37. Michael Krüger

Heute vor 70 Jahren wurde Michael Krüger in Wittgendorf (Sachsen-Anhalt) geboren.

Von 1962 bis 1965 arbeitete er als Buchhändler in London.

Ab 1968 war Krüger als Verlagslektor beim Carl Hanser Verlag tätig. Er wurde 1986 literarischer Leiter des Verlages und ist seit 1995 Geschäftsführer. Zum 31. Dezember 2013 scheidet er aus dieser Position aus; sein Nachfolger wird Jo Lendle.

1973 gründete er in München gemeinsam mit Martin Gregor-Dellin, Jürgen Kolbe, Fritz Arnold, Paul Wühr, Inge Poppe, Christoph Buggert, Günter Herburger, Tankred Dorst und Peter Laemmle die erste genossenschaftlich organisierte Autorenbuchhandlung.

Erst 1976 erschien sein Erstling, der Gedichtband Reginapoly. Seine erste Erzählung mit dem Titel Was tun? erschien 1984. 1991 erschien – ein Jahr nach seiner Novelle Das Ende des Romans – sein erster von bisher drei Romanen, Der Mann im Turm.

Im Juli 2013 wurde er von den Mitgliedern der Bayerischen Akademie der Schönen Künste zu deren Präsident gewählt. (Wikipedia)

Gregor Dotzauer schreibt im Tagesspiegel:

Die Michael Krüger eigene Emphase, deren Wirkung auch auf einer tief in der Kehle ansetzenden und teils durch die Nase ausströmenden Stimme beruht, wäre allerdings verschwendet, wenn sie nicht auch seiner Kunst, schlechte Gedichte vorzutragen, zugutegekommen wäre. Es gibt keine vernichtendere Art der Literaturkritik als zu erleben, wie er schiefe Bilder, verbrauchte Metaphern und hohlen Gefühlsüberschwang mit kaum merklichem Gift so einspeichelt, dass sich alles Gestelzte und Klappernde nur noch in Krämpfen windet.

In solchen Momenten sitzt er über Dichtung unerbittlich zu Gericht und würde, wenn ihm nicht zugleich die wahren Verbrechen dieser Welt vor Augen stünden, furchtlos die Todesstrafe verhängen. Zugleich sieht man ihm an, wie tief enttäuscht er über die Dummheit, die Sorglosigkeit oder das Unvermögen von Schriftstellern ist, die doch dazu berufen sind, Glück und Erkenntnis zu stiften. Wie stehlen sie uns im Jammertal der Endlichkeit die Lebenszeit, und was tun sie erst sich selber an, sie mit solchen Machwerken zu vergeuden! Vielleicht ist das der Moment, in dem die ganze Doppelnatur seines Charismas aufblitzt: jene so anziehende wie seltene Mischung aus Machtbewusstsein und melancholischer Empfindsamkeit, in deren Dunstkreis man ebenso aufblühen wie vergehen kann.

One Comment on “37. Michael Krüger

  1. da der einspieler zur ’sorglosigkeit‘ et al schon angelaufen ist: „furchtlos die Todesstrafe verhängen“. ja, todesurteile, todesstrafen (…), wie fein und für sich gänzlich unbelastet man sowas doch verwenden kann.

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