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Veröffentlicht am 1. April 2025 von lyrikzeitung
Barbara Frischmuth war eine der prägendsten Stimmen der österreichischen Literatur, deren Werk von interkulturellem Austausch, weiblichen Lebenswelten und poetischer Bildkraft geprägt war, sagen die Nachrufe. Sie starb am 30. März 2025 im Alter von 83 Jahren.
Österreich ehrte sie mit zahlreichen Literaturpreisen. Neben Romanen verfasste sie Essays, Hörspiele und Kinderbücher. Ihre Leidenschaft für Gärten spiegelte sich in literarischen Gartentagebüchern wie “Fingerkraut und Feenhandschuh” (1999) wider. Ihre Gedichte kenne ich nur aus der Grazer Zeitschrift manuskripte.
vergessen
und wieder ein wort zurück erhalten,
einen namen, das p war noch da, alles
andere ins bild verflossen.
grapheme verschattet, das gesicht
in hellerer haut, das lächeln fragwürdig, oder?
einen halben tag experimentierte der
schwamm gehirn mit mehreren
buchstaben, bis er sie rausdrückte, mit
eigener kraft. und nach zwei stunden
er auch noch den vornamen hinterher warf.
erleichterung – wie lange?
Aus: manuskripte 232, November 2021, S. 99
Kategorie: Österreich, DeutschSchlagworte: Barbara Frischmuth
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