Klopstock-Preis für Uwe Kolbe

Für sein lyrisches und prosaisches Gesamtwerk wird der Schriftsteller Uwe Kolbe am 2. Oktober mit dem Klopstock-Preis für neue Literatur des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet. Der Preis ist mit 12.000 Euro dotiert. Grit Warnat hat den Preisträger getroffen und mit ihm über Dichter und die Kunst des Dichtens gesprochen.

Auszug aus dem Gespräch:

Lyrik war einst eine Königsdisziplin. Heute ist sie schwer zu vermarkten. Verleger scheuen sich, Gedichte herauszubringen. Was ist Lyrik heute?

Es war und ist die Königsdisziplin. Sie wird es auch immer bleiben. Aber das Gedicht hatte noch nie einen Marktwert. Es ist noch nie verkauft worden.

Auch nicht zu DDR-Zeiten?

Das Leseland DDR war Not. In Notzeiten spricht das Gedicht. In solchen Notzeiten wurden Pablo Neruda groß und Majakowski. Das weltgrößte Poesiefestival der Welt wurde vor 25 Jahren zu Escobar-Zeiten in Medellin in Kolumbien gegründet. In der kriminellsten Stadt der Welt kamen damals zehntausend Leute zusammen, um Gedichte zu hören. Die Menschen wollten sich mit Lyrik ihrer selbst versichern und spüren, dass es etwas anderes in der Welt gibt als Gewalt, Kriminalität, Drogen. 2010 war es kleiner, aber noch immer berauschend.

/ Volksstimme

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: