30. Sms-Interview & -pdf-publikat mit 5. Nahbeller (2004) Alex Nitsche

Im August 2012 trafen sich der bei Bremen lebende Alex Nitsche und der Neuddorfer Tom de Toys am Düsseldorfer Altstadtufer erstmals nach einem Jahrzehnt wieder, als Nitsche unterwegs zu Ron Schmidt an den Niederrhein war, um deren Gedichtband “GOLD” zu konzipieren. Seitdem schicken sich Nitsche & De Toys Gedichte per SMS. Daraus entstand die Idee, Nitsches SMS-Gedichte in der Edition P.D.F. (Poemie Digital Fusion) zu veröffentlichen. Vorher wird derzeit das Nahbell-Interview mit ihm per SMS geführt, das sich dann 2014 im Anhang des PDF-Publikats (Titel: “alles und alles”) wiederfinden wird:

http://poemie.jimdo.com/nahbellpreis/preistr%C3%A4ger-portraits/interview-pdf-publikat-2014/

AUSZUG AUS DEM INTERVIEW (UNTERSEITE @ http://www.NAHBELLPREIS.de):

5.NAHBELLFRAGE (7.12.2013):
Du bist ja durch das ddr-system staatlich geprüfter dichter. Hat dir das damals für dein prestige irgendwelche vorteile eingebracht? Oder galtest du als schräger intellektueller und wurdest von der stasi bespitzelt? Was hälst du von heutigen literaturinstituten wie dem leipziger?

5.NAHBELLANTWORT (7.12.2013):
in den späten 80er jahren der ddr gab es soetwas wie eine geduldete opposition die natürlich bespitzelt wurde.mein politisches erwachen und meine ersten gedichte fallen in diese zeit.ich war damals 16,17, ziemlich jung und punk was 1988 auch im osten nichts wirklich außergewöhnliches war.über die bedeutung des literaturinstituts,frag mal nen historiker und keinen zeitzeugen.

8.NAHBELLFRAGE (8.12.2013):
Dein kommender sms-gedichtband “ALLES UND ALLES” (oder titel klein geschrieben? was ist dir lieber?)* im g&gn-verlag wird von einem titellosen gedicht eröffnet, das du am 31.8.2012 als sms gesendet hast, ich zitiere es hier vollständig als exklusives preview:

“unterm schweißfilm der oberflächen arbeiten zufall und schicksal an ihrem gewebe aus liebe und raum wo wir vergangne jahre zu goldfäden spinnen die kaum sichtbar sind dünner als haar und schwerer als blei.”

Was hat dich dazu inspiriert? Kannst du den leser ein wenig in das geheimnis des entstehungsprozesses einweihen? Wer oder was dich inspirierte und wie es entstand: als allmähliche schwere geburt oder urplötzlich in einem guss oder wie sonst?

* Nitsches Antworten auf die Frage nach der Orthografie seiner Gedichte:
“immer alles klein” und “Nitsche nur echt mit punkt am ende.” (8.12.2013)

2 Comments on “30. Sms-Interview & -pdf-publikat mit 5. Nahbeller (2004) Alex Nitsche

  1. endlich ist das heiß erwartete pdf-publikat „alles und alles“ fertig! DREIZEHN sms-gedichte schickte der dichter ALEX NITSCHE an De Toys, der diese kurzgedichte im großformatigen layout würdigte und seinem freund die domain dazu schenkte: http://www.AlexNitsche.de DAS PDF KANN DORT KOSTENLOS HERUNTERGELADEN WERDEN – FREE POETRY FOR FREE PEOPLE 🙂 nun ja, die freiheit hat ihren preis: vermutlich hat präsident obama die gedichte schon gelesen, als sie noch geheim waren, und sie heimlich an alle senatoren weitergesimst…

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  2. die zehnte frage wurde soeben per sms beantwortet und die elfte frage wurde prompt danach gestellt. jetzt lässt sich gespannt sein, denn es betrifft auch die eine oder den anderen in der lyrikzeitung vorkommende(n):

    11.NAHBELLFRAGE (9.12.2013, 20 UHR, PER SMS):
    In der jüngsten betriebsinternen lyrikergeneration (den wahren underground muß man natürlich abseits der offiziellen events suchen) findet ja derzeit eine renaissance der „politisierung“ von lyrik und der „poetisierung“ des lebens statt. Siehst du darin einen mutmachenden zeitgeist oder sind das nur die üblichen jugendkulturtrends, die dann verpuffen, sobald job und ehe die sehnsucht nach „mehr“ betäuben?

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