Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Louis Simpson (1923–2012) American Poetry Whatever it is, it must have A stomach that can digest Rubber, coal, uranium, moons, poems. Like the shark it contains a shoe. It must swim for miles through the desert Uttering cries that are almost human. Louis Simpson,… Continue Reading „71. American Poetry“
Anthologie 87: Conrad Ferdinand Meyer, Nachtgeräusche Nachtgeräusche Melde mir die Nachtgeräusche, Muse, Die ans Ohr des Schlummerlosen fluten! Erst das traute Wachtgebell der Hunde, Dann der abgezählte Schlag der Stunde, Dann ein Fischer-Zwiegespräch am Ufer, Dann? Nichts weiter als der ungewisse Geisterlaut der ungebrochnen… Continue Reading „67. Nachtgeräusche“
„Der Schreiber muß sich davon lösen, dem Glanz der ‚einfachen‘ Erkenntnis nachzujagen“, schrieb Thomas Brasch 1971 in sein Tagebuch. Und: „Die Welt, in der wir uns aufhalten, muß vorsichtig mit den Fingerspitzen neu begriffen werden (…).“ UND WENN WIR NICHT AM LEBEN SIND dann… Continue Reading „36. Mit den Fingerspitzen“
Great moments in the history of English poetry No. 47: William Wordsworth comes home to tea with his sister Dorothy after a walk on the moors in the rain. Dorothy: „Welcome home, dear William. Where, if I may be so bold as to enquire,… Continue Reading „109. Lonely as a cloud“
Emily Dickinson, To make a prairie To Make a Prairie To make a prairie it takes a clover and one bee,— One clover, and a bee, And revery. The revery alone will do If bees are few. Emily Dickinson (1830–1886) To make a prairie .… Continue Reading „106. Meine Anthologie 86: To make a prairie“
Geleit Worte, schön flügelnd, wir nennen sie wie Namen der Mädchen, die wir kennen: Da tauchen sie aus den Gewässern, aus den Bäumen treten sie hervor, sie stoßen herab aus den Himmeln zu denen, die sie verstehn. Aus: Kito Lorenc, Gedichte. Ausgewählt und mit… Continue Reading „103. Geleit“
Die Gedichte des jüdischen Lyrikers Paul Celan (1920-1970) sind schwere Kost wieso quälen sie sich nur so? Wer keinen Saumagen verträgt, kann ja was Leichteres essen, bloß mal metaphorisch. Natürlich paßt das nicht auf Celan; schon weil er Jude ist… sind schwere Kost: Seine… Continue Reading „83. Schwere Kost“
Da! Bist das Du auf dem Gipfel des Sturmstill-Berges, Und trägst einen riesigen Hut in der Mittagssonne? Wie dünn, wie jämmerlich dünn bist Du geworden! Du mußt wieder sehr an der Dichtkunst gelitten haben. Li Bai (701-762), übersetzt von Hans Schiebelhuth, in: Gedichte nach… Continue Reading „77. Früher“
GROB Von hundert germanisten liebt die dichtung einer Berufen ist zum germanisten außer diesem keiner Interpretationshilfe Außer diesem einen mag der autor keinen von Reiner Kunze erschienen in: Reiner Kunze, auf eigene hoffnung (1981)
Eine Version aus der früheren und frühen DDR. 1960 schrieb der Dichter Paul Wiens ein Gedicht im Kontext seiner „Neuen Harfenlieder des Oswald von Wolkenstein“, mit denen er 1957 schon einmal untergegangen war. 1962 druckte es das „Neue Deutschland“, aber der für 1963 angekündigte… Continue Reading „62. Dichtersoll“
Un poète C’est un être unique A de tas d’exemplaires Qui ne pense qu’en vers Et n’écrit qu’en musique Sur des sujets divers Des rouges ou des verts Mais toujours magnifique. Boris Vian, aus: Je voudrais pas crever (1962) Grob übersetzt: Ein Dichter Ist… Continue Reading „59. Der in Versen denkt“
Boris Vian Si j’étais pohéteû Je serais ivrogneû J’aurais un nez rougeû Une grande boîteû Où j’empilerais Plus de cent sonnais Où j’empilerais Mon noeuvreû complait. Google übersetzt: Wenn ich pohéteû Ich würde ivrogneû Ich habe eine Nase rougeû Viel boîteû Ich empilerais Mehr… Continue Reading „54. Wär ich ein Pohete“
In letzter Zeit wird ein Zitat von Robert Walser wiederholt gegen die „akademische“, die „Germanistenlyrik“ in Stellung gebracht. Die irgendwie als Gegenpart der herz- und blutvollen wahren Lyrik erscheint. Als ob Germanisten keine Herzlyrik schrieben. Als ob Walser ihresgleichen sei. Aber dem ist nicht… Continue Reading „25. Ich hab ja Zeit“
In einer schlaflosen Juninacht beim Zwitschern Trillern Krähnen der Vögel, von wenigen Autos und einem Zug begleitet, fallen mir Zeilen aus einem Gedicht von E.E. Cummings ein now that,more nearest even than your fate and mine(or any truth beyond perceive) quivers this miracle of… Continue Reading „80. Wiedergefundenes Gedicht“
Die Wirkung von Wortenläßt sich schwer ermessen.Guten Tag – das begreifst du noch,aber daß der Tag trotzdem nichtbesser wird, setzt dichin Erstaunen. Günter Kunert, in: Das kleine Aber. Gedichte. Berlin und Weimar: Aufbau 1975, S. 32. Anmerkung 2013: Mitte der 70er Jahre, als ich… Continue Reading „15. Wirkung von Worten“
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