Kategorie: Asien

36. Ivrit. – Und Deutsch

Als Zeitzeuge mit der Kraft der Verständigung wird morgen, Sonntag, der Lyriker Tuvia Rübner in Weimar mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung geehrt. Die Laudatio hält Adolf Muschg. Die Thüringische Landeszeitung sprach mit dem Autor: Herr Rübner, Sie schreiben auf Deutsch und auf Ivrit. Welche Sprache empfinden… Continue Reading „36. Ivrit. – Und Deutsch“

102. Journalisten als Geisel

Reporter ohne Grenzen verlangt von den iranischen Behörden unverzüglich Auskunft über das Schicksal von zwei jungen Autoren, von denen man seit ihrer Ankunft in Täbris am 2. Mai nichts mehr gehört hat. Nach Aussage von Rashad Majid, Chefredakteur der Zeitung 525, „wurden Farid Huseyn… Continue Reading „102. Journalisten als Geisel“

74. Geheimnis

Aus welchen Ingredienzien nur mag das Geheimnis des iranischen Kinos gemischt worden sein? Eine seiner faszinierendsten Komponenten, deren Wurzeln wohl in der spezifischen Poetik der persischen Lyrik liegen, mag sicher darin bestehen, dass dem iranischen Filmschaffen seit Jahrzehnten gelingt, wovon das Schweizer Kino seit… Continue Reading „74. Geheimnis“

62. Sprechendes Wasser

Wasser ist ein liquides Element, das gefrieren kann. Seine Elementarverwandtschaft mit der Poesie macht diese zum «Sprechenden Wasser», im buchstäblichsten Sinn «unfasslich» und doch geronnen zu Ketten von Signifikanten, die zurückkehren «zu den Dingen, / die sie bedeuteten»: so der grosse japanische Dichter Tanikawa… Continue Reading „62. Sprechendes Wasser“

20. Lyrik und Folter

Farzad Kamangar war Dichter und Journalist. Er wurde vor zwei Jahren aufgrund seiner politischen Aktivitäten vom iranischen Regime hingerichtet. Zum Jahrestag seines Todes veröffentlicht der Freedom Messenger (Motto: In Iran schreiben wir die Geschichte der Menschenrechte mit unserem Blut) die Rohübersetzung eines Gedichts, das… Continue Reading „20. Lyrik und Folter“

10. 13. poesiefestival berlin

Einige der klangvollsten Stimmen der internationalen Gegenwartslyrik kommen vom 1. – 9. Juni zum 13. poesiefestival berlin der Literaturwerkstatt Berlin. Mit dabei sind u.a. Ken Bastock (Kanada), Horácio Costa (Brasilien), Ngwatilo Mawiyoo (Kenia), Abdelwahab Meddeb (Tunesien/Frankreich), Michael Palmer (USA) Hama Tuma (Äthiopien), JUN Yan… Continue Reading „10. 13. poesiefestival berlin“

2. Die Empfindlichkeiten der Sprachen

Einmal auf einer Tagfahrt von Malang nach Surabaya fuhr dem Dichterbus, der eigens mit dem Logo des Festivals lackiert worden war, für die gesamte zweistündige Strecke ein Polizeiwagen mit Blaulicht und Sirene voraus. Immer wenn er in Berlin eine Polizeisirene höre, schrieb Chirikure Chirikure,… Continue Reading „2. Die Empfindlichkeiten der Sprachen“

108. Weltempfänger

Literaturempfehlungen aus Asien, Afrika und Lateinamerika 12. «Weltempfänger»-Bestenliste 1. Ngugi wa Thiong’o: Herr der Krähen (Kenia/USA) Aus dem Englischen von Thomas Brückner. A1 Verlag 2. Liao Yiwu: Für ein Lied und hundert Lieder (China) Ein Zeugenbericht aus chinesischen Gefängnissen. Aus dem Chinesischen von Hans Peter Hoffmann. S. Fischer… Continue Reading „108. Weltempfänger“

93. Anton Pincas

Die Stiftung Lyrik Kabinett, München, hat als Band 12 ihrer Blauen Reihe den Gedichtband „Diskurs über die Zeit“ des israelischen Autors Anton Pincas in der Übersetzung von Tuvia Rübner herausgegeben. Anton Pincas wurde 1935 in Sofia, Bulgarien, geboren und kam 1944 mit seiner Mutter… Continue Reading „93. Anton Pincas“

92. Getanztes Renku

Die Solistin Yuka Oishi und der Gruppentänzer Orkan Dann bedienen sich für ihr Gemeinschaftswerk „Renku“ einer poetischen Form in der japanischen Lyrik, bei der ein Gedicht von zwei oder mehreren Autoren geschrieben wird. „Jemand schreibt einen Satz und eine anderer setzt das Geschriebene fort“,… Continue Reading „92. Getanztes Renku“

84. Keine Empathie

Wenn die Debatte um Günter Grass‘ Gedicht-Pamphlet «Was gesagt werden muss» jenseits der breiten Zurückweisung durch die Intelligenzia eines gezeigt hat, dann, dass es dem Internet-Mainstream zunehmend an Empathie für Israel gebricht. / Andreas Breitenstein, NZZ

61. Umschreibung

Iran lobt Grass für Israel-kritisches Gedicht. Will der Iran damit bestätigen, dass „das iranische Volk von einem Maulhelden unterjocht und zum organisierten Jubel gelenkt wird“? Natürlich nicht. Diese Stelle des Gedichts von Günther Grass kommt auf den staatlichen Webseiten nicht vor; zumindest nicht so, wie Grass… Continue Reading „61. Umschreibung“

60. Über Schweigen

Offener Brief an Günter Grass Von Javad Asadian Dichter und Schriftsteller 10.04.2012 hier Die toten blutdurstigen Seelen, die das Land der Kultur und Gedichte seit über 30 Jahren okkupiert und ausgeplündert haben, jubelten über Ihre Darbietung von  Wahrheitsverdrehung. Sie sind ein Meister des Schweigens. Die… Continue Reading „60. Über Schweigen“

58. Lyrik ist gut für die Massen

Lyrik ist gut für die Massen, während Prosa den schädlichen Individualismus unterstützt. Der „Große Kommandant“ will die Subjektivität eliminieren. Denn Denken bedeutet Widerstand und ist somit Verrat am Führer. Ebenso wird übrigens die traditionelle arabische Musik zugunsten von martialischer Blechmusik abgeschafft. Liebeslieder könnten schließlich… Continue Reading „58. Lyrik ist gut für die Massen“

54. Gegengift

Ist das etwa doch ein politisches Lied? Ein garstiges Lied? Nein, so wollen wir hier nicht enden. Rasch ins geheimnisvolle Morgenland, zu Meister Du Fu mit seinen strengen chinesischen Zeichen. Zwar war er ein engagierter Dichter, doch selbst nach größten Katastrophen schenkte er Trost… Continue Reading „54. Gegengift“