Agostinho Neto 100

Agostinho Neto war ein angolanischer Arzt, Dichter und Politiker. Die Portugiesen steckten ihn ins Gefängnis. Nach der Unabhängigkeit seines Landes war er von 1975 bis 1979 erster Staatspräsident. Er starb in Moskau, wurde von sowjetischen Fachleuten einbalsamiert und (in Angola) in ein Mausoleum verbracht wie Lenin in Moskau. Zu seinem gestrigen 100. Geburtstag ein Gedicht aus einem Buch, das 1977 in der DDR erschien.

Agostinho Neto 

(* 17. September 1922 in Catete, Kreis Ícolo e Bengo, Angola; † 10. September 1979 in Moskau)

Jenseits der Dichtung

Dort am Horizont
das Feuer 
und die schwarzen Silhouetten der Affenbrotbaume
mit hochgereckten Armen
In der Luft der grüne Geruch der verbrannten Palmen

Afrikanische Poesie

Auf der Landstraße
die Reihe der Bailundo-Lastträger
stöhnend unter der Last der Maniokkleie
Im Zimmer
das Mulattenmädchen mit zärtlichen Augen
retuschierend ihr Gesicht mit Rouge und mit Reispuder
Die Frau unter üppigen Tüchern schwingt ihre Hüften
Im Bett der schlaflose Mann denkt daran
Gabeln und Messer zu kaufen um zu essen am Tisch

Am Himmel der Widerschein des Feuers
und die Silhouette der schwarzen Batuque tanzenden Männer
mit hochgereckten Armen
In der Luft die heiße Melodie der Marimbas

Afrikanische Poesie

Und auf der Landstraße die Lastträger
im Zimmer das Mulattenmädchen
im Bett der schlaflose Mann

Die Glut verzehrt
verzehrt
die Horizonte der heißen Erde in Feuer.

Bailundo : Stamm (Red).

Deutsch von Heinz Czechowski. Aus: Agostinho Neto: Gedichte. Leipzig: Reclam, 1977, S. 30

One Comment on “Agostinho Neto 100

  1. Para além da poesia

    Lá no horizonte
    o fogo
    e as silhuetas escuras dos imbondeiros
    de braços erguidos
    No ar o cheiro verde das palmeiras queimadas

    Poesia africana

    Na estrada
    a fila de carregadores bailundos
    gemendo sob o peso da crueira
    No quarto
    a mulatinha dos olhos meigos
    retocando o rosto com rouge e pó de arroz
    A mulher debaixo dos panos fartos remexe as ancas
    Na cama
    o homem insone pensando
    em comprar garfos e facas para comer à mesa

    No céu o reflexo
    do fogo
    e as silhuetas dos negros batucando
    de braços erguidos
    No ar a melodia quente das marimbas

    Poesia africana

    E na estrada os carregadores
    no quarto a mulatinha
    na cama o homem insone

    Os braseiros consumindo
    consumindo
    a terra quente dos horizontes em fogo.

    Q.: https://www.escritas.org/pt/t/13287/la-no-horizonte

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