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Veröffentlicht am 4. April 2003 von rekalisch
Erinnerung – lassen wir das Sprachmaterialhafte des Werkes einmal außen vor, freilich ohne das Sprachmaterial außer acht zu lassen, und denken an die von innen glühenden, an die Erinnerungs-Halden, an all das Ausgebrannte, Miese, arrogant Übersehene und Verdrängte, an das aus dem Kanon Ausgeschiedene, denken wir an die Erinnerungs-Schlacke, zusammengebacken aus vergessenen Worten, aus fremdklingenden Sprachpartikeln, aus niemals so ganz fremden Fremdsprachen und hundert anderen Inhaltsstoffen. Aus solcher Schlacke kann einer wie er immer noch Funken schlagen – Poesie machen.
„Taubes Gestein“? Wer nicht hören kann, fühlt nichts. Wer nicht buchstabieren kann, übersieht. Angst essen Seele auf, wir kennen das von Faßbinder; Dichtung, scheint Pastior leise beizufügen, hält Leib und Seele zusammen. / Thomas Kling, FR 4.4.03
Soeben erschien in der „Edition Akzente“ des Hanser Verlags der zweite Band der Werkausgabe Oskar Pastiors. Thomas Kling hielt diese Rede als Hommage auf den Ehrengast Oskar Pastior während des „Literarischen Märzes 2003“ in Darmstadt. Zuletzt erschien von Thomas Kling der Gedichtband „Sondagen“ im DuMont Verlag.
Kategorie: Deutsch, Deutschland, RumänienSchlagworte: Oskar Pastior, Thomas Kling
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