgendwelcher Herzenszweifel sauer, sondern weil ihnen Wolframs „Parzival“ sprachlich so ewig weit entrückt schien. Als Dieter Kühn 1986 seine Neuübersetzung vorlegte, einen neuhochdeutschen, „modernen“… Continue Reading „Gestorben“