Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Ernst Wilhelm Lotz BEGREIFT Von Dumpfheit summt das halbe Kaffeehaus, Das halbe ist getaucht in weißes Glühen Und flackert in den Lampentag hinaus, Wo dünne Nebel an die Scheiben sprühen. Es wollen ernste Freunde mich bedeuten, Ich sei zu leicht für diese Gründerjahre, Weil… Continue Reading „Statt kampfgenössisch Sturm zu läuten“
Dieses Gedicht aus dem Jahr 1934 bezieht sich doppelt auf Dante: zuerst im biographischen Fakt des Exils: Dante floh und Brecht floh. Zum andern aber steckt im „Dichterkatalog“ dieses Gedichts eine danteske Struktur: der neue Dichter schreibt sich in die Geschichte der Weltpoesie ein… Continue Reading „Die Auswanderung der Dichter“
Alle reden von Beatrice. Aber wer nennt Dantes Ehefrau? Nicht einmal Dante selber – kein Wort über sie oder seine 4 Kinder. Josefa von Hoffinger (1820-1868) aber kennt Dante’s Gattin. Beatrix’ Name tönt in allen Zungen, Dich, arme starke Frau, besingt kein Lied; Der… Continue Reading „Dante’s Gattin.“
Zwei Gedichte von Günter Eich Und Und macht die Welt begreiflich: Der Schlieffenplan und eine Klingelanlage für Scheintote. Günter Eich, Anlässe und Steingärten, »Nachträge zu Clausewitz«, in: Gesammelte Werke, Frankfurt/Main: Suhrkamp 1991, Bd. 1, S. 148. Das Gedicht ist datiert: 24.6.64. Der Band Anlässe… Continue Reading „„Und“-Material (2)“
Georg Büchner Danton. Oh, es versteht sich alles von selbst. Wer soll denn all die schönen Dinge ins Werk setzen? Philippeau. Wir und die ehrlichen Leute. Danton. Das »und« dazwischen ist ein langes Wort, es hält uns ein wenig weit auseinander; die Strecke ist… Continue Reading „Materialien zum Thema „Und“ (1)“
Ohne besonderen Anlaß unterbreche ich die kleine Danteserie (die ab morgen weiter geht) für ein paar Zeilen von Goethe: Warum mir aber in neuster Welt Anarchie gar so wohl gefällt? — Ein jeder lebt nach seinem Sinn, Das ist nun also auch mein Gewinn.… Continue Reading „Anarchie“
Bertolt Brecht Das zwölfte Sonett (Über die Gedichte des Dante auf die Beatrice) Noch immer über der verstaubten Gruft In der sie liegt, die er nicht vögeln durfte Sooft er auch um ihre Wege schlurfte Erschüttert doch ihr Name uns die Luft. Denn er… Continue Reading „Das zwölfte Sonett“
DIVINA COMMEDIA, ein harter Film, zentral gelegen, aber ganz Western, genügend selbstzufrieden und in der Abwesenheit des Mitleidens wirklich divin. Günter Eich, aus: Die Gedichte. Die Maulwürfe. Hrsg. Axel Vieregg (Gesammelte Werke in vier Bänden. Revidierte Ausgabe, Bd. 1). Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1981, S. 287
Kalenderarbeit ist Arbeit am (Gegen-)Kanon. Nicht immer einfach, zwischen all den Brecht Goethe Quevedo Schlegel Brentano Mallarmé usw., die alle schätzenswert sind, Namen von Frauen aufzufinden. Oder Namen aus den sogenannt kleinen oder exotischen Sprachen, für die es außerhalb ihres Sprachraums nicht so viele… Continue Reading „Friedrich Schröder-Sonnenstern“
Eduard Mörike (8. September 1804 Ludwigsburg – 4. Juni 1875 Stuttgart) Septembermorgen Im Nebel ruhet noch die Welt, Noch träumen Wald und Wiesen: Bald siehst du, wenn der Schleier fällt, Den blauen Himmel unverstellt, Herbstkräftig die gedämpfte Welt In warmem Golde fließen.
Text von Lazarus Spengler (1524), vertont u.a. durch Johann Sebastian Bach und Dietrich Buxtehude. Lazarus Spengler (* 13. März 1479 in Nürnberg; † 7. September 1534 ebenda) war ein früher Förderer der Reformation in Nürnberg und wurde 1520 zusammen mit Luther mit päpstlichem Bann… Continue Reading „Ein Lied von der Erbsünde“
Ende der Geschichte. Im 21. Jahrhundert diskutiert man über Gedichte, als könnte oder dürfte man nicht zwischen objektiver und subjektiver, manieristischer oder Kasuallyrik, galanter und empfindsamer, klassischer Erlebnis- oder Gedankenlyrik, artistischer, symbolistischer, engagierter oder Nonsenselyrik, rhetorischer oder Ausdruckslyrik unterscheiden und Dinggedicht, Aleatorik, Konstellation, konkrete,… Continue Reading „Krampf im Geisterkampf“
Caspar David Friedrich (5. September 1774 Greifswald – 7. Mai 1840 Dresden) Aus Caspar David Friedrichs Nachlaß. Mitgeteilt von Friedrich Aubert. (…) Einfachheit, Einheitlichkeit — so ist Friedrichs Kunst, so ist Friedrichs Persönlichkeit, so ist auch sein Leben. Es ist mit ihm so wie… Continue Reading „Ein Briefgedicht von Caspar David Friedrich“
Johann Georg Hamann (27. August 1730 Königsberg – 21. Juni 1788 Münster) Ernst Meister (3. September 1911 Haspe – 15. Juni 1979 Hagen) Johannes Bobrowski (9. April 1917 Tilsit – 2. September 1965 Berlin) Ernst Meister, Zwei Gedichte aus „Wandloser Raum“ Über dem ersten… Continue Reading „Von Hamann über Bobrowski zu Meister und zurück“
Eigentlich wollte ich heute Bobrowski posten, Todestag 1965. Aber mir ist grad nach Inge Müller. Ein kurzes Stück, den kurzen Titel laß ich mal weg. Ach was, heute nur die erste Strophe. Inge Müller (13. März 1925 Berlin – 1. Juni 1966 Berlin) Gelernt… Continue Reading „Gelernt“
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