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Veröffentlicht am 28. Januar 2010 von lyrikzeitung
«Ich bin zu einem kolonialen Untertan erzogen worden. Für mich ist es daher nicht leicht, über die japanische Sprache zu sprechen, obwohl sie das Innerste meines Bewusstseins formt. (. . .) Dies ist so, weil diese Sprache in mir mit tiefen Schmerzen und mit nicht in Worten benennbarer Trauer verwoben ist.» Diese Zeilen stammen von dem koreanischen Lyriker Kim Shi Jong, der wegen seiner kurzen und in rauem Japanisch geschriebenen Gedichte bekannt und in Japan hoch angesehen ist.
Seine Äusserung zeugt von einer lebenslangen Verstörung, die die koloniale Vergangenheit in der Psyche von Menschen zurücklassen kann. …
Seine Kindheitserinnerungen bestehen aus japanischen Kinder- und Soldatenliedern und Mythen des japanischen Kaiserhauses. 1948 reiste er illegal nach Japan, um den politischen Wirren im postkolonialen Korea zu entgehen. Seitdem lebt er als Lyriker in Japan. / Hoo Nam Seelmann, NZZ 25.1.
Kategorie: Japan, KoreaSchlagworte: Hoo Nam Seelmann, Kim Shi Jong
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