Grab Friedrichs II.

Für die FR besucht Norbert Hummelt das Grab Friedrichs II., der als deutscher Kaiser in Palermo die italienische volkssprachliche Dichtung begründete:

Da ist es bezeichnend, dass der modern denkende Staufer Friedrich, sizilianischer Thronerbe und seit 1220 Kaiser des deutschen Reichs, an seinem berühmten Hof in Palermo den Akzent von der Baukunst auf das Wort verlegte, die Architektonik des Gedichts stärker pflegte als die Errichtung neuer Paläste und Kathedralen. Es ist wohl so zu verstehen, dass die Literatur seinen aufs Abstrakte gehenden Ordnungssinn stärker befriedigte. Auch die Falkenjagd als königlicher Sport schien ihm ungenügend, wenn er sie nicht in einem Buch beschreibend fassen konnte. Geschult am Vorbild der provenzalischen Troubadours, schuf man in seiner Scuola siciliana die Voraussetzungen für eine italienische Literatursprache, die sich weltlichen Motiven zuwenden konnte. Giacomo da Lentini kreierte das Sonett. Kein Petrarca, kein Dante ohne diese Schule. Säulengänge aus Versen, Galerien aus Klangbildern, einprägsam durch Metrum und Reim und dadurch transportabel lange vor der Erfindung des Buchdrucks. / FR 2.11.02

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