Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Was Simone Hirth eigentlich stört ist die Tatsache, dass das Wort Lyrik oft „so andächtig“ gesagt wird. „Lyrik ist für jeden da und es ist deshalb auch keine hohe Kunst“, meinte sie. Und geht sogar noch einen Schritt weiter. „Lyrik und ein Wurstbrot liegen… Continue Reading „5. Lyrik und Wurstbrot“
„rien nul / n’aura été / pour rien / tant été / rien / nul“ Samuel Beckett, aus: Trötentöne „In der Stille: am Platz / In der Stille: die Ankunft / Schatzhaus der Stille //“ Peter Handke, aus: Leben ohne Poesie G&GN-Institut, Berlin-Neukölle (Anfang… Continue Reading „4. Das „ekstatisch-empirisch-esoterische mOMent“ der Direkten Dichtung oder: Die Gähnialität des transdualistischen Lochismuß‘ (EEE-Teil 2)“
Die Märzausgabe bringt die Eröffnung einer US-Sektion des Netzwerks (unter der Ägide der – auch in L&Poe – omnipräsenten Chicagoer Poetry Foundation). This first USA issue offers a trio of contemporary poets. W.S. Di Piero, a poet, critic, translator and essayist, celebrates the profusion of… Continue Reading „3. Poetry International Web“
Er versteht seine Gedichte nicht zuletzt als Grabinschriften für seine von den Nazis umgebrachte Familie, vor allem für seine Mutter. Und deshalb sind für ihn die üblichen Machenschaften des Literaturbetriebs, die üblichen hämischen, konkurrenzlerischen, neidischen und intriganten Stimmen, direkte Angriffe auf seine Person. Celan… Continue Reading „1. Die üblichen Stimmen“
Benn ist erstaunlich anschlussfähig an die künftige spät- und postmoderne Wahrnehmung, er bricht das Pathos, wenn es übermächtig zu werden scheint, und versetzt seine Sprache immer häufiger mit Alltagsslang, mit Anspielungen an die Populärkultur. Der Benn-Sound spielt mit Elementen des Pop, bevor es einen… Continue Reading „191. Anschlußfähig“
Man spricht leicht von Restauration und Mief der Adenauer- (und Ulbricht-)Zeit. Die Hamburger Ausstellung (#189) – schon in der Einführung von Helmut Böttiger – liefert erschreckende Fakten, die das Bild auffrischen mögen. Eine kleine Blütenlese (hach, Blüten: eine kleine Horrorshow!) in Originalzitaten sowie eine… Continue Reading „190. Horrorshow“
In der Hamburger Freien Akademie der Künste gibt es bis 21.3. die Ausstellung „Doppelleben. Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland“ mit viel Material – auch in einem zweibändigen Katalog und online, zB: „Aber lachen konnte ich immer …“ Adolf Endler im Gespräch >>lesen Die Moderne rauschhaft… Continue Reading „189. Doppelleben“
Es gibt eigentlich keine größere Sehnsucht für einen Dichter als jene, dass die Sätze, dass die Sprache zu singen beginnt, dass die ihr eingeschriebene Musik und Rhythmik über Sinnlichkeit Sinn stiftet. Lyrik kommt ja von der Lyra. Die Oper macht den Sprach- zum Klangraum,… Continue Reading „188. Sehnsucht Oper“
Jetzt präsentiert der Salzburger Verlag Jung und Jung Gert Jonke als Lyriker: „Alle Gedichte“, so der Titel, von Jonke hat der Klagenfurter Germanist Klaus Amann in einem Band versammelt. / Ö1 Inforadio
Den mit 46 Gedichten weitaus größten Abschnitt seines Debütbandes hat Andre Rudolph „schmetterlingssäge.doc“ überschrieben. … Es werden aber weder Tag- oder Nachtpfauenaugen zerschnibbelt, noch ergeht sich Rudolph in schweißgetriebenem lyrischem Holzrauchproduzieren. Es sind Gedichte nach dem Ausgebranntsein der Sprache, der Welt. / Elmar Krekeler,… Continue Reading „186. schmetterlingssäge.doc“
Über die Leser anspruchsvoller Lyrik in Deutschland kursieren ohnehin nur Dunkelziffern. Thomas Kling vermutete einmal, es könne sich höchstens um dreihundert handeln, während Hans Magnus Enzensberger ihre Zahl auf immerhin 1354 schätzte – aber das ist auch schon zwanzig Jahre her. Die Auflage der… Continue Reading „184. Liebesgedichte und Videolesung“
Peter und Thomas Brasch starben im Juni und November 2001. „Die Männer der Familie Brasch waren nicht sehr kräftig“, sagt Katja Lange-Müller, „aber sie wollten in geradezu rasendem Aktionismus immer alles gleichzeitig machen.“ / FR 15.2.
Westerwelle, Goethe und andere schicken die deutsche Sprache in die Welt. Was soll daran schlecht sein? Die etwas angestrengte Form der Sprachwerbung vermochte Zweifel nicht zu zerstreuen. Schöner ist es, wenn die deutsche Sprache unerwartet ins Spiel kommt. – Zur Erklärung reiche ich 3… Continue Reading „181. Westerwelle und Goethe“
Ob der wunderbare Titel „Vokalise geht einkaufen“ oder das Wort „höricht“ auf Oskar Pastior hinweisen, bleibt ungewiss, auch die „flughunde“ sind wohl eher metaphorische Fledermäuse als eine Hommage für Marcel Beyers gleichnamigen Roman*. Das autobiografischste Gedicht „wer anderen ein ei ins nest färbt“ ist… Continue Reading „180. Geendlert, geerbt“
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