Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
auch an dem Zeigefinger, der das Wort SAU auf ein schmutziges Autodach schreibt, bleibt der Dreck haften Hansjürgen Bulkowski
Petra Morsbach erzählt in ihrem Roman „Dichterliebe“ die Geschichte der ostdeutschen Lyrik als Tragikomödie eines einstigen DDR-Großkünstlers. sagt die Badische Zeitung (Martin Halter): Ein ostdeutscher Lyriker, vom „ehrenwerter Großkünstler einer nicht durch meine Schuld gescheiterten Republik der Träume“ zum erfolglosen Zyniker heruntergekommen, der in einem Künstlerhaus… Continue Reading „85. Jammerossi und Westschnepfe“
Sein Buch Art der Betrachtung ist eine poetische Retrospektive, die einen konzentrierten Blick auf seine lyrische Arbeit ermöglicht. Andreas Altmann hat seine Gedichte so gruppiert, daß sie einen thematischen Zugang jenseits der Chronologie ermöglichen, sie handeln von “Dörfern” oder von “Räumen” und sie sprechen über “Liebe”… Continue Reading „84. Art der Betrachtung“
Heute ist Lyrik generell marginalisiert. 1354 aktive Lyrikleser gebe es in Deutschland, hat Hans Magnus Enzensberger einmal überschlagen. Und angesichts durchschnittlicher Auflagen von 100 – 150 Exemplaren pro Gedichtband scheint das gar nicht so weit hergeholt. Dass die Arbeit iranischer Dichter, die in Deutschland… Continue Reading „82. Iranische Lyrik“
Von Felix Philipp Ingold, Zürich Der Autor schreibt: „ein Lektüre-Notat aus meinem Arbeitsjournal“ In Gebrauchs- wie in Kunstsprachen wird zur Zeit der natürliche, alltägliche, flüchtige, provisorische Ausdruck dem mehr oder minder streng formalisierten vorgezogen: Rhetorik, Stilistik, selbst Grammatik haben kaum noch normative Funktion, die… Continue Reading „80. Besser scheitern?“
Es lohnt sich, Christine Lavant wieder zu entdecken – diese großartige Dichterin aus dem Lavanttal, nach dem sie sich benannte. Der Anfang ist gemacht mit dieser vorzüglich von Klaus Ammann kommentierten Erzählung, die nun in der Form des vor Jahren entdeckten Typoskripts mit den… Continue Reading „78. Christine Lavant“
Münchens Lesereihe für neue Lyrik 18.04.13 mit KRAUS, WESTERMANN und STEIGERWALD Münchens Lesereihe für neue Lyrik geht ins zweite Jahr und freut sich, auch 2013 spannende Vertreter_innen der zurzeit sehr agilen Lyrikszene präsentieren zu können. Im Veranstaltungsteam begrüßen wir neu Tillmann Severin, der sich… Continue Reading „76. meine drei lyrischen ichs“
Cyrus Atabay, Der Osten sagte zu dir DER OSTEN sagte zu dir erzähl mir deine Herkunft der Westen sagte zu dir erzähl mir deine Wandlung doch der eine ließ dich nicht der andere fiel dir ins Wort Laßt dem Alten sein graues Haar er… Continue Reading „75. Meine Anthologie 85: Cyrus Atabay“
Für den Dichter Alfred Kolleritsch hat das Fragment nichts Verstörendes. Kein Trümmerhaufen und keine verlorene Welt verdüstern den Horizont. Vielmehr wird für Kolleritsch erst so – im «Geheimnis der Zerklüftung», in der «zersprungenen Welt» – Ding an Ding erfahrbar, und die Erscheinungen «ringen nach… Continue Reading „71. Nicht verstörend“
Das Mögliche erweist sich in Köhlmeiers Lyrik – die sich, nebenbei bemerkt, einer höchst individuellen Gattungspoetik bedient – als eine Exegese des Wirklichen. Die «Unbestimmtheit» («Indeterminacy»), der John Cage 1959 eine Lesung gewidmet hatte, ist auch das Kennzeichen einer Reihe von Gedichten des «Liebhabers».… Continue Reading „69. Unbestimmtheit“
Zu den Feinheiten von Novalis‘ Gedicht gehört das Wort Sonnenschein in der Zeile: „Uns barg der Wald vor Sonnenschein“. Das Wiederlesen bringt mich auf einen allerliebsten und denkwürdigen philologischen Fehler. Heinrich Heine, der in Paris lebte und liebte, wollte nach dem Erfolg seines „Buchs der… Continue Reading „67. Schattenliebe“
Novalis hat es faustdick ich sag mal hinter den Ohren. Aus: Novalis Schriften, Band 2 Hrsg. Friedrich von Schlegel In der Buchhandlung der Realschule, 1802 Download
Im Jahrhundertsommer 1904 verliebt sich der jungen Gottfried Benn in die Tochter eines Lederfabrikanten, schreibt ihr einen heißen Brief und ein heißes Gedicht. Beide Funde kommen nun unter den Hammer. In der FAZ sind sie zu lesen. Das Gedicht fängt so an: Meines heißen,… Continue Reading „64. Benn-Funde“
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