66. Windgedichte

Die Revolution frisst ihre Kinder. Die Beatliteratur machte da keine Ausnahme. Der amerikanische Dichter Louis Gordon war ein Nischenkind. Ein Aufständischer, der gegen alles und jeden aufbegehrte. Einer, der sich am Ende selbst auffraß, verdaute und in seine kleinen dreckigen Gedichte wieder ausspuckte.

Louis Gordon schrieb knappe und harte Gedichte, die vom Leben am Rande der Gesellschaft erzählen. Denn dort lebte er. Immer am Rand einer Klippe stehend. Immer auf dem Sprung. Immer mit einem Schrei im weit geöffneten Mund. …

Klar ist, Louis Gordon sollte nicht nur eine Fußnote der Literaturgeschichte bleiben. Er gehört eindeutig in eine Ahnengalerie mit Burroughs und Kerouac. Es ist an der Zeit, das Werk dieses großen Dichters wieder neu zu entdecken. Auch wenn Gordon selbst das nicht gewollt hätte. Er hätte versucht, einen Drink zu schnorren und gemurmelt: „Verpisst euch!“

Und dann?

Vielleicht hätte er sich unter eine Brücke zurück gezogen, hätte sich eine Spritze gesetzt, um dann ein Gedicht in den Wind zu murmeln. Diese Windgedichte sind leider auf immer verloren.

Die wenigen Gedichte, die es von Gordon gibt, und die nicht nur dem Wind gehören, sollten endlich wieder gelesen werden. / Guido Rohm, Textem

Bücher von Louis Gordon:

  • Some Girls (Black Sparrow Press, 1966)
  • Einige hübsche Mädchen mit Prothesen (Danon Verlag, 1972, ins Deutsche übersetzt von Ute Paulsen)
  • Trockeneis-Blues (Ausgewählte Gedichte) (Danon-Verlag, 1973, ins Deutsche übersetzt von Ute Paulsen)
  • After the bomb (Letters from Hell)(City Lights Press, 1981)

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