Kategorie: Deutsch

Gedichte 1 (1913)

Kurt Schwitters (* 20. Juni 1887 in Hannover; † 8. Januar 1948 in Kendal, Cumbria, England) Ich sing mein Lied Ich sing mein Lied in tiefen Raum,     man hört es kaum, Es dringt hervor aus tiefer Brust,     mir unbewußt, Es… Continue Reading „Gedichte 1 (1913)“

Halbes Ilmtal

Volker Braun IM ILMTAL Den Himmel verwildert der Sturm Voll Wolken grau, das Feld Ist dunkel am Tag, mein Sinn. In der gebauten Natur Geh ich allein, und den Wald schüttelt er Wie meine Fäuste möchten die steife Weit. Einmal lebte ich so, freudig… Continue Reading „Halbes Ilmtal“

Puzzle

Róža Domašcyna (* 11. August 1951 in Zerna, Landkreis Kamenz) Puzzle ich teile meine sprache das deut… und das sor… sortiere und deute wie es den sprachgelehrten gefällt deute und sortiere wie es den sprachgelehrten mißfällt genau ungenau und durchnander wie es erdichtet wurde… Continue Reading „Puzzle“

Der äthiopische Totentanz

Theodor Däubler (* 17. August 1876 in Triest, Österreich-Ungarn; † 13. Juni 1934 in St. Blasien, Schwarzwald) Aus: Das Nordlicht / Der äthiopische Totentanz (…) Eine Lotosblume ragte Nun verduftend in die Nacht: Als die Glut der Liebe tagte, Ist die Blume hold erwacht:… Continue Reading „Der äthiopische Totentanz“

Nachtschnellzug

Walter Rheiner (* 18. März 1895 in Köln; † 12. Juni 1925 in Berlin-Charlottenburg) Nachtschnellzug Dunkel der Nacht, das ruhig schien und fest, zieht sich zusammen, kreist um eine Stelle in immer engrem Strudel, wildrer Schnelle, einschlürfend wie ein Maelstrom. Doch es läßt, endlich… Continue Reading „Nachtschnellzug“

Zuspruch

Richard Pietraß Zuspruch Schmerz, verschmerze, Blut, erblühe. Fenster, verjag Die Gespenster. Mut, gib dir Mühe. Herz, nur zu. Niere, denk dran. Lippen, steht Schmiere Vorm Hippenmann. Leib schwill. Brust, bleib still. Nacht, wache. Tag, sag, ist das seiner Fäuste Schlag? Gelind! Geschwind! Kind, mach… Continue Reading „Zuspruch“

Er ist nur halb zu sehen

Der Mond ist aufgegangen Die gold’nen Sternlein prangen Am Himmel hell und klar Der Wald steht schwarz und schweiget Und aus den Wiesen steiget Der … Er ist nur halb zu sehen

Eine Strophe aus dem Turm

Hölderlinjahr. Vor 250 Jahren und rund 3 Monaten wurde Friedrich Hölderlin geboren. Heute vor 177 Jahren starb er in Tübingen, wo er fast die Hälfte des Lebens als amtlich anerkannter Geisteskranker gelebt hatte. Ich bringe zum Anlaß eine Strophe aus der zweiten (er hatte… Continue Reading „Eine Strophe aus dem Turm“

Von Gedichten

Anne Helene Guddal Wirtschaft gehört nicht in Gedichte sagen die Reichen Gedichte können wir uns nicht leisten sagen die Armen Keiner liest Gedichte sagen die, die Gedichte lesen Aus: die horen 275. Das Gras hinter dem letzten Haus. Neue Literatur aus Norwegen. Zusammengestellt von… Continue Reading „Von Gedichten“

Mörike erinnert an Hölderlin (2)

Am Todestag des großen Dichters Eduard Mörike bringe ich hier, auf zwei Tage verteilt, eine „Erinnerung an Friedrich Hölderlin“, die 1863 erstmals veröffentlicht wurde. Eduard Mörike Erinnerung an Friedrich Hölderlin (II) Das zweite hiemit vorzulegende Stück, ungefähr aus der Zeit jenes Porträts, ist an… Continue Reading „Mörike erinnert an Hölderlin (2)“

Mörike erinnert an Hölderlin

Am Todestag des großen Dichters Eduard Mörike bringe ich hier, auf zwei Tage verteilt, eine „Erinnerung an Friedrich Hölderlin“, die 1863 erstmals veröffentlicht wurde. Eduard Mörike Erinnerung an Friedrich Hölderlin (I) Das gegenwärtige kleine Profilbild des Dichters Friedrich Hölderlin wurde ums Jahr 1825 von… Continue Reading „Mörike erinnert an Hölderlin“

Mondmenschin

Bess Brenck-Kalischer (* 21. November 1878 in Rostock; † 2. Juni 1933 in Berlin) Aber jene Leute, Die von der Liebe Als einer Quelle tiefen Genießens sprachen. Sie waren sicher vom Mond, Vom lieben weißen Mond. Und mich trug ein hohes Verlangen, Auch ein… Continue Reading „Mondmenschin“

Neopathetisch

Heute vor 805 Jahren eroberte Tschingis Khan Peking. Vor 110 Jahren fand in Berlin der erste Abend des „Neopathetischen Cabarets statt, geleitet von Jacob van Hoddis. Vor 51 Jahren lagen Yoko Ono und John Lennon in Montreal in einem Bett und spielten das Lied… Continue Reading „Neopathetisch“

Breites Sonett

Der heutige Text ist genau, was die Überschrift verspricht: ein „unregelmäßiges Sonett“. Von heute gesehen erscheint er eigentlich ziemlich regelmäßig, nur dass es etwas breit aussieht… und 3 der 14 Verse schon optisch als noch einmal verlängert in die Augen stechen. Es ist sonst… Continue Reading „Breites Sonett“

Claire an Ivan

Claire Goll (* 29. Oktober 1890 in Nürnberg; † 30. Mai 1977 in Paris) Ich erwarte unsren Tod Wie ein Kind seine Ferien: Wir werden ein Zwillingsgrab haben Dein Regen wird der meine sein Ein gleiches Klima wird unsre Herzen Erblühen machen Im vergoldeten… Continue Reading „Claire an Ivan“