83. Barockes

Reisenews online meldet:

Valencia feiert 100. Geburtstag des Barockdichters Miguel Hernández

Nunja – besser als gar keine Lyrik, oder?

Im Jahr 1927 feierte Spanien den 300. Todestag des Barockdichters Luis de Góngora. Die jungen Dichter entdeckten einen Geistesverwandten – die Generation von 1927 war geboren. In den folgenden Jahren las und schrieb sich der Ziegenhirt Miguel Hernandez in die Reihen der modernen spanischen Dichter hinein.

1931 schrieb er an Juan Ramón Jiménez (der 1956 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde):

Ich bin ein Hirte. Zwar kein so poetischer Hirt wie die, die Sie besingen, aber doch ein klein wenig Poet. Ich bin Ziegenhirt seit meiner Kindheit. Und ich bin froh, es zu sein, denn da ich in einem armen Hause geboren wurde, hätte mein Vater mir zwar einen anderen Beruf wählen können, aber er gab mir diesen, der das Tagwerk der heidnischen Götter und biblischen Helden gewesen ist. (…)

Ich kann nicht anders, ich muß singen… Ungebildet, roh; ich weiß, daß ich, wenn ich Gedichte schreibe, die göttliche Kunst profaniere… Es ist nicht meine Schuld, daß meine Seele einen Funken birgt von dem großen Feuer, das in der Ihren brennt…

(…) Gedichte werden in der Provinz kaum gelesen, und wer sie liest, versteht sie nicht. So sitze ich hier mit tausend Versen und weiß nicht, was ich damit anfangen soll.

Aus: Miguel Hernández: Der Ölbaum schmeckt nach Zeit. Gedichte. Berlin: Volk und Welt 1972, S. 20f.

 

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