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Veröffentlicht am 5. Mai 2020 von lyrikzeitung
Jehuda Amichai
(hebräisch יהודה עמיחי )
(* 3. Mai 1924 in Würzburg, † 22. September 2000 Jerusalem)
Jerusalem*
Auf einem Dach in der Altstadt
Wäsche, beleuchtet vom letzten Tageslicht:
das weiße Laken einer Feindin,
das Handtuch eines Feindes
für den Schweiß eines Angesichts.
Und im Himmel der Altstadt
ein Drachen.
Und am Ende der Kordel
ein Kind,
das nicht sah,
wegen der Mauer.
Wir hißten viele Fahnen,
sie hißten viele Fahnen.
Damit wir denken, daß sie fröhlich sind.
Damit sie denken, daß wir fröhlich sind.
Übersetzt von Almuth Lessing Aus: Ariel. Zeitschrift für Kunst und Literatur in Israel. 111, Jerusalem 2001, S. 21
Kategorie: Hebräisch, IsraelSchlagworte: Jehuda Amichai
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